Ein ganzes, gefülltes junges Schwein wird mit TangladZitronengras ist ein aromatisches tropisches Gras mit frischem Zitronenduft., Knoblauch, Frühlingszwiebeln und weiteren Aromaten gewürzt, vernäht und langsam über seitlich angeordneter Holzkohlenglut am Drehspieß gegart. Die Haut wird zum Schluss bei höherer Hitze knusprig geröstet.
Von So schmeckt GrillenVeröffentlicht am 18. September 2026
Gerichtsform und GerichtsartBraten und Schmorbraten
Prägende ZutatenfamilieFleisch, Kräuter und Gewürze
Prägende ZubereitungsverfahrenGrillen, Rösten und Ofenbraten
WürzanwendungTrocken einreiben, Während des Garens bestreichen oder begießen
Grill-HitzeanordnungIndirekte Grillzone
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Was dieses Rezept zuverlässig macht
Das langsame, gleichmäßige Drehen gart das große Schwein kontrolliert über indirekter Holzkohle.
Die aromatische Füllung gibt dem Fleisch während des Garens Duft und Würze.
Die abschließende heißere Phase trocknet die Haut und sorgt für eine dunkelgoldene, blasige und krachend feste Kruste.
Cebu-Lechon baboy ist ein festliches philippinisches Ganzschwein vom Drehspieß. Diese Fassung bleibt bei der kräuterbetonten Cebu-Ausprägung mit Tanglad, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Zwiebeln, Lorbeer und Sternanis und wird ohne zusätzliche Sauce serviert.
Die Haut wird dunkelgolden, blasig und sehr knusprig. Darunter bleibt das Fleisch saftig und kräftig herzhaft, während Tanglad, Knoblauch und Frühlingszwiebeln ein frisches, würziges Aroma in die Bauchhöhle bringen.
Schritt für Schritt
Zubereitung
Zubereitung
1
Schwein vorbereiten
Das küchenfertige Schwein kalt abspülen und innen wie außen gründlich trocken tupfen. Die Bauchhöhle muss sauber, frei von Blutresten und vollständig geöffnet sein. Lose Haut- oder Fleischstücke entfernen, die beim Drehen in die Glut hängen könnten.
Daran erkennst du es: Die Bauchhöhle ist sauber und das Tier rundum trocken.
Bei einem ganzen Tier besonders sorgfältig in der Bauchhöhle arbeiten.
Wichtig: Rohes Schweinefleisch hygienisch behandeln und Arbeitsflächen danach gründlich reinigen.
2
Aromaten und Würzmischung vorbereiten
Knoblauch grob zerdrücken, Tanglad mit der Messerrückseite anklopfen und Frühlingszwiebeln in handliche Stücke schneiden. Zwiebeln vierteln. Grobes Salz und grob zerstoßene schwarze Pfefferkörner vermischen.
Das Anklopfen öffnet das Aroma des Tanglads, ohne es vollständig zu zerfasern.
3
Füllen
Die Bauchhöhle mit etwa zwei Dritteln der Salz-Pfeffer-Mischung kräftig ausreiben. Knoblauch, Tanglad, Frühlingszwiebeln, Zwiebeln, Lorbeerblätter und Sternanis locker in die Höhle geben. Die Aromaten nicht fest hineinstopfen, damit die Hitze später gleichmäßig zirkulieren kann.
Daran erkennst du es: Die Aromaten liegen locker in der Bauchhöhle und blockieren die Öffnung nicht.
Die Füllung soll aromatisieren, aber den Wärmefluss nicht behindern.
4
Vernähen und außen würzen
Die Bauchöffnung mit lebensmittelechter Metzgerschnur und einer großen Nadel dicht vernähen. Die Naht soll die Füllung sicher halten, darf aber nicht so straff sein, dass die Haut beim Garen einreißt. Die Außenseite mit der restlichen Salz-Pfeffer-Mischung einreiben und anschließend nochmals trocken tupfen.
Daran erkennst du es: Die Bauchöffnung ist geschlossen, die Füllung bleibt sicher im Inneren und die Haut ist trocken.
