Ungesüßtes Kokoswasser verwenden
Ungesüßtes, nicht aromatisiertes Kokoswasser eignet sich am besten. Trinkkokoswasser aus dem Karton schmeckt meist etwas milder als frisches Kokoswasser.
Indonesische Hähnchenkeulen
Saftige Hähnchenober- und -unterkeulen werden in Kokoswasser, Kokosmilch und indonesischen Gewürzen sanft gegart und anschließend über direkter Holzkohlenglut gegrillt. Die eingekochte Bumbu sorgt für eine glänzende, würzige Grillkruste; dazu passt Sambal Limau.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Ayam Bakar Kalasan wird im Raum Kalasan bei Yogyakarta verortet. Für diese indonesische Grillfassung werden Hähnchenteile zuerst in Kokoswasser, Kokosmilch und Gewürzen ungkep gegart und anschließend über direkter Holzkohlenglut gebräunt. So bleibt das Fleisch saftig, während die würzige Bumbu an der Haut angenehm karamellisiert.
Die Haut wird glänzend, dunkel karamellisiert und von deutlichen Grillspuren geprägt. Darunter bleibt das Fleisch zart und saftig; Kokosmilch, Koriander, Galgant und Zitronengras geben der Bumbu eine warme, aromatische Tiefe. Das Sambal schmeckt scharf, salzig, umami-reich und spritzig.
Schritt für Schritt
Die Hähnchenteile trocken tupfen. An besonders dicken Stellen jeweils einen flachen Schnitt bis kurz vor den Knochen setzen, damit die Bumbu gleichmäßig einzieht.
Daran erkennst du es: Die Stücke sind trocken getupft und an den dicksten Stellen flach eingeschnitten.
Schalotten, Knoblauch, Kemiri-Nüsse, Koriandersaat, Kreuzkümmelsaat und Ingwer mit 3 EL vom Kokoswasser in einem Mixer oder Mörser zu einer möglichst glatten Paste verarbeiten.
Daran erkennst du es: Die Paste ist möglichst glatt und enthält keine großen Stücke von Schalotten oder Nüssen.
Die Paste mit dem restlichen Kokoswasser, der Kokosmilch, Galgant, Zitronengras, Daun salam, Palmzucker und Salz in einen breiten Topf geben. Die Hähnchenteile mit der Hautseite nach oben hineinlegen. Alles langsam aufkochen, dann bei kleiner Hitze 45–55 Minuten sanft köcheln lassen. Die Stücke etwa alle 15 Minuten wenden. Die Flüssigkeit soll deutlich einkochen und das Hähnchen weich werden, aber nicht trocken ansetzen.
Daran erkennst du es: Die Flüssigkeit ist deutlich reduziert, das Hähnchen ist weich und an der dicksten Stelle mindestens 74 °C heiß.
Wichtig: Hähnchen an der dicksten Stelle vollständig durchgaren; die Kerntemperatur soll mindestens 74 °C erreichen.
Die Hähnchenteile aus dem Topf heben und 15 Minuten abkühlen lassen. Die Bumbu-Flüssigkeit durch ein Sieb in einen kleinen Topf gießen und etwa 5–8 Minuten einkochen, bis sie dickflüssig und streichfähig ist. Die vollständig gegarte Bumbu wird später als haftender Grillanstrich verwendet.
Daran erkennst du es: Die Bumbu ist dickflüssig, glänzend und lässt sich dünn verstreichen.
Den Holzkohlegrill für eine mittlere Zweizonenhitze von etwa 180–200 °C vorbereiten. Eine direkte und eine indirekte Zone einrichten.
Daran erkennst du es: Der Grill hält ungefähr 180–200 °C und bietet eine deutlich getrennte direkte und indirekte Zone.
Die Hähnchenteile zunächst 3–4 Minuten mit der Hautseite über die direkte Hitze legen, dann wenden und weitere 3–4 Minuten grillen. Wenn die Oberfläche zu schnell dunkel wird, die Stücke in den indirekten Bereich ziehen.
Daran erkennst du es: Die Haut trägt erste dunkle Grillspuren, ohne zu verbrennen.
Wichtig: Das Hähnchen muss an der dicksten Stelle mindestens 74 °C erreichen.
Die eingekochte Bumbu in den letzten 1–2 Minuten dünn auf beide Seiten streichen und die Stücke noch einmal wenden. Weitergrillen, bis die Haut glänzt, dunkle Grillspuren trägt und das Fleisch an der dicksten Stelle mindestens 74 °C erreicht. Die Bumbu nicht früher dick auftragen, damit der Palmzucker nicht verbrennt.
