Gebackene Char-Siu-Bao

Kantonesisches Bao-Gericht

Weiche, leicht süße Hefeteigtaschen mit würzig-süßem, indirekt gegrilltem Char-Siu-Schweinefleisch und glänzender Glasur.

Zum Rezept
Gebackene Char-Siu-Bao mit Grill-Char-Siu
Vorbereitung 80 Minuten
Kochen / Backen 100 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 13 Stunden
Gesamtzeit ca. 14 Stunden
Menge 10 Stück
Gerichtsform und Gerichtsart Klöße und Teigtaschen
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Grillen
Würzanwendung Glasieren, Marinieren, Während des Garens bestreichen oder begießen
Grill-Hitzeanordnung Direkte Grillzone, Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das indirekte Grillen gart die Schweineschulter gleichmäßig, während die direkte Hitze zum Schluss für eine glänzende, leicht karamellisierte Glasur sorgt.
  • Die Marinade aus Hoisin, Sojasauce, Shaoxing-Reiswein, Honig, Gewürzen und fermentiertem Bohnenquark gibt dem Schweinefleisch eine kräftige süß-würzige Tiefe.
  • Die abgekühlte, gebundene Füllung lässt sich sauber in den Hefeteig einschließen und bleibt beim Backen aromatisch und saftig.
  • Das Backen statt Dämpfen sorgt für eine goldbraune Oberfläche und macht die Bao besonders gut zum warmen Teilen geeignet.

Gebackene Char-Siu-Bao verbinden weiches, leicht süßes Hefebrot mit würzig-süßem kantonesischem BBQ-Schweinefleisch. Für diese Grillversion wird die Schweineschulter zunächst indirekt gegart, anschließend über direkter Hitze glasiert und danach fein gewürfelt als Füllung verwendet. Die Bao werden im Backofen goldbraun gebacken und warm serviert.

Außen sind die Bao goldbraun und weich, mit einer zarten, leicht süßen Hefekruste. Im Inneren treffen saftige, würzig-süße Schweinefleischstücke auf eine glänzend gebundene Hoisin-Füllung. Honig und brauner Zucker sorgen für karamellisierte Noten, während fermentierter Bohnenquark, Fünf-Gewürze-Pulver und weißer Pfeffer eine herzhafte, warme Würze beisteuern.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Marinieren und grillen

  1. Marinade anrühren und Fleisch marinieren

    Sojasauce, Hoisinsauce, Shaoxing-Reiswein, Honig, braunen Zucker, Sesamöl, Fünf-Gewürze-Pulver, weißen Pfeffer, Knoblauch und fermentierten Bohnenquark glatt verrühren. 60 g der Marinade in ein sauberes Gefäß geben und abgedeckt kalt stellen. Die Schweineschulter in drei etwa 4 cm dicke Streifen schneiden, mit der übrigen Marinade gründlich vermengen und abgedeckt 8–12 Stunden im Kühlschrank marinieren.

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist vollständig mit Marinade überzogen und die Marinade ist glatt verrührt.

    • Die zurückbehaltene Marinade sauber abfüllen und getrennt vom rohen Fleisch kalt stellen.

    Wichtig: Die gebrauchte Marinade nicht für später aufbewahren; sie wird im nächsten Schritt entsorgt.

  2. Zwei-Zonen-Grill vorbereiten

    Am Grill eine Zwei-Zonen-Glut für 150–160 °C indirekte Hitze vorbereiten. Bei einem Gasgrill nur einen Brenner einschalten; bei einem Holzkohlegrill die Kohlen auf eine Seite schieben. Eine Tropfschale unter den indirekten Bereich stellen. Das Schweinefleisch aus der Marinade nehmen und die gebrauchte Marinade entsorgen.

    155 °C

    Daran erkennst du es: Die direkte und die indirekte Grillzone sind klar getrennt, und die Tropfschale steht unter dem Fleischbereich.

    • Bei Holzkohle die Kohlen vollständig auf eine Seite schieben, damit die kühle Grillseite ausreichend groß bleibt.

    Wichtig: Die Marinade, die Kontakt mit dem rohen Fleisch hatte, vollständig entsorgen.

  3. Schweinefleisch indirekt garen

    Die zurückbehaltene Marinade in einem kleinen Topf mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. Das marinierte Schweinefleisch auf die kühle Grillseite legen, den Deckel schließen und 45–60 Minuten indirekt grillen. Nach etwa 30 Minuten wenden und mit der abgekochten Marinade bestreichen. Weitergaren, bis das Fleisch im dicksten Stück 72–74 °C Kerntemperatur erreicht.

    60 Minuten 155 °C

    Daran erkennst du es: Das dickste Stück erreicht 72–74 °C Kerntemperatur.

    • Die Marinade vor dem Bestreichen vollständig sprudelnd kochen lassen.

