Ganzes Lamm vorbestellen
Ein küchenfertiges Tier mit 15–20 kg ist meist nur auf Vorbestellung bei einer Metzgerei, einem Schlachtbetrieb oder einem Direktvermarkter erhältlich.
Ganzes Lamm am Drehspieß
Ein ganzes, 15–20 kg schweres Lamm wird am stabil befestigten Drehspieß über Holzkohlenglut langsam gegart, regelmäßig mit einer Rotwein-Kräuter-Marinade bepinselt und anschließend in große Stücke zerlegt serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Ein ganzes Lamm, langsam rotierend über Holzkohlenglut gegart, wird zum Mittelpunkt einer großen Grillrunde. Diese norwegisch geprägte Variante setzt auf eine einfache Marinade, kontrollierte Glut und regelmäßiges Bepinseln. Am Ende wird das Tier in Schulter, Keule, Rippen und Rücken zerlegt, sodass jede Partie ihren eigenen Charakter zeigt.
Außen kräftig gebräunt und würzig, mit rauchigen Röstaromen und einer leicht glänzenden Oberfläche; im Inneren je nach Kerntemperatur saftig rosa bis vollständig durchgegart. Schulter, Keule, Rippen und Rücken bieten unterschiedliche Texturen und Fettanteile.
Schritt für Schritt
Das vollständig aufgetaute Lamm auspacken, trocken tupfen und lose Haut- oder Gewebereste entfernen. Vor dem Grillen darf es leicht temperiert sein, soll aber nicht lange ungekühlt stehen.
Wichtig: Rohes Lamm getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Arbeitsflächen danach gründlich reinigen.
Öl, Rotwein, Wasser, Pfeffer, Paprikapulver, Rosmarin und Salz in einem großen Gefäß gründlich verrühren. Die Marinade 60 Minuten ziehen lassen; diese Zeit kann parallel zu weiteren Vorbereitungen genutzt werden.
Die Rippen unmittelbar an der Wirbelsäule vorsichtig einschneiden, damit sich der Brustkorb etwas öffnen lässt. Das Lamm nicht füllen; der Bauchraum bleibt frei, damit es sicher und ausgewogen auf dem Spieß sitzt.
Wichtig: Beim Schneiden das Lamm stabil auf dem Schneidebrett lagern und die Klinge vom Körper wegführen.
Den Drehspieß durch den Bauchraum dicht an der Wirbelsäule entlangführen. Das Lamm an mindestens fünf Stellen befestigen: Den Draht jeweils durch den Rücken führen, um den Spieß legen und auf der Innenseite mit der Zange straff verdrillen. Beine und lose Partien nur so zusätzlich sichern, wie es die Anleitung des Drehspießes vorsieht. Das Lamm von Hand drehen und prüfen, dass es ausgewogen läuft und nirgends am Rahmen anschlägt.
Daran erkennst du es: Der Spieß läuft von Hand gleichmäßig und das Lamm schlägt beim Drehen nicht am Rahmen an.
Wichtig: Nur einen Drehspieß und Motor verwenden, die ausdrücklich für das Gewicht des Lamms ausgelegt sind.
Einen Temperaturfühler von hinten in die dickste Stelle der Keule setzen. Den zweiten Fühler vorne zwischen Schulter und Brust platzieren. Beide Fühler dürfen keinen Knochen berühren.
Daran erkennst du es: Beide Fühler sitzen in dicken Fleischpartien und nicht am Knochen.
Wichtig: Die Kerntemperatur an der dicksten Stelle messen; eine Messung direkt am Knochen kann verfälscht sein.
Zunächst etwa 5 kg Holzkohle in der Mitte des Grills entzünden. Sobald kräftige Glut entstanden ist, diese unter die Vorder- und Hinterpartie des Lamms verteilen. Unter der Mitte des Tieres bleibt weniger Glut, damit der Rücken nicht zu schnell dunkel wird. Während des Grillens nach und nach weitere Holzkohle ergänzen; insgesamt werden meist 20–25 kg benötigt.
Daran erkennst du es: Die Holzkohle ist zu kräftiger Glut geworden und zeigt keine hohen offenen Flammen.
Wichtig: Holzkohle nur in geeigneter, gut belüfteter Umgebung verwenden und offene Flammen vom Fleisch fernhalten.
Den Drehspieß in den stabilen Rahmen einsetzen, den Motor einschalten und das Lamm langsam und gleichmäßig rotieren lassen. Eine Auffangschale unter dem Tier verhindert, dass Fett direkt in die Glut tropft.
Daran erkennst du es: Das Lamm rotiert langsam und gleichmäßig, ohne am Rahmen anzuschlagen.
Wichtig: Keine offenen Flammen am Fleisch hochschlagen lassen; bei Fettbrand die Hitze sofort kontrollieren.
Das Lamm zunächst mit der Marinade bepinseln. Während des gesamten Grillens etwa alle 5 Minuten dünn nachpinseln. Die Höhe über der Glut so anpassen, dass die Oberfläche kräftig bräunt, aber nicht verbrennt. Wenn Fett aufflammt, die Glut mit der langen Zange auseinanderziehen und das Lamm vorübergehend höher setzen.
