Armenischer Lavash direkt vom Grill

Dünner armenischer Fladen

Hauchdünnes armenisches Weizenfladenbrot aus Hefeteig, das auf dem Grill über direkter starker Hitze in kurzer Zeit aufgebläht und gebräunt wird.

Zum Rezept
Armenischer Lavash direkt vom Grill
Vorbereitung 50 Minuten
Kochen / Backen 10 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 3 Stunden
Gesamtzeit ca. 4 Stunden
Menge 8 Fladen
Gerichtsform und Gerichtsart Fladenbrote
Prägende Zutatenfamilie Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Grillen
Geprüfte Rezept-Eignung Vegan, Vegetarisch (Ei und Milch möglich)
Servierrolle Als Beilage vorgesehen
Grill-Hitzeanordnung Direkte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Der Vorteig verbessert die Teigstruktur und gibt dem Lavash trotz der kurzen Grillzeit Elastizität.
  • Sehr dünnes Ausrollen sorgt dafür, dass die Fladen direkt über der Hitze schnell garen und Blasen bilden.
  • Das kurze Wenden verhindert Austrocknen und erhält die weiche, biegsame Textur.

Armenischer Lavash ist ein hauchdünnes Weizenfladenbrot, das traditionell an den heißen Wänden eines holzbefeuerten Tonirs gebacken wird. In dieser Grillfassung übernimmt direkte, sehr starke Hitze die Aufgabe des Tonirs. Der dünn ausgerollte Teig gart in kurzer Zeit und entwickelt aufgeblähte Stellen sowie goldene Röstblasen.

Warm ist der Lavash weich, elastisch und leicht zäh mit aufgeblähten Stellen und goldbraunen Röstblasen. Er duftet mild nach Weizen und Hefe und lässt sich gut zusammenlegen oder rollen.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig zubereiten und grillen

  1. Vorteig ansetzen

    Für den Vorteig 70 g Weizenmehl, 70 ml lauwarmes Wasser und 1 g Instanthefe in einer Schüssel zu einer dicken Paste verrühren. Abdecken und bei Raumtemperatur etwa 1 Stunde stehen lassen, bis die Masse sichtbar lockerer ist und kleine Blasen zeigt.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Masse wirkt lockerer und zeigt kleine Blasen.

    • Eine Abdeckung verhindert, dass die Oberfläche austrocknet.
  2. Hauptteig mischen

    240 ml lauwarmes Wasser, 15 ml neutrales ÖlÖl mit möglichst wenig Eigengeschmack für Braten, Backen und Marinaden. und 10 g Salz zum Vorteig geben. Das Mehl nach und nach einarbeiten, bis ein zunächst leicht klebriger Teig entsteht. Den Teig abdecken und 20 Minuten ruhen lassen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist vollständig verbunden und zunächst leicht klebrig.

    • Das Mehl portionsweise einarbeiten, damit der Teig nicht unnötig fest wird.
  3. Teig kneten

    Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche 5 bis 7 Minuten kneten, bis er glatt und elastisch ist. Nur so viel zusätzliches Mehl verwenden, dass der Teig nicht an Händen und Fläche klebt.

    6 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt und elastisch.

    • Zusätzliches Mehl sparsam verwenden, damit die Fladen weich bleiben.
  4. Teig ruhen lassen

    Den Teig zurück in die Schüssel legen, abdecken und 1 Stunde ruhen lassen. Er muss dabei nicht zwingend sein Volumen verdoppeln, sollte aber deutlich entspannter wirken.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig wirkt deutlich entspannter.

    • Eine Verdopplung des Volumens ist hier nicht erforderlich.
  5. Teig portionieren

    Den Teig in 8 gleich große Stücke von jeweils etwa 100 g teilen. Jedes Stück zu einer glatten Kugel schleifen, mit Abstand auf ein leicht bemehltes Blech setzen und abdecken. Weitere 1 Stunde ruhen lassen.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Teigkugeln sind entspannt und lassen sich gut ausrollen.