    Wichtig: Das Fleisch erst nach Erreichen der angegebenen Kerntemperatur aus der indirekten Grillzone nehmen.

  4. Direkt grillen und glasieren

    Die direkte Grillzone auf etwa 220–240 °C bringen. Das Fleisch über die direkte Hitze legen und je Seite 1–2 Minuten grillen, dabei nochmals dünn mit der abgekochten Marinade bestreichen. Die Glasur soll glänzen und leicht karamellisieren, aber nicht verbrennen. Das Fleisch 15 Minuten ruhen lassen.

    4 Minuten 230 °C

    Daran erkennst du es: Die Glasur glänzt und ist leicht karamellisiert, ohne zu verbrennen.

    • Die Glasur nur dünn auftragen und das Fleisch wegen des Zuckers aufmerksam beobachten.

    Wichtig: Das gegarte Fleisch vor dem Würfeln 15 Minuten ruhen lassen.

Teig und Füllung vorbereiten

  1. Hefeteig kneten und gehen lassen

    Mehl, Instanthefe, Zucker und Salz mischen. Milch und Ei zugeben und 5 Minuten zu einem glatten Teig verkneten. Die weiche Butter portionsweise einarbeiten und weitere 5 Minuten kneten. Den Teig abgedeckt 60–90 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat.

    90 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig hat sich deutlich vergrößert und wirkt weich und elastisch.

    • Die Butter erst nach dem ersten Kneten portionsweise einarbeiten.
  2. Füllung kochen und abkühlen lassen

    Das Öl in einem kleinen Topf erhitzen. Zwiebel 3–4 Minuten glasig braten, Knoblauch 30 Sekunden mitbraten. Hoisinsauce, Sojasauce, Shaoxing-Reiswein, Zucker und Wasser einrühren. Die angerührte Speisestärke zugeben und 1–2 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce dickflüssig ist. Das geruhte Char-Siu-Schweinefleisch fein würfeln, unterheben und die Füllung mindestens 20 Minuten abkühlen lassen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Sauce ist dickflüssig und die Füllung so weit abgekühlt, dass sie den Teig nicht aufweicht.

    • Die Füllung vor dem Formen vollständig abkühlen lassen, damit der Hefeteig stabil bleibt.

Bao formen

  1. Teig ausrollen und füllen

    Den Teig in 10 gleich große Stücke teilen und zu Kugeln formen. Jede Kugel zu einem etwa 12 cm großen Kreis ausrollen. Jeweils etwa 60 g Füllung in die Mitte geben, den Teigrand rundum nach oben ziehen und gut zusammendrücken. Die Naht nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und 25–30 Minuten ruhen lassen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Naht ist geschlossen, die Füllung vollständig umhüllt und die Bao haben nochmals sichtbar entspannt.

    • Die Füllung möglichst mittig platzieren und die Naht sorgfältig verschließen.

Bestreichen und backen

  1. Bao bestreichen und goldbraun backen

    Eigelb mit Wasser verrühren. Die Bao damit bestreichen und mit Sesam bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 190 °C Ober-/Unterhitze 15–18 Minuten backen, bis die Hülle goldbraun ist. 5 Minuten abkühlen lassen und warm servieren.

    18 Minuten 190 °C

    Daran erkennst du es: Die Hülle ist goldbraun; nach dem Backen 5 Minuten abkühlen lassen.

    • Die Bao mit Abstand auf dem Blech platzieren, damit sie gleichmäßig bräunen.

    Wichtig: Das heiße Backblech vorsichtig handhaben und die Bao vor dem Servieren kurz abkühlen lassen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Marinade aufteilen: Die 60 g zurückbehaltene Marinade werden vor der Verwendung mindestens 3 Minuten sprudelnd gekocht. Die Marinade, die mit dem rohen Fleisch in Kontakt war, wird entsorgt.
  • Zwei-Zonen-Grill: Das Fleisch gart zunächst auf der kühlen Seite bei indirekter Hitze und wird erst zum Schluss über der direkten Zone glasiert.
  • Füllung abkühlen lassen: Die Füllung mindestens 20 Minuten abkühlen lassen, bevor sie in den Teig kommt. Eine zu warme Füllung kann den Teig weich machen und das Formen erschweren.
  • Gleichmäßig portionieren: Für 10 gleich große Bao jeweils etwa 60 g Füllung verwenden.

Zutatenwissen

Shaoxing-Reiswein

Shaoxing-Reiswein findest du meist in gut sortierten Asialäden oder im Onlinesortiment. Trockener Sherry ist eine brauchbare Alternative, schmeckt aber etwas weniger malzig.

Roter fermentierter Bohnenquark

Roter fermentierter Bohnenquark, auch Nam Yue genannt, steht in chinesischen Lebensmittelgeschäften meist im Kühl- oder Saucenregal. Er sorgt für eine würzige, leicht fermentierte Note.

