Frischer Galgant
Galgant liegt in gut sortierten Asia-Märkten meist im Kühlbereich bei Ingwer und Kurkuma. Sein Aroma ist pfeffriger und kampferartiger als das von Ingwer.
Ganzes Schwein am Drehspieß
Ein ganzes junges Schwein wird mit einer balinesischen Würzpaste gefüllt, über indirekter Holzkohlehitze am Drehspieß gegart und mit knuspriger Schwarte serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Babi guling ist eine balinesische Ganztierspezialität: Ein junges Schwein wird mit Schalotten, Knoblauch, Kurkuma, Galgant, Zitronengras, Chili, Kaffirlimettenblättern und Garnelenpaste gewürzt, gefüllt und langsam am Drehspieß über Holzkohle gegart. Die rotierende Garweise bräunt die Haut gleichmäßig, während die Würzpaste im Inneren kräftige, warme und aromatische Noten entwickelt.
Das Fleisch wird saftig und würzig, die Füllung intensiv aromatisch und die Schwarte goldbraun, krachend und fettig-knusprig. Kurkuma, Galgant, Zitronengras und Kaffirlimettenblätter sorgen für warme, erdige, pfeffrige und zitrische Duftnoten; Chili und Garnelenpaste geben Tiefe und Nachdruck.
Schritt für Schritt
Das Schwein mit Einwegpapier gründlich trocken tupfen. Die Haut soll möglichst trocken sein, damit sie später knusprig wird.
Daran erkennst du es: Die Haut fühlt sich trocken an und weist keine sichtbare Feuchtigkeit auf.
Koriandersaat, Pfefferkörner und Kerzennüsse in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 2–3 Minuten anrösten, bis sie duften. Kurz abkühlen lassen.
Daran erkennst du es: Die Zutaten duften deutlich, bleiben aber unverkohlt.
Schalotten, Knoblauch, Kurkuma, Ingwer, Galgant, Zitronengras, Chilis, Kaffirlimettenblätter, die gerösteten Gewürze und Kerzennüsse, Garnelenpaste, Palmzucker, Kokosöl und 30 g Salz in einem kräftigen Mixer zu einer groben, streichfähigen Paste verarbeiten. Die Paste soll nicht flüssig werden.
Daran erkennst du es: Die Paste ist grob, zusammenhängend und streichfähig.
Die Würzpaste gleichmäßig auf die Innenseite des Schweins und auf die inneren Fleischflächen streichen. Die Bauchhöhle nur locker mit der Paste auskleiden, nicht fest verdichten. Die Haut außen mit den 15 g Salz einreiben. Das Schwein auf einem tiefen Blech mit der Bauchhöhle nach oben abdecken und 8–12 Stunden bei 4 °C marinieren.
Daran erkennst du es: Die Würzpaste bedeckt die inneren Fleischflächen gleichmäßig, die Bauchhöhle bleibt locker ausgekleidet.
Wichtig: Das marinierende Schwein während der gesamten Marinierzeit gekühlt halten.
Das Schwein 60 Minuten vor dem Grillen aus der Kühlung nehmen. Die Haut erneut trocken tupfen. Die Würzpaste darf nicht dick auf der Haut liegen.
Daran erkennst du es: Die Haut ist wieder trocken und frei von dicken Pastenansammlungen.
Den Drehspieß nach der Anleitung des Geräts durch die Körperhöhle entlang der Wirbelsäule führen. Das Gewicht mittig ausbalancieren, mit den vorgesehenen Spießgabeln an Schulter und Keule sichern und die Läufe mit hitzefester Metzgerschnur am Körper befestigen. Der Motor muss für das Gesamtgewicht aus Tier und Spieß zugelassen sein. Den Spieß vor dem Anzünden von Hand drehen und prüfen, dass das Schwein weder Rost noch Glut berührt.
