Bondiola al spiedo

Argentinische Spießzubereitung

Großes, mariniertes Stück Schweinefleisch, das langsam und indirekt am rotierenden Drehspieß gegart und in kräftigen Scheiben mit aufgefangenem Bratensaft serviert wird.

Zum Rezept
Bondiola al spiedo
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 4 Std. 45 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 10 Std. 25 Min.
Gesamtzeit ca. 15 Std. 40 Min.
Menge 8 bis 10 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Kräuter und Gewürze, Obst, Zucker und Süßungsmittel
Prägende Zubereitungsverfahren Grillen
Würzanwendung Marinieren, Während des Garens bestreichen oder begießen
Grill-Hitzeanordnung Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das gleichmäßige Drehen sorgt für eine rundum gebräunte Oberfläche und unterstützt ein gleichmäßiges Garen des kompakt gebundenen Fleischstücks.
  • Orange, Honig und Senf bringen fruchtige Säure, Süße und Würze in die Marinade.
  • Die niedrige indirekte Grilltemperatur hält das Fleisch saftig, bevor eine kurze heiße Schlussphase die Kruste verstärkt.
  • Der aufgefangene Bratensaft ergänzt die kräftigen Fleisch- und Röstaromen beim Servieren.

Bondiola al spiedo verbindet ein saftiges großes Stück Schweinefleisch mit einer aromatischen Marinade aus Orange, Honig, Senf, Knoblauch, Zimt und Rosmarin. Am horizontalen Drehspieß gart die Bondiola langsam und gleichmäßig, während die Oberfläche eine kräftige Kruste entwickelt.

Außen kräftig gebräunt und leicht klebrig glänzend, innen saftig und zart schneidbar. Die Bondiola schmeckt herzhaft, fruchtig-würzig und mild süß mit deutlichen Noten von Orange, Rosmarin, Knoblauch und geröstetem Honig.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Marinieren und Garen

  1. Marinade anrühren

    Orangensaft, Orangenabrieb, Honig, Senf, Olivenöl, Knoblauch, Rosmarin, Zimt, Salz und Pfeffer in einer großen Schüssel gründlich verrühren. 120 ml der Marinade in ein sauberes Gefäß füllen, abdecken und bis zum späteren Bestreichen im Kühlschrank aufbewahren.

    10 Minuten
    • Die zurückbehaltene Marinade darf nicht mit rohem Fleisch in Kontakt kommen, bevor sie zum Bestreichen verwendet wird.
  2. Bondiola marinieren

    Die Bondiola von groben Sehnen befreien, die Fettschicht jedoch weitgehend erhalten. Das Fleisch mit Küchengarn kompakt binden, damit es sich später gleichmäßig dreht. Rundum mit der übrigen Marinade einreiben, in einen verschließbaren Behälter legen und 8 bis 12 Stunden im Kühlschrank marinieren.

    8 Stunden
    • Ein möglichst gleichmäßig geformtes Stück lässt sich leichter ausbalancieren und gart gleichmäßiger.
  3. Grill und Tropfschale vorbereiten

    Das Fleisch etwa 45 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen. Den Grill für indirekte Hitze auf 150 bis 165 °C vorheizen. Bei Holzkohle die Glut seitlich verteilen, bei einem Gasgrill nur die äußeren Brenner einschalten. Eine Tropfschale unter dem Drehspieß platzieren und 500 ml Wasser hineingeben. Unter dem Fleisch darf keine offene Flamme entstehen.

    45 Minuten 150 °C
    • Die Tropfschale fängt austretendes Fett und Bratensaft auf und verhindert direkte Flammen unter dem Fleisch.

    Wichtig: Keine offene Flamme direkt unter dem Fleisch zulassen.

  4. Bondiola aufspießen

    Die Bondiola mittig auf die Drehspießstange schieben und mit den Haltegabeln des Geräts an beiden Seiten sicher befestigen. Das Stück so ausbalancieren, dass es sich ohne starkes Schwingen dreht. Vor dem Einschalten des Motors prüfen, dass das Fleisch weder Deckel noch Tropfschale berührt. Die Befestigungs- und Belastungsvorgaben des Geräts beachten.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch sitzt mittig, fest und dreht frei.

    • Ein gut ausbalanciertes Stück belastet Motor und Halterung weniger und gart gleichmäßiger.