Sesam

Sesam erscheint sowohl als aromatisierendes Öl in der Marinade als auch als knuspriges Topping auf der Oberfläche.

Sinnvolle Alternativen

trockener Sherry

Die Füllung und Marinade schmecken etwas weniger malzig als mit Shaoxing-Reiswein.

Shaoxing-Reiswein in beiden Zubereitungen durch trockenen Sherry ersetzen.

helle Misopaste und eine kleine zusätzliche Prise Salz

Die fermentierte Würze bleibt erhalten, die typische rote Bohnenquark-Note fällt jedoch etwas milder aus.

Den roten fermentierten Bohnenquark durch die angegebene Menge helle Misopaste und eine kleine zusätzliche Prise Salz ersetzen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Glasur wird schwarz oder bitter.

Das Fleisch je Seite nur 1–2 Minuten direkt grillen und die abgekochte Marinade dünn auftragen.

Verbrannte äußere Stellen dünn abschneiden, sofern das Fleisch darunter noch genießbar ist.

Die Bao lassen sich schlecht verschließen oder laufen beim Backen aus.

Die Sauce mit Speisestärke binden und die Füllung mindestens 20 Minuten abkühlen lassen.

Die Füllung weiter abkühlen lassen und den Teig beim Verschließen leicht mit Mehl bestäuben.

Rohe Marinade wird direkt als Glasur verwendet.

Schon beim Anrühren 60 g in ein sauberes Gefäß geben und die gebrauchte Marinade nach dem Marinieren entsorgen.

Die Bao bleiben kompakt und der Teig wirkt dicht.

Den Teig 60–90 Minuten gehen lassen und die geformten Bao weitere 25–30 Minuten ruhen lassen.

Bei noch ungebackenen Bao die Ruhezeit verlängern, bis der Teig sichtbar entspannter ist.

Servieren und kombinieren

  • Warm servieren: Die Bao nach dem Backen 5 Minuten abkühlen lassen und anschließend warm servieren. So bleibt die Hülle weich und die Char-Siu-Füllung aromatisch.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Das Schweinefleisch kann für 8–12 Stunden abgedeckt im Kühlschrank mariniert werden. Die 60 g zurückbehaltene Marinade getrennt kalt stellen und vor dem Bestreichen mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen.

Allergene und Nährwerte

  • Gluten: enthält · Weizenmehl ist Bestandteil des Hefeteigs.
  • Soja: enthält · Sojasauce, Hoisinsauce und fermentierter Bohnenquark sind aufgeführt.
  • Milch: enthält · Milch und Butter werden im Hefeteig verwendet.
  • Ei: enthält · Ei im Teig und Eigelb zum Bestreichen.
  • Sesam: enthält · Sesamöl und Sesam werden verwendet.

Lebensmittelsicherheit

  • Gebrauchte Marinade: Die Marinade, die mit dem rohen Schweinefleisch in Kontakt war, nach dem Marinieren entsorgen. Nur die zuvor separat zurückbehaltene Marinade weiterverwenden.
  • Marinade vor dem Bestreichen kochen: Die zurückbehaltene Marinade mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen lassen, bevor sie zum Bestreichen des Grillfleischs verwendet wird.
  • Kerntemperatur des Schweinefleischs: Das Schweinefleisch im dicksten Stück bis 72–74 °C Kerntemperatur garen und die Temperatur mit einem Thermometer prüfen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Warum wird ein Teil der Marinade separat zurückbehalten?

60 g werden vor dem Marinieren in ein sauberes Gefäß gegeben. Diese Portion wird später mindestens 3 Minuten gekocht und zum Bestreichen des Grillfleischs verwendet; die gebrauchte Marinade wird entsorgt.

Warum braucht das Rezept zwei Grillzonen?

Das Schweinefleisch gart zunächst schonend auf der indirekten Seite. Zum Schluss kommt es kurz über die direkte Hitze, damit die zuckerhaltige Glasur glänzt und leicht karamellisiert.

Kann ich Shaoxing-Reiswein ersetzen?

Trockener Sherry ist eine brauchbare Alternative. Die Marinade und Füllung schmecken dann etwas weniger malzig.

Was kann ich statt rotem fermentiertem Bohnenquark verwenden?

Verwende 1 TL helle Misopaste und eine kleine Prise zusätzliches Salz. Die fermentierte Würze bleibt erhalten, die typische rote Bohnenquark-Note wird jedoch milder.

Warum muss die Füllung vor dem Formen abkühlen?

Eine mindestens 20 Minuten abgekühlte Füllung bleibt kompakter und weicht den Hefeteig beim Verschließen nicht unnötig auf.

Woran erkenne ich, dass das Schweinefleisch fertig ist?

Das dickste Stück soll 72–74 °C Kerntemperatur erreichen. Für die anschließende Glasur wird es nur kurz über direkter Hitze gegrillt.

Aus unserer Küche

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