Eine trockene Außenhaut unterstützt die spätere Krustenbildung.
Wichtig: Nur lebensmittelechte Schnur und eine dafür geeignete Nadel verwenden.
5
Auf dem Spieß sichern
Die Spießstange nach Anleitung des Herstellers durch die Körperhöhle bis in den Kopfbereich führen. Das Schwein mittig zwischen den Spießgabeln ausrichten, mit den vorgesehenen Klemmen sichern und zusätzlich Beine sowie Rumpf mit lebensmittelechter Schnur an der Stange befestigen. Den beladenen Spieß vor dem Aufheizen von Hand drehen und prüfen, ob er ruhig und ohne Anschlagen läuft.
Daran erkennst du es: Der beladene Spieß läuft ruhig, mittig und ohne Anschlagen.
Das Gewicht muss gleichmäßig verteilt sein, damit Motor und Lager nicht unnötig belastet werden.
Wichtig: Kein verzinktes oder unbekannt beschichtetes Metall verwenden und die zulässige Belastungsgrenze des Drehspießes einhalten.
6
Indirekte Holzkohlehitze vorbereiten
Die Holzkohle in zwei länglichen Glutbetten links und rechts unter dem Schwein verteilen. Die Tropfschalen dazwischen platzieren, damit Fett nicht direkt in die Glut tropft. Den Grill so vorheizen, dass auf Höhe des Fleisches ungefähr 160 bis 180 °C anliegen.
170 °C
Daran erkennst du es: Es liegen zwei stabile Glutbetten vor, die Tropfschalen stehen dazwischen und die Temperatur ist eingeregelt.
Die Glut nicht direkt unter die gesamte Schweinefläche legen, damit Fett nicht ständig in die Flammen tropft.
Wichtig: Die genaue Belastungsgrenze des Grills und die zulässige Kohlemenge des Geräts einhalten.
7
Langsam garen
Den Spieß einsetzen und den Motor nach Geräteanleitung einschalten. Das Schwein während der gesamten Hauptgarzeit gleichmäßig drehen lassen. Die ersten drei bis vier Stunden langsam über indirekter Holzkohle garen. Alle 20 bis 30 Minuten kleine Mengen Kohle nachlegen, damit die Temperatur stabil bleibt und keine offenen Flammen entstehen.
Daran erkennst du es: Das Schwein dreht gleichmäßig und die Glut erzeugt keine offenen Flammen.
Während das Schwein gart, den Grill regelmäßig beobachten und die Glut nur schrittweise ergänzen.
Wichtig: Offene Flammen vermeiden und den laufenden Drehspieß nicht unbeaufsichtigt lassen.
8
Mit Kokoswasser-Mischung bestreichen
Kokoswasser, Wasser und das Salz für die Salzlösung verrühren. In der ersten Hälfte der Garzeit die Haut sparsam und gleichmäßig mit der Mischung bestreichen. Nicht so viel Flüssigkeit verwenden, dass sie in die Glut läuft. Etwa zwei Stunden vor dem Ende nicht mehr bestreichen, damit die Haut trocknen und knusprig werden kann.
Daran erkennst du es: Die Haut ist nur dünn benetzt und bleibt gegen Ende der Garzeit trocken.
Die Flüssigkeit sparsam auftragen; eine nasse Haut wird schwerer knusprig.
Wichtig: Flüssigkeit nicht in die Glut laufen lassen, um Aufflammen zu vermeiden.
9
Kerntemperatur kontrollieren
Nach etwa vier Stunden an der dicksten Stelle von Schulter und Keule die Kerntemperatur prüfen. Die Fühler nicht in die Füllung und nicht direkt an den Knochen stecken. Das Schwein ist sicher durchgegart, sobald beide Fleischbereiche mindestens 74 °C erreichen; für zarteres, leichter zu tranchierendes Fleisch sind etwa 82 bis 88 °C in der Schulter sinnvoll. Je nach Gewicht, Außentemperatur, Wind und Gerät kann die Garzeit deutlich variieren.
