Gewürzte Lammkeule vom Drehspieß

Internationale Drehspießküche

Eine große, gebundene Lammkeule wird mit Zitrone, Knoblauch, Kräutern und warmen Gewürzen mariniert und über indirekter Grillhitze am Drehspieß gegart. In dünnen Scheiben quer zur Faser serviert, eignet sie sich als eindrucksvolles Hauptgericht für viele Gäste.

Zum Rezept
Gewürzte Lammkeule vom Drehspieß
Vorbereitung 35 Minuten
Kochen / Backen 2 Std. 8 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 20 Minuten
Gesamtzeit ca. 12 Std. 5 Min.
Menge 8–10 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Kräuter und Gewürze
Prägende Zubereitungsverfahren Rösten und Ofenbraten
Würzanwendung Marinieren, Während des Garens bestreichen oder begießen
Grill-Hitzeanordnung Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Marinade verbindet Säure, Öl, Kräuter und Gewürze zu einem kräftigen, ausgewogenen Aroma.
  • Das Binden hält die Lammkeule in einer kompakten Form und unterstützt ein gleichmäßiges Garen am Drehspieß.
  • Indirekte Hitze schützt das große Stück vor direkter Flamme, während das langsame Drehen die Oberfläche gleichmäßig bräunt.
  • Das Bestreichen in der letzten Garphase verstärkt die Würze und hält die Oberfläche aromatisch.

Diese würzige Lammkeule verbindet frische Zitrone, Knoblauch und Kräuter mit Kreuzkümmel, Koriander und Paprika. Durch das Binden bleibt das ausgelöste Fleisch kompakt, dreht gleichmäßig über der Tropfschale und erhält rundum eine aromatische Kruste.

Außen entwickelt die Lammkeule eine würzige, leicht gebräunte Kruste. Im Inneren bleibt sie bei 63 °C Kerntemperatur zart und saftig, mit frischer Zitronennote, Knoblauch, Kräutern und warmen Gewürzaromen.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Marinade und Vorbereitung

  1. Marinade anrühren und portionieren

    Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch, Petersilie, Rosmarin, Kreuzkümmel, Koriander, Paprikapulver, Pfeffer und Salz gründlich verrühren. 120 ml der Marinade abnehmen und in einem kleinen Topf einmal vollständig aufkochen. Eine Minute sprudelnd kochen lassen, anschließend abkühlen lassen und abgedeckt kalt stellen. Diese Portion wird später zum Bepinseln verwendet.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Die abgenommene Marinade hat einmal vollständig aufgekocht und kocht eine Minute sprudelnd.

    • Die abgekochte Portion getrennt von der rohen Marinade aufbewahren.
    • Die Marinade erst verwenden, wenn sie vollständig abgekühlt ist.
  2. Lammkeule binden und marinieren

    Falls die Lammkeule in einem elastischen Netz liegt, das Netz entfernen. Die Keule trocken tupfen, mit der Fettseite nach außen zu einer kompakten Rolle formen und mit Küchengarn in Abständen von etwa 4–5 cm binden. Die Fettschicht flach kreuzweise einschneiden, ohne tief in das Fleisch zu schneiden. Die restliche Marinade rundum verteilen, die Keule abdecken und 6–12 Stunden im Kühlschrank marinieren. Nach der Hälfte der Zeit einmal wenden.

    6 Stunden

    Daran erkennst du es: Die Marinade bedeckt die Oberfläche gleichmäßig, die Keule ist kompakt gebunden und durchgehend gekühlt.

    • Nicht tiefer als in die Fettschicht einschneiden.
    • Die Keule während des Marinierens einmal wenden.

    Wichtig: Die Lammkeule während der gesamten Marinierzeit im Kühlschrank aufbewahren.

  3. Lammkeule temperieren und Bindung prüfen

    Die Lammkeule etwa 45 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen. Überschüssige Marinade leicht abstreifen, damit sie beim Garen nicht in die Glut tropft. Die Bindung prüfen und lose Enden erneut festbinden.

    45 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Keule ist kompakt gebunden und überschüssige Marinade tropft nicht mehr von der Oberfläche.

    • Die Keule nicht ungekühlt stehen lassen, wenn sich die Grillvorbereitung verzögert.
    • Überschüssige Marinade nur leicht abstreifen, nicht vollständig abreiben.

