Babi guling vom Holzkohle-Drehspieß

Ganzes Schwein am Drehspieß

Ein ganzes junges Schwein wird mit einer balinesischen Würzpaste gefüllt, über indirekter Holzkohlehitze am Drehspieß gegart und mit knuspriger Schwarte serviert.

Zum Rezept
Babi guling am balinesischen Holzkohle-Drehspieß
Vorbereitung 90 Minuten
Kochen / Backen 5 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 10 Std. 30 Min.
Gesamtzeit ca. 17 Stunden
Menge 12–16 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Kräuter und Gewürze, Nüsse und Samen
Prägende Zubereitungsverfahren Grillen
Würzanwendung Marinieren, Während des Garens bestreichen oder begießen
Grill-Hitzeanordnung Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Würzpaste verbindet aromatische Gewürze, Kräuter, Schärfe, Palmzucker und Garnelenpaste zu einer tiefen balinesischen Geschmacksschicht.
  • Die lange Marinierzeit gibt den Gewürzen Gelegenheit, in die inneren Fleischflächen einzuziehen.
  • Indirekte Hitze und kontinuierliche Rotation garen das große Schwein gleichmäßig, während die Schwarte am Ende gezielt knusprig wird.

Babi guling ist eine balinesische Ganztierspezialität: Ein junges Schwein wird mit Schalotten, Knoblauch, Kurkuma, Galgant, Zitronengras, Chili, Kaffirlimettenblättern und Garnelenpaste gewürzt, gefüllt und langsam am Drehspieß über Holzkohle gegart. Die rotierende Garweise bräunt die Haut gleichmäßig, während die Würzpaste im Inneren kräftige, warme und aromatische Noten entwickelt.

Das Fleisch wird saftig und würzig, die Füllung intensiv aromatisch und die Schwarte goldbraun, krachend und fettig-knusprig. Kurkuma, Galgant, Zitronengras und Kaffirlimettenblätter sorgen für warme, erdige, pfeffrige und zitrische Duftnoten; Chili und Garnelenpaste geben Tiefe und Nachdruck.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Vorbereiten und marinieren

  1. Schwein trocknen

    Das Schwein mit Einwegpapier gründlich trocken tupfen. Die Haut soll möglichst trocken sein, damit sie später knusprig wird.

    Daran erkennst du es: Die Haut fühlt sich trocken an und weist keine sichtbare Feuchtigkeit auf.

    • Besonders die Haut und die Bauchhöhle sorgfältig trocknen.
  2. Gewürze rösten

    Koriandersaat, Pfefferkörner und Kerzennüsse in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 2–3 Minuten anrösten, bis sie duften. Kurz abkühlen lassen.

    3 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Zutaten duften deutlich, bleiben aber unverkohlt.

    • Die Kerzennüsse und Gewürze ständig beobachten, weil sie in der trockenen Pfanne schnell dunkel werden.
  3. Würzpaste herstellen

    Schalotten, Knoblauch, Kurkuma, Ingwer, Galgant, Zitronengras, Chilis, Kaffirlimettenblätter, die gerösteten Gewürze und Kerzennüsse, Garnelenpaste, Palmzucker, Kokosöl und 30 g Salz in einem kräftigen Mixer zu einer groben, streichfähigen Paste verarbeiten. Die Paste soll nicht flüssig werden.

    Daran erkennst du es: Die Paste ist grob, zusammenhängend und streichfähig.

    • Nicht zu lange mixen, damit die Paste nicht wässrig wird.
  4. Füllen und marinieren

    Die Würzpaste gleichmäßig auf die Innenseite des Schweins und auf die inneren Fleischflächen streichen. Die Bauchhöhle nur locker mit der Paste auskleiden, nicht fest verdichten. Die Haut außen mit den 15 g Salz einreiben. Das Schwein auf einem tiefen Blech mit der Bauchhöhle nach oben abdecken und 8–12 Stunden bei 4 °C marinieren.

    10 Stunden 4 °C

    Daran erkennst du es: Die Würzpaste bedeckt die inneren Fleischflächen gleichmäßig, die Bauchhöhle bleibt locker ausgekleidet.