Daran erkennst du es: Beide gemessenen Fleischbereiche erreichen mindestens 74 °C; die Schulter kann für zarteres Fleisch höher liegen.
An mehreren geeigneten Stellen messen und nicht nur auf die verstrichene Zeit vertrauen.
Wichtig: Die Fühler nicht in die Füllung und nicht direkt an die Knochen stecken.
10
Haut fertig rösten
Wenn das Fleisch fast fertig ist, die Glut vorsichtig auffrischen und die Temperatur am Fleisch auf etwa 190 bis 210 °C anheben. Das Schwein weitere 30 bis 45 Minuten drehen lassen, bis die Haut dunkelgolden, blasig und krachend fest ist. Jetzt besonders aufmerksam bleiben, weil austretendes Fett die Haut schnell zu dunkel werden lassen kann.
200 °C
Daran erkennst du es: Die Haut ist dunkelgolden, blasig und krachend fest, ohne verbrannt zu sein.
Bei zu schneller Bräunung die Glut wieder zurücknehmen oder weiter auseinanderziehen.
Wichtig: Austretendes Fett kann schnell aufflammen; die Glut während dieser Phase besonders aufmerksam beobachten.
11
Abnehmen und ruhen lassen
Den Motor ausschalten, die Kohle sicher abdecken und das Schwein mit hitzefesten Handschuhen vom Spieß nehmen. Die Füllung vollständig entfernen. Das Schwein 30 Minuten unbedeckt ruhen lassen; Folie würde die knusprige Haut weich machen.
30 Minuten
Daran erkennst du es: Die Füllung ist vollständig entfernt und die Haut bleibt während der Ruhezeit trocken und knusprig.
Die Ruhezeit nicht mit Folie abdecken, damit die Kruste erhalten bleibt.
Wichtig: Die Kohle sicher abdecken und beim Abnehmen des heißen Tiers geeignete Handschuhe tragen.
12
Tranchieren und servieren
Zuerst die knusprige Haut in Stücke schneiden, anschließend Schulter, Keulen und Bauchfleisch entlang der natürlichen Muskelstränge tranchieren. Das Fleisch heiß mit der Haut servieren. Die Cebu-Ausprägung braucht keine zusätzliche Sauce; falls gewünscht, passt ein einfacher Würzessig als Tischbegleiter, gehört aber nicht zur Grundzubereitung.
Daran erkennst du es: Haut und Fleisch sind sauber getrennt und heiß zum Servieren angerichtet.
Die Haut zuerst portionieren, damit sie beim anschließenden Tranchieren möglichst knusprig bleibt.
Gut zu wissen
Hinweise zum Rezept
Indirekte Hitze nutzen: Die beiden Glutbetten liegen seitlich und die Tropfschalen dazwischen. So wird das Schwein langsam gegart und austretendes Fett tropft nicht ständig direkt in die Glut.
Haut zum Schluss trocknen lassen: Die Bestreichmischung nur in der ersten Hälfte der Garzeit verwenden. Die letzten etwa zwei Stunden ohne weiteres Bestreichen helfen der Haut, trocken und knusprig zu werden.
Garzeit nicht starr behandeln: Bei einem ganzen Schwein variieren Garzeit und Temperaturentwicklung je nach Gewicht, Wind, Außentemperatur, Kohle und Grillkonstruktion. Die Kerntemperatur ist deshalb entscheidender als eine feste Uhrzeit.
Zutatenwissen
Tanglad einkaufen
Tanglad ist auch als Zitronengras bekannt und meist frisch im Asia-Supermarkt, auf gut sortierten Wochenmärkten oder in größeren Gemüseabteilungen erhältlich. Zitronengras aus dem Glas ist möglich, schmeckt aber meist weicher und weniger frisch.
Kokoswasser auswählen
Ungesüßtes Kokoswasser verwenden. Es ist im Asia-Markt und bei vielen größeren Supermärkten im Getränkeregal erhältlich.
Zwei Salzverwendungen getrennt halten
Das grobe Salz für die Würzmischung und das Salz für die Bestreichlösung sind eigene, dosierte Zutaten. Sie sollten nicht zu einer einzigen Salzmenge zusammengefasst werden.