    • Gleich große Teigkugeln erleichtern einheitliche Fladen und gleichmäßiges Grillen.
  6. Grill vorbereiten

    Einen Gasgrill auf starke direkte Hitze vorheizen oder einen Holzkohlegrill mit gleichmäßig verteilter Glut vorbereiten. Die Roste gründlich reinigen. Falls ein Deckelthermometer vorhanden ist, sind etwa 250 bis 300 °C am Deckel ein guter Richtwert. Der Grill ist bereit, wenn die Hand über dem Rost nur 3 bis 5 Sekunden in der Hitze bleiben kann.

    Daran erkennst du es: Der Grill ist sehr heiß und der Rost sauber.

    • Eine gleichmäßig verteilte Glut verhindert stark unterschiedliche Garstellen.

    Wichtig: Vorsicht an Rost, Glut und heißen Grillflächen.

  7. Fladen ausrollen

    Eine Teigkugel auf der leicht bemehlten Fläche zunächst flach drücken. Mit dem Nudelholz sehr dünn zu einem Oval von etwa 33 × 23 cm ausrollen. Der Rand darf etwas kräftiger bleiben, die Mitte sollte möglichst gleichmäßig dünn sein. Überschüssiges Mehl leicht abstreifen.

    Daran erkennst du es: Der Teig ist sehr dünn und gleichmäßig ausgerollt.

    • Die Mitte besonders dünn ausrollen, damit sie auf dem Grill schnell Blasen bildet.
  8. Erste Grillseite garen

    Ein flaches Blech dünn mit Öl bestreichen und den ausgerollten Teig darauflegen. Die Oberseite ebenfalls sehr dünn mit Öl bepinseln. Den Teig vorsichtig über den heißen, sauberen Rost legen, den Deckel schließen und 25 Sekunden grillen.

    Daran erkennst du es: Die erste Seite beginnt sichtbar aufzuplähen und leicht zu bräunen.

    • Den Fladen vorsichtig auflegen, damit er nicht einreißt oder sich verzieht.

    Wichtig: Nicht mit den Händen über den heißen Rost greifen.

  9. Fladen wenden

    Den Fladen mit einer Grillzange wenden und ohne Deckel weitere 25 Sekunden grillen, bis er an mehreren Stellen aufgebläht und gleichmäßig gebräunt ist. Für stärkere Röststellen den Fladen noch einmal kurz wenden, aber nicht austrocknen lassen.

    Daran erkennst du es: Mehrere aufgeblähte Stellen und eine gleichmäßige Bräunung zeigen, dass der Fladen fertig ist.

    • Die kurzen Grillintervalle genau beobachten, da dünne Fladen schnell austrocknen.

    Wichtig: Grillzange und Rost sind sehr heiß.

  10. Übrige Fladen grillen

    Den fertigen Lavash auf ein sauberes Blech legen und mit einem trockenen Küchentuch abdecken. Die übrigen Teigstücke ebenso ausrollen und nacheinander grillen. Die Hitze zwischen den Durchgängen kontrollieren, damit die dünnen Fladen nicht verbrennen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Alle Fladen sind aufgebläht, weich und gleichmäßig gebräunt.

    • Die fertigen Fladen sofort abdecken, damit sie weich bleiben.

    Wichtig: Die Grillhitze zwischen den Durchgängen kontrollieren und Verbrennungen vermeiden.

  11. Warm servieren oder auffrischen

    Lavash am besten warm und weich servieren. Wird ein Fladen beim Abkühlen zu fest, dünn mit Wasser besprühen, unter dem Tuch 20 bis 30 Minuten ruhen lassen und anschließend zusammenlegen oder rollen.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Fladen ist wieder weich und biegsam.

    • Nur dünn besprühen, damit der Fladen nicht durchweicht.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Mitte besonders dünn ausrollen: Eine gleichmäßig dünne Mitte ist entscheidend, damit der Lavash auf der direkten Grillhitze schnell gart und typische aufgeblähte Stellen entwickelt.
  • Fertige Fladen abdecken: Das trockene Küchentuch hält die fertigen Fladen warm und hilft, ihre weiche, biegsame Struktur zu bewahren.
  • Hitze zwischen den Durchgängen kontrollieren: Die dünnen Fladen reagieren empfindlich auf zu starke oder ungleichmäßige Hitze. Den Grill zwischen den Durchgängen prüfen und bei Bedarf regulieren.