    • Die Haut nicht mit einer dicken Schicht Würzpaste bedecken, damit sie später nicht verbrennt.

    Wichtig: Das marinierende Schwein während der gesamten Marinierzeit gekühlt halten.

  5. Vor dem Grillen temperieren

    Das Schwein 60 Minuten vor dem Grillen aus der Kühlung nehmen. Die Haut erneut trocken tupfen. Die Würzpaste darf nicht dick auf der Haut liegen.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Haut ist wieder trocken und frei von dicken Pastenansammlungen.

    • Die Würzpaste auf der Haut bei Bedarf vorsichtig abstreifen, ohne die Haut zu beschädigen.

Drehspieß und Grill vorbereiten

  1. Schwein aufspießen

    Den Drehspieß nach der Anleitung des Geräts durch die Körperhöhle entlang der Wirbelsäule führen. Das Gewicht mittig ausbalancieren, mit den vorgesehenen Spießgabeln an Schulter und Keule sichern und die Läufe mit hitzefester Metzgerschnur am Körper befestigen. Der Motor muss für das Gesamtgewicht aus Tier und Spieß zugelassen sein. Den Spieß vor dem Anzünden von Hand drehen und prüfen, dass das Schwein weder Rost noch Glut berührt.

    Daran erkennst du es: Das Schwein sitzt mittig, dreht sich frei und berührt weder Rost noch Glut.

    • Die Balance vor dem Anzünden sorgfältig prüfen, weil ein schlecht ausbalanciertes Tier den Motor überlasten kann.

    Wichtig: Nur einen für das Gesamtgewicht zugelassenen Motor verwenden und den Spieß vor dem Betrieb von Hand auf freien Lauf prüfen.

  2. Grill indirekt einregeln

    Einen großen Grill mit Deckel für indirekte Holzkohlehitze auf 160–180 °C einregeln. Die Glut in zwei seitlichen Zonen verteilen und eine große Tropfschale unter dem Schwein einsetzen. Es darf keine offene Flamme direkt unter dem Tier stehen.

    170 °C

    Daran erkennst du es: Der Grill hält eine stabile indirekte Temperatur zwischen 160 und 180 °C.

    • Die Tropfschale fängt austretendes Fett auf und erleichtert die Kontrolle von Fettbrand.

    Wichtig: Keine offene Flamme direkt unter dem Schwein zulassen.

Garen und servieren

  1. Schwein rotierend garen

    Den Drehspieß einsetzen und das Schwein bei geschlossenem Deckel dauerhaft rotieren lassen. Nach den ersten 60 Minuten die Haut und die sichtbaren Fleischflächen alle 30–40 Minuten sparsam mit Kokoswasser bestreichen. Tropfendes Fett darf nicht in die Glut gelangen; bei Flammen die Glut sofort seitlich verteilen.

    170 °C

    Daran erkennst du es: Das Schwein dreht gleichmäßig, die Haut trocknet sichtbar ab und bräunt langsam.

    • Nur sparsam bestreichen, damit die Haut nicht durch zu viel Flüssigkeit weich bleibt.

    Wichtig: Bei aufflammendem Fett die Glut sofort seitlich verteilen und das Schwein weiter indirekt garen.

  2. Kerntemperatur prüfen

    Nach etwa 4 Stunden erstmals die Temperatur prüfen. Das Thermometer in die dickste Stelle von Schulter und Keule stecken, ohne den Knochen zu berühren. Zusätzlich die Mitte der Würzfüllung messen. Das Schwein ist erst fertig, wenn an beiden Fleischstellen und in der Füllung mindestens 74 °C erreicht sind. Falls nötig, bei 160–180 °C weitergaren.

    4 Stunden 170 °C

    Daran erkennst du es: Schulter, Keule und die Mitte der Würzfüllung erreichen jeweils mindestens 74 °C.

    • An mehreren Stellen messen, weil die Garung bei einem ganzen Tier nicht überall gleich schnell fortschreitet.

    Wichtig: Die Kerntemperatur entscheidet über die Fertigstellung; nicht allein nach der verstrichenen Grillzeit urteilen.