    Wichtig: Den Motor erst einschalten, wenn Fleisch, Spieß und Haltegabeln sicher montiert sind und frei drehen können.

  5. Langsam indirekt garen und bestreichen

    Den Drehspieß einschalten und die Bondiola bei geschlossenem Deckel indirekt garen. Nach der ersten Stunde das Fleisch alle 35 bis 40 Minuten dünn mit der zurückbehaltenen Marinade bestreichen. Sobald die Oberfläche kräftig gebräunt ist, nur noch sparsam bestreichen, damit die Honigschicht nicht verbrennt.

    4 Stunden 150 °C

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist rundum kräftig gebräunt, ohne dass die Honigschicht verbrennt.

    • Während des Garens kann ein Salat oder eine Beilage vorbereitet werden, da die Bondiola unter geschlossenem Deckel weitergart.

    Wichtig: Bei aufflammendem Fett die Bondiola sofort in den indirekten Bereich zurücksetzen.

  6. Kerntemperatur prüfen

    Nach etwa 4 Stunden die Kerntemperatur an der dicksten Stelle messen. Die Messspitze darf weder die Spießstange noch einen Knochen berühren. Bei 75 bis 78 °C ist die Bondiola saftig und gut in Scheiben schneidbar. Liegt die Temperatur darunter, in 15-Minuten-Abschnitten weitergaren und erneut messen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: 75–78 °C an der dicksten Stelle; die Bondiola ist saftig und gut in Scheiben schneidbar.

    • An mehreren Stellen messen, wenn das Stück ungleichmäßig geformt ist, und den niedrigsten plausiblen Wert berücksichtigen.
  7. Kruste kräftig ausbauen

    Für eine kräftigere Kruste die Grilltemperatur in den letzten 10 bis 15 Minuten auf etwa 200 bis 220 °C erhöhen. Dabei aufmerksam bleiben, weil Honig schnell dunkel wird. Bei aufflammendem Fett das Fleisch sofort in den indirekten Bereich zurücksetzen.

    15 Minuten 200 °C

    Daran erkennst du es: Die Kruste ist kräftig gebräunt, aber nicht verbrannt.

    • Die heiße Schlussphase kurz halten und die Bondiola währenddessen besonders aufmerksam beobachten.

    Wichtig: Bei Flammenbildung das Fleisch unmittelbar in den indirekten Bereich zurücksetzen.

  8. Ruhen lassen und servieren

    Die Bondiola vom Drehspieß nehmen, vorsichtig vom Spieß lösen und locker mit Folie bedeckt 20 bis 30 Minuten ruhen lassen. Das Garn entfernen und das Fleisch quer zur Faser in kräftige Scheiben schneiden. Mit dem aufgefangenen Bratensaft aus der Tropfschale servieren.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich nach der Ruhezeit sauber quer zur Faser schneiden.

    • Durch das Ruhen verteilt sich der Fleischsaft besser und die Scheiben bleiben saftiger.

    Wichtig: Beim Abnehmen und Lösen des heißen Spießes vorsichtig arbeiten.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Marinade zurückbehalten: Die 120 ml Marinade werden vor dem Kontakt mit dem rohen Fleisch abgenommen und separat gekühlt. Sie werden erst später zum Bestreichen verwendet.
  • Spieß sorgfältig ausbalancieren: Die Bondiola mittig befestigen und vor dem Einschalten prüfen, dass sie ohne starkes Schwingen dreht und weder Deckel noch Tropfschale berührt.
  • Honigkruste beobachten: Honig bräunt in der heißen Schlussphase schnell. Sobald die Oberfläche kräftig gebräunt ist, nur noch sparsam bestreichen und bei Flammenbildung sofort indirekt weitergaren.

Zutatenwissen

Geeigneter Fleischzuschnitt

Bondiola ist im deutschen Handel nicht immer unter diesem Namen erhältlich. Ein gleichmäßig zugeschnittener, ausgelöster Schweinenacken bleibt meist saftiger; eine kleine Schweineschulter hat eine festere Struktur und kann gegebenenfalls länger garen.

Aromatische Marinadenbasis

Orange, Honig und Senf verbinden fruchtige Säure, Süße und Würze. Der Honig sorgt außerdem für eine kräftige Bräunung und sollte in der Schlussphase aufmerksam beobachtet werden.

Wasser in der Tropfschale

Das Wasser gehört in die Tropfschale unter dem Drehspieß und wird nicht in die Marinade gegeben.