Zutatenwissen

Weizenmehl Type 550

Das Type-550-Mehl bildet die Weizenbasis des Teigs. Zusätzliches Mehl zum Formen nur sparsam verwenden, damit der Lavash weich bleibt.

Neutrales Öl getrennt verwenden

Die 15 ml im Hauptteig und die separat dosierten 15 ml zum Bestreichen und Einölen des Blechs erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten nicht zusammengelegt werden.

Instanthefe im Vorteig

Die kleine Menge Instanthefe lockert den Vorteig während der einstündigen Ruhezeit sichtbar auf.

Sinnvolle Alternativen

Anderes mildes neutrales Pflanzenöl

Der Geschmack bleibt ähnlich; stark aromatische Öle würden den milden Weizengeschmack stärker verändern.

Das Ersatzöl in derselben Menge verwenden, getrennt für Teig sowie zum Bestreichen und Einölen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Lavash wird fest oder trocken.

Zusätzliches Mehl nur so sparsam verwenden, dass der Teig nicht klebt.

Den fertigen Fladen unter einem trockenen Tuch ruhen lassen und bei Bedarf dünn mit Wasser besprühen.

Der Fladen gart ungleichmäßig und bildet kaum Blasen.

Die Mitte möglichst gleichmäßig dünn ausrollen und nur den Rand etwas kräftiger lassen.

Der Fladen verbrennt, bevor er weich und gebräunt ist.

Die kurzen Garzeiten einhalten, den Fladen beobachten und die Hitze zwischen den Durchgängen kontrollieren.

Stark verbrannte Stellen entfernen; bei nur kräftiger Röstung den Fladen sofort abdecken, damit er nicht weiter austrocknet.

Die fertigen Fladen werden beim Abkühlen hart.

Fertige Fladen sofort unter dem trockenen Tuch sammeln und die Grillzeit kurz halten.

Den Fladen dünn mit Wasser besprühen und 20 bis 30 Minuten unter dem Tuch ruhen lassen.

Varianten

Lavash vom Holzkohlegrill

Die Grillfassung mit gleichmäßig verteilter Holzkohle statt Gasflamme zubereiten.

Besonders weicher Lavash

Die Fladen nach dem Grillen konsequent abdecken und nicht bis zu starken Röststellen weitergrillen.

Servieren und kombinieren

  • Zu Grillgerichten servieren: Lavash warm und weich als Fladenbrot zu Grillgerichten reichen. Er kann zusammengelegt oder gerollt werden.
  • Zusammenlegen oder rollen: Die warmen Fladen direkt vom Blech zusammenlegen oder rollen, damit sie sich gut als essbare Beilage verwenden lassen.

Allergene und Nährwerte

  • Gluten: enthält · Das Rezept enthält Weizenmehl Type 550.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wie heiß sollte der Grill für Lavash sein?

Den Grill auf starke direkte Hitze vorheizen. Falls ein Deckelthermometer vorhanden ist, sind etwa 250 bis 300 °C am Deckel ein guter Richtwert. Der Grill ist bereit, wenn die Hand über dem Rost nur 3 bis 5 Sekunden in der Hitze bleiben kann.

Wie bleibt Lavash nach dem Grillen weich?

Die fertigen Fladen sofort auf ein sauberes Blech legen und mit einem trockenen Küchentuch abdecken. Zu fest gewordene Fladen können dünn mit Wasser besprüht und 20 bis 30 Minuten unter dem Tuch ruhen gelassen werden.

Muss sich der Teig während der ersten Ruhezeit verdoppeln?

Nein. Nach der einstündigen Ruhezeit sollte der Teig deutlich entspannter wirken, muss sein Volumen aber nicht zwingend verdoppelt haben.

Aus unserer Küche

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