Daran erkennst du es: Das Schwein sitzt mittig, dreht sich frei und berührt weder Rost noch Glut.
Wichtig: Nur einen für das Gesamtgewicht zugelassenen Motor verwenden und den Spieß vor dem Betrieb von Hand auf freien Lauf prüfen.
Einen großen Grill mit Deckel für indirekte Holzkohlehitze auf 160–180 °C einregeln. Die Glut in zwei seitlichen Zonen verteilen und eine große Tropfschale unter dem Schwein einsetzen. Es darf keine offene Flamme direkt unter dem Tier stehen.
Daran erkennst du es: Der Grill hält eine stabile indirekte Temperatur zwischen 160 und 180 °C.
Wichtig: Keine offene Flamme direkt unter dem Schwein zulassen.
Den Drehspieß einsetzen und das Schwein bei geschlossenem Deckel dauerhaft rotieren lassen. Nach den ersten 60 Minuten die Haut und die sichtbaren Fleischflächen alle 30–40 Minuten sparsam mit Kokoswasser bestreichen. Tropfendes Fett darf nicht in die Glut gelangen; bei Flammen die Glut sofort seitlich verteilen.
Daran erkennst du es: Das Schwein dreht gleichmäßig, die Haut trocknet sichtbar ab und bräunt langsam.
Wichtig: Bei aufflammendem Fett die Glut sofort seitlich verteilen und das Schwein weiter indirekt garen.
Nach etwa 4 Stunden erstmals die Temperatur prüfen. Das Thermometer in die dickste Stelle von Schulter und Keule stecken, ohne den Knochen zu berühren. Zusätzlich die Mitte der Würzfüllung messen. Das Schwein ist erst fertig, wenn an beiden Fleischstellen und in der Füllung mindestens 74 °C erreicht sind. Falls nötig, bei 160–180 °C weitergaren.
Daran erkennst du es: Schulter, Keule und die Mitte der Würzfüllung erreichen jeweils mindestens 74 °C.
Wichtig: Die Kerntemperatur entscheidet über die Fertigstellung; nicht allein nach der verstrichenen Grillzeit urteilen.
Für eine knusprige Schwarte die Grilltemperatur in den letzten 20–30 Minuten auf 210–220 °C erhöhen. Nicht mehr bestreichen und die Schwarte aufmerksam beobachten. Die Hitze weiter indirekt führen, damit austretendes Fett keine Flammen bildet.
Daran erkennst du es: Die Schwarte ist goldbraun, trocken und knusprig, ohne verbrannte Stellen.
Wichtig: Die Schwarte wegen des austretenden Fetts aufmerksam beobachten und indirekte Hitze beibehalten.
Das Schwein vom Drehspieß nehmen und 30 Minuten ruhen lassen. Die Schwarte dabei nicht luftdicht abdecken. Zuerst die knusprige Haut mit einem stabilen Messer abheben, danach das Fleisch entlang der Knochen lösen und in Stücke schneiden. Die gegarte Würzfüllung aus der Bauchhöhle nehmen und zusammen mit Haut und Fleisch servieren. Die Garzeit bleibt abhängig von Gewicht, Grill und Außentemperatur ein Richtwert; die Kerntemperatur entscheidet.
Daran erkennst du es: Die Haut bleibt knusprig, und das Fleisch lässt sich entlang der Knochen lösen.
Wichtig: Beim Abnehmen vom Drehspieß und beim Tranchieren auf heißes Fett, heiße Metallteile und die stabile Ablage achten.
Gut zu wissen
Galgant liegt in gut sortierten Asia-Märkten meist im Kühlbereich bei Ingwer und Kurkuma. Sein Aroma ist pfeffriger und kampferartiger als das von Ingwer.
Frische Kurkuma ist häufig im Asia-Markt oder in gut sortierten Gemüseabteilungen erhältlich. Gemahlene Kurkuma schmeckt trockener und weniger erdig.