Grill und Drehspieß vorbereiten

  1. Grill indirekt vorheizen

    Den Grill für indirekte Drehspießhitze auf 180–190 °C vorheizen. Beim Gasgrill die mittleren Brenner ausschalten und die äußeren Brenner so einstellen, dass die Temperatur stabil bleibt. Beim Holzkohlegrill die Glut seitlich aufteilen und unter dem Fleisch eine hitzefeste Tropfschale einsetzen. 250 ml Wasser in die Tropfschale geben. Das Fleisch darf nicht direkt über einer offenen Flamme liegen.

    20 Minuten 185 °C

    Daran erkennst du es: Die Grilltemperatur bleibt stabil im Bereich von 180–190 °C und unter der Keule steht die Tropfschale.

    • Die Tropfschale verhindert, dass austretendes Fett direkt in die Glut tropft.
    • Bei Holzkohle die Glut seitlich und nicht direkt unter dem Fleisch anordnen.

    Wichtig: Das Fleisch nicht über einer offenen Flamme platzieren.

  2. Lammkeule aufspießen und ausbalancieren

    Die Spießstange längs durch die Mitte der Lammkeule führen. Die beiden Gabeln auf gegenüberliegenden Seiten tief in das Fleisch drücken und nach der Anleitung des konkreten Geräts festziehen. Die Keule von Hand drehen und prüfen, ob sie ausbalanciert ist. Den Motor kurz ohne Hitze laufen lassen; erst wenn der Spieß ruhig und gleichmäßig dreht, den Drehspieß einsetzen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Lammkeule dreht sich ruhig, gleichmäßig und ohne starkes Pendeln.

    • Die Gabeln tief und gegenüberliegend einsetzen.
    • Bei Unwucht die Position der Keule auf der Spießstange korrigieren.

    Wichtig: Den Motor zunächst ohne Hitze prüfen und beim Einsetzen hitzefeste Handschuhe verwenden.

Garen und Servieren

  1. Lammkeule indirekt garen

    Den Motor einschalten, den Deckel schließen und die Lammkeule bei 180–190 °C indirekt garen. Nach etwa 60 Minuten erstmals die Kerntemperatur im dicksten Teil prüfen. Je nach Gewicht, Form und Grill dauert die Garzeit insgesamt etwa 1 Stunde 45 Minuten bis 2 Stunden 30 Minuten.

    105 Minuten 185 °C

    Daran erkennst du es: Die Lammkeule gart gleichmäßig, dreht ruhig und die Kerntemperatur steigt im dicksten Teil kontinuierlich an.

    • Die Temperatur möglichst am dicksten Teil messen und nicht an der Spießstange.
    • Den Deckel zwischen den Messungen geschlossen halten.

    Wichtig: Die Kerntemperatur im dicksten Teil kontrollieren, bevor das Fleisch vom Grill genommen wird.

  2. In der Schlussphase bepinseln

    Während der letzten 30 Minuten zweimal mit der abgekochten Marinade bepinseln. Wird die Oberfläche zu dunkel, die Temperatur auf etwa 170–180 °C reduzieren oder die dünnen Enden locker mit Aluminiumfolie schützen. Die Folie darf nicht in den Drehmechanismus gelangen.

    30 Minuten 175 °C

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist gleichmäßig würzig gebräunt, ohne zu dunkel zu werden.

    • Nur die zuvor abgekochte und gekühlte Marinade zum Bepinseln verwenden.
    • Die Folie locker anlegen und mit Abstand zum Drehmechanismus befestigen.

    Wichtig: Aluminiumfolie darf nicht in den Drehmechanismus gelangen.

  3. Lammkeule ruhen lassen

    Die Lammkeule vom Grill nehmen, sobald im dicksten Teil 63 °C erreicht sind. Den Motor ausschalten, den Spieß mit hitzefesten Handschuhen aus dem Grill nehmen und das Fleisch vorsichtig von der Stange lösen. Die Keule locker mit Folie abdecken und 20 Minuten ruhen lassen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Lammkeule hat im dicksten Teil 63 °C erreicht und ruht locker abgedeckt.

    • Den Spieß erst nach dem Ausschalten des Motors entnehmen.
    • Die Folie nicht straff um das Fleisch wickeln, damit die Oberfläche möglichst wenig aufweicht.

    Wichtig: Beim Herausnehmen des heißen Spießes hitzefeste Handschuhe verwenden.

  4. Aufschneiden und servieren

    Küchengarn entfernen und die Lammkeule quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden. Sofort servieren und den Bratensaft aus der Ruhephase über die Scheiben geben.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Scheiben sind dünn, quer zur Faser geschnitten und mit Bratensaft benetzt.