  3. Schwarte knusprig machen

    Für eine knusprige Schwarte die Grilltemperatur in den letzten 20–30 Minuten auf 210–220 °C erhöhen. Nicht mehr bestreichen und die Schwarte aufmerksam beobachten. Die Hitze weiter indirekt führen, damit austretendes Fett keine Flammen bildet.

    25 Minuten 215 °C

    Daran erkennst du es: Die Schwarte ist goldbraun, trocken und knusprig, ohne verbrannte Stellen.

    • Die Temperatur nur erhöhen, wenn Fleisch und Füllung bereits mindestens 74 °C erreicht haben.

    Wichtig: Die Schwarte wegen des austretenden Fetts aufmerksam beobachten und indirekte Hitze beibehalten.

  4. Ruhen lassen und tranchieren

    Das Schwein vom Drehspieß nehmen und 30 Minuten ruhen lassen. Die Schwarte dabei nicht luftdicht abdecken. Zuerst die knusprige Haut mit einem stabilen Messer abheben, danach das Fleisch entlang der Knochen lösen und in Stücke schneiden. Die gegarte Würzfüllung aus der Bauchhöhle nehmen und zusammen mit Haut und Fleisch servieren. Die Garzeit bleibt abhängig von Gewicht, Grill und Außentemperatur ein Richtwert; die Kerntemperatur entscheidet.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Haut bleibt knusprig, und das Fleisch lässt sich entlang der Knochen lösen.

    • Die Schwarte nicht mit Folie oder einem Deckel abdichten, sonst verliert sie ihre Knusprigkeit.

    Wichtig: Beim Abnehmen vom Drehspieß und beim Tranchieren auf heißes Fett, heiße Metallteile und die stabile Ablage achten.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Kerntemperatur vor Zeitplan: Die angegebene Grillzeit ist nur ein Richtwert. Schulter, Keule und die Mitte der Würzfüllung müssen jeweils mindestens 74 °C erreichen.
  • Trockene Haut für knusprige Schwarte: Die Haut vor dem Marinieren und erneut vor dem Grillen gründlich trocken tupfen. Dicke Würzpastenschichten auf der Haut entfernen.
  • Drehspieß ausbalancieren: Das Gewicht muss mittig sitzen und sich frei drehen. Ein schlecht ausbalanciertes Tier kann den Motor überlasten oder ungleichmäßig garen.
  • Fettbrand vermeiden: Die Glut seitlich anordnen, eine Tropfschale einsetzen und keine offene Flamme direkt unter dem Schwein zulassen.

Zutatenwissen

Frischer Galgant

Galgant liegt in gut sortierten Asia-Märkten meist im Kühlbereich bei Ingwer und Kurkuma. Sein Aroma ist pfeffriger und kampferartiger als das von Ingwer.

Frische Kurkuma

Frische Kurkuma ist häufig im Asia-Markt oder in gut sortierten Gemüseabteilungen erhältlich. Gemahlene Kurkuma schmeckt trockener und weniger erdig.

Kaffirlimettenblätter

Kaffirlimettenblätter gibt es frisch oder tiefgekühlt im Asia-Markt. Limettenabrieb nähert die Duftnote an, ersetzt aber nicht die herben Blattaromen.

Kerzennüsse

Kemiri-Nüsse sind meist abgepackt im Asia-Markt erhältlich. Sie geben der Würzpaste Körper und eine nussige Tiefe.

Garnelenpaste

Terasi oder Belacan steht meist im Kühl- oder Gewürzregal asiatischer Lebensmittelgeschäfte. Die Paste bringt eine kräftige salzige Umami-Note.

Vogelaugenchilis

Rote Vogelaugenchilis sind frisch oder tiefgekühlt im Asia-Markt erhältlich. Rote Peperoni machen das Gericht deutlich milder.

Sinnvolle Alternativen

mehr frischer Ingwer

Das Aroma wird weniger pfeffrig und kampferartig.

Den frischen Galgant durch mehr frischen Ingwer ersetzen und die Würzpaste wie beschrieben zubereiten.

gemahlene Kurkuma

Die Würzung schmeckt trockener und weniger erdig als mit frischer Kurkuma.