Sinnvolle Alternativen

Gleichmäßig zugeschnittener, ausgelöster Schweinenacken oder kleine Schweineschulter

Schweinenacken bleibt meist etwas saftiger; Schweineschulter hat eine festere Struktur und kann gegebenenfalls länger garen.

Wenn Bondiola nicht erhältlich ist, beim Metzger nach einem möglichst gleichmäßig geformten ausgelösten Schweinenacken oder einer kleinen Schweineschulter fragen. Das Stück kompakt binden und die Kerntemperatur wie beschrieben kontrollieren.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Bondiola dreht stark schwingend oder ungleichmäßig.

Das Stück mittig aufschieben, kompakt binden und vor dem Einschalten des Motors ausbalancieren.

Motor ausschalten, das Fleisch neu positionieren und erneut prüfen, dass es weder Deckel noch Tropfschale berührt.

Die Oberfläche wird sehr dunkel oder verbrennt.

Nach kräftiger Bräunung nur sparsam bestreichen und die heiße Schlussphase auf 10 bis 15 Minuten begrenzen.

Die Bondiola sofort in den indirekten Bereich zurücksetzen und die Temperatur wieder senken.

Unter der Bondiola entstehen offene Flammen.

Die Tropfschale unter dem Drehspieß platzieren, 500 ml Wasser einfüllen und direkte Flammen unter dem Fleisch vermeiden.

Das Fleisch sofort in den indirekten Bereich zurücksetzen und die Flammen abklingen lassen.

Die Bondiola wird trocken oder lässt sich nicht saftig schneiden.

Ab etwa 4 Stunden die Kerntemperatur messen und bei 75 bis 78 °C vom Spieß nehmen; anschließend 20 bis 30 Minuten ruhen lassen.

Das Fleisch quer zur Faser dünn schneiden und mit dem aufgefangenen Bratensaft servieren.

Servieren und kombinieren

  • Kräftige Scheiben mit Bratensaft: Die ruhende Bondiola quer zur Faser in kräftige Scheiben schneiden und mit dem aufgefangenen Bratensaft aus der Tropfschale servieren.
  • Dünnere Scheiben: Für besonders zarte Portionen die Bondiola nach der Ruhezeit dünner aufschneiden. Jede Scheibe mit etwas Bratensaft beträufeln.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Bondiola kann 8 bis 12 Stunden vor dem Grillen mariniert und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die separat zurückbehaltene Marinade ebenfalls gekühlt lagern.

Allergene und Nährwerte

  • Senf: enthält · Senf ist ausdrücklich als Zutat enthalten.

Lebensmittelsicherheit

  • Sicherer Drehspießbetrieb: Die Bondiola an beiden Seiten mit den Haltegabeln sichern, die Belastungsvorgaben des Geräts beachten und vor dem Einschalten prüfen, dass das Fleisch weder Deckel noch Tropfschale berührt.
  • Offene Flammen vermeiden: Unter dem Fleisch darf keine offene Flamme entstehen. Bei aufflammendem Fett die Bondiola sofort in den indirekten Bereich zurücksetzen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was kann ich verwenden, wenn ich keine Bondiola finde?

Frage beim Metzger nach einem gleichmäßig zugeschnittenen, ausgelösten Schweinenacken oder einer kleinen Schweineschulter. Schweinenacken bleibt meist saftiger, während Schulter eine festere Struktur hat und gegebenenfalls länger garen muss.

Warum wird ein Teil der Marinade zurückbehalten?

120 ml werden vor dem Kontakt mit dem rohen Fleisch separat abgefüllt und gekühlt. Dieser Teil kann später sicher zum Bestreichen während des Garens verwendet werden.

Wie wird der Grill für die Bondiola vorbereitet?

Bei Holzkohle wird die Glut seitlich verteilt, beim Gasgrill werden nur die äußeren Brenner eingeschaltet. Die Tropfschale steht unter dem Drehspieß und das Fleisch gart bei geschlossenem Deckel indirekt.

Wann ist die Bondiola fertig?

Nach etwa 4 Stunden die Kerntemperatur an der dicksten Stelle messen. Bei 75 bis 78 °C ist sie saftig und gut in Scheiben schneidbar. Darunter in 15-Minuten-Abschnitten weitergaren und erneut messen.

Aus unserer Küche

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