    • Das Küchengarn vollständig entfernen, bevor die Scheiben auf den Tisch kommen.
    • Quer zur Faser schneiden, damit die Scheiben zarter wirken.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Marinade zum Bepinseln: Die zum späteren Bepinseln abgenommene Marinade wird einmal vollständig aufgekocht und eine Minute sprudelnd gekocht. Erst nach dem Abkühlen wird sie abgedeckt kalt gestellt.
  • Keine direkte Flamme: Die Lammkeule liegt während des Garens nicht direkt über einer offenen Flamme. Die seitlich angeordnete Hitze und die Tropfschale unterstützen ein gleichmäßiges Garen am Drehspieß.
  • Kerntemperatur statt Zeit allein: Die angegebene Garzeit ist ein Richtwert. Gewicht, Form und Grill beeinflussen die Dauer; maßgeblich ist die Messung im dicksten Teil der Keule.

Zutatenwissen

Kompakt binden

Die ausgelöste Lammkeule mit der Fettseite nach außen zu einer kompakten Rolle formen und in Abständen von etwa 4–5 cm binden. So bleibt sie beim Drehen stabil.

Säure in der Marinade

Der Zitronensaft bringt Frische und eine leichte Säurenote in die Marinade. Die angegebene Menge wird vollständig mit Öl, Kräutern und Gewürzen verrührt.

Fest dosiertes Salz

Das Salz wird mit den übrigen Marinadenzutaten verrührt und ist als feste Menge von 24 g vorgesehen. Zusätzliches Salz zum Abschmecken ist nicht vorgesehen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Oberfläche wird sehr dunkel, während das Innere noch nicht die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat.

Die Hitze seitlich anordnen, eine Tropfschale einsetzen und die Keule indirekt bei 180–190 °C garen.

Die Keule in den indirekten Bereich umsetzen und die Temperatur vorübergehend auf etwa 170–180 °C reduzieren.

Der Drehspieß läuft unruhig oder die Lammkeule pendelt stark.

Die Keule vor dem Einsetzen von Hand drehen, die Gabeln gegenüberliegend tief eindrücken und den Motor zunächst ohne Hitze prüfen.

Motor ausschalten, die Keule neu positionieren und die Befestigung nachziehen.

Marinade tropft in die Glut und erzeugt starke Flammen.

Die Keule vor dem Aufspießen leicht abstreifen und die Tropfschale unter dem Fleisch platzieren.

Die Keule vorübergehend aus dem direkten Rauch- oder Flammenbereich nehmen und die Hitze stabilisieren.

Beim Aufschneiden tritt viel Saft aus und die Scheiben wirken weniger saftig.

Das Fleisch nach dem Grillen locker abdecken und die Ruhezeit einhalten.

Die geschnittenen Scheiben mit dem aufgefangenen Bratensaft servieren.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch aufgeschnitten: Die ruhende Lammkeule quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden und den aufgefangenen Bratensaft darübergeben.
  • Für viele Gäste tranchieren: Die Lammkeule am Tisch oder kurz vor dem Servieren tranchieren, damit die Scheiben direkt mit ihrem Bratensaft auf die Teller kommen.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Lammkeule kann gebunden, mit der restlichen Marinade eingerieben und bis zu 12 Stunden abgedeckt im Kühlschrank mariniert werden. Die zum Bepinseln bestimmte Marinade separat aufkochen, abkühlen lassen und ebenfalls kalt stellen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann die Lammkeule auf Gas- oder Holzkohlegrill zubereitet werden?

Ja. Beim Gasgrill werden die mittleren Brenner ausgeschaltet und die äußeren Brenner reguliert. Beim Holzkohlegrill wird die Glut seitlich aufgeteilt. In beiden Fällen gart die Keule indirekt über einer Tropfschale.

Wie lange braucht die Lammkeule am Drehspieß?

Die Garzeit beträgt je nach Gewicht, Form und Grill etwa 1 Stunde 45 Minuten bis 2 Stunden 30 Minuten. Nach etwa 60 Minuten erstmals die Kerntemperatur im dicksten Teil prüfen.

Wann ist die Lammkeule fertig?

Die Anleitung sieht vor, die Lammkeule bei 63 °C im dicksten Teil vom Grill zu nehmen. Anschließend ruht sie locker abgedeckt 20 Minuten.

Welche Marinade wird zum Bepinseln verwendet?

Zum Bepinseln wird die zu Beginn abgenommene Marinade verwendet. Sie wird vorher einmal vollständig aufgekocht, eine Minute sprudelnd gekocht, abgekühlt und bis zur Verwendung kalt gestellt.

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