Die gemahlene Kurkuma direkt mit den übrigen Zutaten in den Mixer geben.

Limettenabrieb

Die zitrische Duftnote bleibt erhalten, die herben Blattaromen werden schwächer.

Kaffirlimettenblätter durch Limettenabrieb ersetzen und diesen mit den übrigen Pastenzutaten mixen.

Macadamianüsse

Die Paste wird etwas milder und nussiger.

Die Kerzennüsse durch Macadamianüsse ersetzen und diese gemeinsam mit Koriandersaat und Pfeffer anrösten.

Garnelenpaste weglassen

Die Würzung wird weniger tief und verliert einen Teil ihrer salzigen Umami-Note.

Die Garnelenpaste aus der Würzpaste entfernen und die übrigen Zutaten unverändert verarbeiten.

rote Peperoni

Das Gericht wird deutlich milder, behält aber eine rote, fruchtige Paprikanote.

Die Vogelaugenchilis durch rote Peperoni ersetzen und diese grob hacken, bevor sie in den Mixer kommen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Schwarte wird nicht knusprig.

Das Schwein gründlich trocken tupfen und die Paste nur auf die inneren Fleischflächen streichen.

Die Temperatur in der letzten Phase indirekt auf 210–220 °C erhöhen und nicht mehr bestreichen, ohne die Schwarte aus den Augen zu lassen.

Der Drehspieß läuft unruhig oder der Motor wird überlastet.

Das Gewicht ausbalancieren, Schulter und Keule mit den Spießgabeln sichern und den freien Lauf von Hand prüfen.

Den Grill nicht weiter betreiben, Spieß abkühlen lassen und die Befestigung neu ausrichten.

Die Haut oder das Fett verbrennt.

Seitliche Glutzonen und eine große Tropfschale verwenden; die Hitze indirekt führen.

Glut sofort seitlich verteilen und die Temperatur stabilisieren, bevor weitergegart wird.

Das Fleisch wirkt außen fertig, die Würzfüllung ist aber noch nicht ausreichend erhitzt.

Schulter, Keule und die Mitte der Füllung messen; an allen Stellen mindestens 74 °C erreichen.

Bei 160–180 °C indirekt weitergaren und die Messung an allen drei Bereichen wiederholen.

Varianten

Mildere Chili-Variante

Für eine deutlich mildere Würzung werden die roten Vogelaugenchilis durch rote Peperoni ersetzt.

Servieren und kombinieren

  • Mit Würzfüllung, Fleisch und Schwarte servieren: Die knusprige Haut zuerst abheben, das Fleisch entlang der Knochen lösen und die gegarte Würzfüllung aus der Bauchhöhle nehmen. Alles gemeinsam servieren.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Das Schwein mit der Würzpaste vorbereiten, abdecken und 8–12 Stunden bei 4 °C marinieren. 60 Minuten vor dem Grillen aus der Kühlung nehmen.

Allergene und Nährwerte

  • Krebstiere: enthält · Garnelenpaste ist als Zutat enthalten.
  • Schalenfrüchte: enthält · Kerzennüsse sind eine nussartige Zutat und werden in der Würzpaste verwendet.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was ist Babi guling?

Babi guling ist eine balinesische Zubereitung aus einem ganzen jungen Schwein, das gewürzt, gefüllt und am Drehspieß über Holzkohle gegart wird.

Wie lange wird das Schwein mariniert?

Das vorbereitete Schwein mariniert 8–12 Stunden abgedeckt bei 4 °C.

Woran erkenne ich, dass das Schwein fertig ist?

Die Kerntemperatur muss an der dicksten Stelle von Schulter und Keule sowie in der Mitte der Würzfüllung jeweils mindestens 74 °C erreichen.

Welche Zutaten lassen sich ersetzen?

Galgant kann durch mehr Ingwer, frische Kurkuma durch etwa 20 g gemahlene Kurkuma, Kaffirlimettenblätter durch Limettenabrieb, Kerzennüsse durch Macadamianüsse und Vogelaugenchilis durch rote Peperoni ersetzt werden.

Aus unserer Küche

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