Ganze Keule vorbestellen
Eine ganze hintere Schweinekeule mit Knochen sollte am besten einige Tage vorher beim Metzger bestellt werden. Haut entfernen lassen und etwa 1 cm Fettauflage belassen.
Argentinische Smoker-Variante
Eine ganze Schweinekeule mit Knochen wird injiziert, trocken gewürzt und 10–14 Stunden bei indirekter Hitze im Smoker gegart. Apfelholz sorgt für die Rauchphase, eine Senf-Honig-Bourbon-Glasur für eine kräftige, süß-würzige Oberfläche.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Pernil de cerdo ahumado ist eine moderne argentinische Smoker-Auslegung für die ganze Schweinekeule. Der große Zuschnitt gart langsam bei indirekter Hitze, nimmt zu Beginn echten Holzrauch auf und entwickelt über viele Stunden eine kräftige Würzkruste. Nach der Ruhezeit lässt sich das Fleisch quer zur Faser in Scheiben schneiden oder grob zupfen.
Außen entsteht eine trockene, kräftige Würzkruste mit süß-würziger Glasur und deutlicher Rauchnote. Im Inneren wird das Schweinefleisch saftig und weich; je nach Gargrad lässt es sich sauber schneiden oder grob zupfen.
Schritt für Schritt
Wasser, Thymian, Oregano, Koriandersaat, 15 g Knoblauchpulver, 15 g Zwiebelpulver und 20 g grobes Salz in einem Topf aufkochen. Die Hitze reduzieren und die Mischung 60 Minuten ziehen lassen. Anschließend vollständig abkühlen lassen und durch ein feines Sieb gießen.
Wichtig: Die Flüssigkeit erst nach vollständigem Abkühlen an das rohe Fleisch geben.
Die Schweinekeule mit Küchenpapier trocken tupfen. Die vollständig abgekühlte Kräuterflüssigkeit mit einem Fleischinjektor an vielen Stellen bis in die Mitte des Fleisches spritzen. Die Einstiche gleichmäßig über die Keule verteilen, damit die Würzung nicht nur an der Oberfläche bleibt.
Wichtig: Die rohe Schweinekeule nach dem Injizieren weiter gekühlt behandeln.
Das restliche Knoblauch- und Zwiebelpulver mit dem restlichen Salz, Paprikapulver und schwarzem Pfeffer mischen. Die injizierte Keule rundum damit einreiben. Abgedeckt 12–18 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Vor dem Garen 60 Minuten temperieren lassen, ohne sie ungekühlt stehen zu lassen.
Wichtig: Die Keule bis zum Temperieren im Kühlschrank aufbewahren und nicht länger als vorgesehen ungekühlt stehen lassen.
Den Smoker für indirekte Hitze auf 120–130 °C einregeln. Die Quebracho-Holzkohle als Brennstoff verwenden und die Glut so platzieren, dass die Keule nicht direkt über der Hitze liegt. Ein Tropfblech unter dem Rost positionieren. Zwei Stücke Apfelholz zu Beginn auf die Glut legen; die beiden übrigen Stücke in den ersten vier bis fünf Garstunden nachlegen. Die eigentliche Rauchphase findet damit am Anfang der langen Garung statt.
Wichtig: Den Smoker nur in gut belüfteter Umgebung und nach Herstellerangaben betreiben.
Die Schweinekeule mit der Fettseite nach oben und dem Knochen nach unten in den indirekten Bereich legen. Den Garraum möglichst stabil zwischen 120 und 130 °C halten und die Temperatur regelmäßig am Garraumthermometer kontrollieren. Nach etwa sechs bis acht Stunden sollte sich außen eine trockene, kräftige Würzkruste gebildet haben; eine vorübergehende Plateauphase bei der Kerntemperatur ist dabei möglich.
Daran erkennst du es: Trockene, kräftige Würzkruste nach etwa sechs bis acht Stunden
Dijon-Senf, Honig und Bourbon gründlich verrühren. Sobald die Keule eine Kerntemperatur von ungefähr 75 °C erreicht hat und die Oberfläche fest ist, die Glasur erstmals dünn auftragen. In den letzten zwei bis drei Garstunden alle 60–90 Minuten erneut dünn bestreichen. Nicht ständig den Deckel öffnen, damit die indirekte Hitze stabil bleibt.