Sinnvolle Alternativen
Zitronengras aus dem Glas
Das Aroma wird meist weicher und weniger frisch als bei frischem Tanglad.
Frisches Tanglad durch Zitronengras aus dem Glas ersetzen und die Stücke locker in die Bauchhöhle geben.
Wasser mit einem kleinen Schuss Reisessig
Die milde, leicht süßliche Kokosnote fehlt; der Reisessig bringt eine leichte Säure.
Wasser mit einem kleinen Schuss Reisessig verrühren und wie die Kokoswasser-Mischung sparsam zum Bestreichen verwenden.
Typische Fehler und ihre Lösung
Die Aromaten werden fest in die Bauchhöhle gestopft.
Die Aromaten locker einlegen, damit die Hitze durch die Bauchhöhle zirkulieren kann.
Wenn die Öffnung noch zugänglich ist, überschüssige Aromaten vorsichtig entfernen und die Naht erneut sichern.
Fett tropft in die Glut und verursacht offene Flammen.
Tropfschalen zwischen den Glutbetten platzieren und die Bestreichmischung sparsam verwenden.
Motor nur nach sicherer Vorgehensweise stoppen, Glut zurückziehen oder abdecken und erst weitergaren, wenn keine offenen Flammen mehr vorhanden sind.
Die Haut wird nicht knusprig.
Etwa zwei Stunden vor dem Ende nicht mehr bestreichen und das Schwein unbedeckt ruhen lassen.
Die Haut in der abschließenden Hitzephase weiterdrehen und aufmerksam trocknen lassen, ohne sie zu verbrennen.
Der Drehspieß läuft unruhig oder schlägt an.
Vor dem Aufheizen von Hand drehen und die Spießgabeln, Klemmen sowie Schnurbefestigungen kontrollieren.
Das Garen unterbrechen und die Befestigung nur bei sicher abgekühlter beziehungsweise kontrollierter Situation neu ausrichten.
Servieren und kombinieren
Pur mit knuspriger Haut: Das Fleisch heiß zusammen mit der zuerst portionierten knusprigen Haut servieren. Diese schlichte Variante lässt die Cebu-Würzung und die Röstaromen im Mittelpunkt.
Mit Würzessig am Tisch: Wer eine säuerliche Ergänzung möchte, kann einen einfachen Würzessig separat als Tischbegleiter reichen. Er gehört nicht zur Grundzubereitung des Lechon.
Lebensmittelsicherheit
Drehspieß und Befestigung: Die Belastungsgrenze des Drehspießes und des Grills einhalten, kein verzinktes oder unbekannt beschichtetes Metall verwenden und den beladenen Spieß vor dem Aufheizen von Hand auf ruhigen Lauf prüfen.
Holzkohle und Fett: Tropfschalen verwenden, offene Flammen vermeiden und austretendes Fett während des gesamten Drehens besonders in der abschließenden Knusperphase beobachten.
Häufig gefragt
Fragen zum Rezept
Was ist Tanglad?
Tanglad ist die philippinische Bezeichnung für Zitronengras. Für dieses Rezept wird es leicht angedrückt und als Aromat in die Bauchhöhle gegeben.
Kann ich das Kokoswasser ersetzen?
Ja. Als im Rezept genannte Ersatzlösung funktioniert Wasser mit einem kleinen Schuss Reisessig. Die milde, leicht süßliche Kokosnote fehlt dann.
Braucht Cebu-Lechon eine Sauce?
Die beschriebene Cebu-Ausprägung wird ohne zusätzliche Sauce serviert. Ein einfacher Würzessig kann nach Wunsch separat als Tischbegleiter gereicht werden.
Warum ist die Garzeit nicht exakt angegeben?
Ein ganzes Schwein gart je nach Gewicht, Wind, Außentemperatur, Kohlemenge und Grillkonstruktion unterschiedlich schnell. Deshalb soll die Kerntemperatur an Schulter und Keule geprüft werden.
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