Daran erkennst du es: Die Oberfläche bräunt kräftig, ohne zu verbrennen, und das Lamm bleibt gleichmäßig in Bewegung.
Wichtig: Marinade, die mit rohem Fleisch in Kontakt war, später nicht ungekocht als Sauce verwenden.
Das Lamm je nach Größe etwa 2,5 bis 4 Stunden rotieren lassen. Die Zeit ist nur ein Richtwert. Es ist fertig, wenn an beiden Messstellen mindestens 70 °C erreicht sind. Für vollständig durchgegartes Fleisch auf 76 °C weitergrillen. Die Temperatur jeweils an der dicksten Stelle und nicht direkt am Knochen prüfen.
Daran erkennst du es: An beiden Messstellen werden mindestens 70 °C erreicht; für vollständig durchgegartes Fleisch 76 °C.
Wichtig: Vor dem Servieren beide Messstellen kontrollieren und die Fühler nicht am Knochen platzieren.
Den Motor ausschalten, den Spieß mit hitzefesten Handschuhen aus dem Rahmen nehmen und das Lamm 20 Minuten ruhen lassen. Übrig gebliebene Marinade, die mit dem rohen Fleisch in Kontakt war, nicht als Sauce verwenden.
Daran erkennst du es: Die Ruhezeit ist beendet und das Lamm lässt sich sicher weiterzerlegen.
Wichtig: Den heißen Spieß und das Lamm nur mit geeigneter Hitzeschutzausrüstung bewegen.
Zuerst die Keulen und Schultern lösen, dann die Rippen zwischen den Knochen aufteilen. Den Rücken vorsichtig vom Spieß heben und das Fleisch in kräftige Scheiben schneiden. Unterschiedliche Stücke gemeinsam auf einer großen Platte anrichten und direkt vom Spieß servieren.
Daran erkennst du es: Keulen, Schultern, Rippen und Rücken sind sicher gelöst und portionsgerecht angerichtet.
Wichtig: Beim Zerlegen auf den heißen Spieß und scharfe Knochen achten.
Gut zu wissen
Ein küchenfertiges Tier mit 15–20 kg ist meist nur auf Vorbestellung bei einer Metzgerei, einem Schlachtbetrieb oder einem Direktvermarkter erhältlich.
Sojaöl oder Rapsöl eignen sich als geschmacklich zurückhaltende Öle für die Marinade und zum wiederholten Bepinseln.
Die Gesamtmenge von 20–25 kg wird nach und nach ergänzt. Die benötigte Menge hängt von Grillgröße, Wärmestärke und Grilldauer ab.
Geschmacklich zurückhaltend; die Marinade verändert sich nur geringfügig.
Das Sojaöl vollständig durch dieselbe Menge neutrales Rapsöl ersetzen.
Den Spieß dicht an der Wirbelsäule führen, mindestens fünf Befestigungsstellen setzen und das Lamm vor dem Einschalten von Hand drehen.
Motor ausschalten, das Lamm sichern und die Befestigung beziehungsweise Balance korrigieren.
Die Glut vor allem unter Vorder- und Hinterpartie verteilen und unter der Mitte weniger Glut lassen.
Das Lamm vorübergehend höher setzen und die mittlere Glut auseinanderziehen.
Eine Auffangschale verwenden und die Glut kontrolliert verteilen.
Glut mit langer Zange auseinanderziehen und das Lamm vorübergehend höher setzen.
An beiden Messstellen regelmäßig die Kerntemperatur prüfen.
Bei erreichtem Zielwert den Motor ausschalten und das Lamm ruhen lassen.
Kontaktmarinade nicht als Sauce verwenden.
Das Lamm bis zu einer Kerntemperatur von 76 °C weitergrillen, wenn vollständig durchgegartes Fleisch gewünscht ist.
Ein kleineres Lamm kann verwendet werden, gart aber deutlich schneller als das im Rezept zugrunde gelegte 15–20-kg-Tier.
Die Marinade kann bis zu 60 Minuten vor dem Grillen angesetzt und während weiterer Vorbereitungen ziehen gelassen werden. Das rohe Lamm nicht unnötig lange ungekühlt stehen lassen.
Häufig gefragt
Die Grillzeit beträgt etwa 2,5 bis 4 Stunden und hängt vor allem von Gewicht, Abstand zur Glut und Wärmestärke ab. Entscheidend ist die Kerntemperatur, nicht allein die Zeit.
Das Rezept nennt mindestens 70 °C an beiden Messstellen. Für vollständig durchgegartes Fleisch wird bis 76 °C weitergegrillt.
Nein. Die Marinade wird 60 Minuten ziehen gelassen. Im Ablauf wird das Lamm während des Grillens damit bepinselt.
Insgesamt werden meist 20–25 kg Holzkohle benötigt. Zunächst werden etwa 5 kg entzündet, danach wird nach und nach weitere Holzkohle ergänzt.
Ja, sofern an beiden Messstellen mindestens 70 °C erreicht sind. Für vollständig durchgegartes Fleisch wird bis 76 °C weitergegrillt.
Nein, Marinade mit Kontakt zum rohen Fleisch darf nicht roh als Sauce verwendet werden.
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