Daran erkennst du es: Feste Oberfläche vor dem ersten dünnen Glasurauftrag
Die Keule weiter im Smoker garen, bis sie je nach Zuschnitt etwa 90–94 °C Kerntemperatur erreicht und ein Einstichthermometer ohne deutlichen Widerstand in das Fleisch gleitet. Der Knochen sollte sich leicht bewegen lassen. Rechne insgesamt mit etwa 10–14 Stunden; die Zartheitsprüfung entscheidet über das Ende, nicht allein die Uhrzeit.
Daran erkennst du es: 90–94 °C Kerntemperatur, ein Einstich ohne deutlichen Widerstand und ein leicht beweglicher Knochen
Die fertige Keule vom Smoker nehmen, locker in Metzgerpapier oder Alufolie einschlagen und 60–90 Minuten ruhen lassen. Dabei verteilen sich die Fleischsäfte wieder im Inneren und die Oberfläche bleibt geschützt.
Für Scheiben das Fleisch quer zur Faser schneiden. Wenn die Keule besonders weich gegart ist, lässt sie sich auch grob zupfen. Mit etwas aufgefangenem Bratensaft aus der Ruhephase servieren.
Daran erkennst du es: Fleisch lässt sich quer zur Faser schneiden oder ohne großen Widerstand grob zupfen
Gut zu wissen
Eine ganze hintere Schweinekeule mit Knochen sollte am besten einige Tage vorher beim Metzger bestellt werden. Haut entfernen lassen und etwa 1 cm Fettauflage belassen.
Quebracho-Holzkohle ist bei Fachhändlern für südamerikanisches Grillen, in gut sortierten Grillshops oder online erhältlich. Hochwertige Holzkohle aus anderem Hartholz ist ebenfalls möglich.
Die vier Apfelholzstücke werden nicht alle gleichzeitig eingesetzt. Zwei Stücke kommen zu Beginn auf die Glut, zwei weitere folgen in den ersten vier bis fünf Garstunden.
Der kleinere Zuschnitt erreicht die Zartheit meist früher und kann etwas weniger lange im Smoker benötigen.
Die Keule wie beschrieben injizieren und würzen, aber ab etwa 85 °C Kerntemperatur häufiger die Zartheit prüfen.
Sie kann etwas schneller abbrennen und milder schmecken als Quebracho-Holzkohle.
Die Glut so einregeln, dass der Smoker stabil im Bereich von 120–130 °C bleibt.
Die Keule klar vom direkten Hitzebereich trennen, den Smoker vor dem Auflegen einregeln und die Temperatur regelmäßig mit dem Garraumthermometer kontrollieren.
Die Luftzufuhr und Brennstoffmenge vorsichtig anpassen, bis der Garraum wieder stabil im Bereich von 120–130 °C liegt.
Erst bei ungefähr 75 °C Kerntemperatur und fester Oberfläche glasieren und nur dünne Schichten auftragen.
Stark verbrannte Glasur vorsichtig entfernen und die letzten Glasurschichten dünner auftragen.
Bis zur angegebenen Kerntemperatur weitergaren und den Einstich sowie die Beweglichkeit des Knochens prüfen.
Die Keule weitergaren, bis das Einstichthermometer ohne deutlichen Widerstand hineingleitet.
Die Flüssigkeit vollständig abkühlen lassen und erst danach passieren und injizieren.
Die Schweinekeule lässt sich auch in einem Kamado mit indirekter Hitze langsam garen. Die Rauchphase bleibt auf die ersten Stunden konzentriert, während die Keule bis zur beschriebenen Zartheit weitergart.
Die Kräuterflüssigkeit herstellen, vollständig abkühlen lassen, die Keule injizieren und mit der trockenen Würzmischung einreiben. Anschließend 12–18 Stunden abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.
Häufig gefragt
Verwendet wird eine ganze hintere Schweinekeule mit Knochen, entfernter Haut und etwa 1 cm Fettauflage. Eine 6–7 kg schwere Keule ist ebenfalls möglich und wird meist früher zart.
Die Smoker-Garung dauert etwa 10–14 Stunden. Maßgeblich sind eine Kerntemperatur von ungefähr 90–94 °C, geringer Einstichwiderstand und ein leicht beweglicher Knochen.
Die erste dünne Schicht kommt auf, sobald die Keule ungefähr 75 °C Kerntemperatur erreicht hat und die Oberfläche fest ist. In den letzten zwei bis drei Garstunden wird sie alle 60–90 Minuten erneut dünn aufgetragen.
Ja. Hochwertige Holzkohle aus anderem Hartholz eignet sich als Alternative, kann aber etwas schneller abbrennen und milder schmecken.
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