Daran erkennst du es: Die Haut glänzt, ist dunkel karamellisiert und trägt deutliche Grillspuren; die Kerntemperatur beträgt mindestens 74 °C.
Wichtig: Vor dem Servieren die Kerntemperatur an der dicksten Stelle prüfen.
Chilischoten, Terasi, Palmzucker und Salz im Mörser zerreiben. Den Saft der Jeruk limau unterrühren. Die gegrillten Hähnchenteile mit dem Sambal Limau servieren.
Daran erkennst du es: Das Sambal ist grob-cremig zerstoßen und mit Limettensaft vermischt.
Gut zu wissen
Ungesüßtes, nicht aromatisiertes Kokoswasser eignet sich am besten. Trinkkokoswasser aus dem Karton schmeckt meist etwas milder als frisches Kokoswasser.
Indonesische Kerzennüsse sind meist im Asia-Markt oder Onlinehandel erhältlich. Macadamianüsse können einspringen, machen die Bumbu aber etwas süßer und weniger charakteristisch.
Indonesische Lorbeerblätter schmecken anders als europäischer Lorbeer. Wenn Daun salam fehlt, lässt du es besser weg, statt die Menge mit normalem Lorbeer zu ersetzen.
Frischer oder tiefgekühlter Galgant ist im Asia-Markt erhältlich. Ingwer kann ihn ersetzen, bringt aber eine schärfere und weniger zitronige Würze.
Gewöhnliche Limetten funktionieren ebenfalls, schmecken meist aber etwas saurer und weniger blumig als Jeruk limau.
Geröstete Garnelenpaste gibt dem Sambal sein kräftiges Umami und den typischen Duft. Sie ist in kleinen Blöcken oder Gläsern im Asia-Markt erhältlich.
Die Bumbu wird etwas süßer und weniger charakteristisch.
Die Kemiri-Nüsse im gleichen Mengenverhältnis durch Macadamianüsse ersetzen und wie beschrieben mit den übrigen Bumbu-Zutaten mixen oder mörsern.
Die Würze wird schärfer und weniger zitronig.
Den Galgant durch die gleiche Länge Ingwer ersetzen und mit den Aromaten in den Topf geben.
Das Sambal schmeckt meist etwas saurer und weniger blumig.
Den Saft gewöhnlicher Limetten anstelle von Jeruk-limau-Saft unter das zerstoßene Sambal rühren.
Die Umami-Note bleibt erhalten, der typische Duft von Terasi verändert sich deutlich.
Fischsauce sparsam in das zerstoßene Sambal einrühren und erst danach mit Salz abschmecken.
Die Bumbu erst in den letzten 1–2 Minuten dünn auf beide Seiten streichen und die direkte Hitze aufmerksam beobachten.
Die Hähnchenteile sofort in die indirekte Zone ziehen und dort fertig garen.
Das Hähnchen nur sanft köcheln lassen und die Stücke regelmäßig wenden.
Nicht angebrannte Stücke vorsichtig in einen sauberen Topf umsetzen und die angebrannte Flüssigkeit zurücklassen.
Die Bumbu 5–8 Minuten einkochen, bis sie dickflüssig und streichfähig ist.
Die Bumbu etwas länger reduzieren und erst danach sehr dünn auftragen.
Nach dem direkten Anrösten bei Bedarf in die indirekte Zone wechseln und die Kerntemperatur kontrollieren.
Die Stücke mit etwas restlicher Bumbu servieren, sofern noch vollständig gegart und nicht verbrannt.
Für eine leichter erhältliche Variante wird Jeruk limau durch gewöhnliche Limetten ersetzt.
Macadamianüsse übernehmen die bindende Funktion der Kemiri-Nüsse und geben der Bumbu eine etwas süßere, mildere Nussnote.
Häufig gefragt
Ungkep bezeichnet hier das sanfte Garen der Hähnchenteile in einer würzigen Flüssigkeit aus Kokoswasser, Kokosmilch und Gewürzen, bevor sie auf den Grill kommen.
Kokoswasser bildet zusammen mit Kokosmilch die aromatische Garflüssigkeit und gehört zum charakteristischen Profil dieser Kalasan-Variante.
Die eingekochte Bumbu wird erst in den letzten 1–2 Minuten dünn aufgetragen. So kann der Palmzucker karamellisieren, ohne früh zu verbrennen.
Besser nicht. Europäischer Lorbeer schmeckt anders; wenn Daun salam fehlt, lässt du ihn in diesem Rezept besser weg.
Fischsauce kann etwas Umami liefern, verändert aber den typischen Duft des Sambals deutlich.
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