Kaffirlimettenblätter gibt es frisch oder tiefgekühlt im Asia-Markt. Limettenabrieb nähert die Duftnote an, ersetzt aber nicht die herben Blattaromen.
Kemiri-Nüsse sind meist abgepackt im Asia-Markt erhältlich. Sie geben der Würzpaste Körper und eine nussige Tiefe.
Terasi oder Belacan steht meist im Kühl- oder Gewürzregal asiatischer Lebensmittelgeschäfte. Die Paste bringt eine kräftige salzige Umami-Note.
Rote Vogelaugenchilis sind frisch oder tiefgekühlt im Asia-Markt erhältlich. Rote Peperoni machen das Gericht deutlich milder.
Das Aroma wird weniger pfeffrig und kampferartig.
Den frischen Galgant durch mehr frischen Ingwer ersetzen und die Würzpaste wie beschrieben zubereiten.
Die Würzung schmeckt trockener und weniger erdig als mit frischer Kurkuma.
Die gemahlene Kurkuma direkt mit den übrigen Zutaten in den Mixer geben.
Die zitrische Duftnote bleibt erhalten, die herben Blattaromen werden schwächer.
Kaffirlimettenblätter durch Limettenabrieb ersetzen und diesen mit den übrigen Pastenzutaten mixen.
Die Paste wird etwas milder und nussiger.
Die Kerzennüsse durch Macadamianüsse ersetzen und diese gemeinsam mit Koriandersaat und Pfeffer anrösten.
Die Würzung wird weniger tief und verliert einen Teil ihrer salzigen Umami-Note.
Die Garnelenpaste aus der Würzpaste entfernen und die übrigen Zutaten unverändert verarbeiten.
Das Gericht wird deutlich milder, behält aber eine rote, fruchtige Paprikanote.
Die Vogelaugenchilis durch rote Peperoni ersetzen und diese grob hacken, bevor sie in den Mixer kommen.
Das Schwein gründlich trocken tupfen und die Paste nur auf die inneren Fleischflächen streichen.
Die Temperatur in der letzten Phase indirekt auf 210–220 °C erhöhen und nicht mehr bestreichen, ohne die Schwarte aus den Augen zu lassen.
Das Gewicht ausbalancieren, Schulter und Keule mit den Spießgabeln sichern und den freien Lauf von Hand prüfen.
Den Grill nicht weiter betreiben, Spieß abkühlen lassen und die Befestigung neu ausrichten.
Seitliche Glutzonen und eine große Tropfschale verwenden; die Hitze indirekt führen.
Glut sofort seitlich verteilen und die Temperatur stabilisieren, bevor weitergegart wird.
Schulter, Keule und die Mitte der Füllung messen; an allen Stellen mindestens 74 °C erreichen.
Bei 160–180 °C indirekt weitergaren und die Messung an allen drei Bereichen wiederholen.
Für eine deutlich mildere Würzung werden die roten Vogelaugenchilis durch rote Peperoni ersetzt.
Das Schwein mit der Würzpaste vorbereiten, abdecken und 8–12 Stunden bei 4 °C marinieren. 60 Minuten vor dem Grillen aus der Kühlung nehmen.
Häufig gefragt
Babi guling ist eine balinesische Zubereitung aus einem ganzen jungen Schwein, das gewürzt, gefüllt und am Drehspieß über Holzkohle gegart wird.
Das vorbereitete Schwein mariniert 8–12 Stunden abgedeckt bei 4 °C.
Die Kerntemperatur muss an der dicksten Stelle von Schulter und Keule sowie in der Mitte der Würzfüllung jeweils mindestens 74 °C erreichen.
Galgant kann durch mehr Ingwer, frische Kurkuma durch etwa 20 g gemahlene Kurkuma, Kaffirlimettenblätter durch Limettenabrieb, Kerzennüsse durch Macadamianüsse und Vogelaugenchilis durch rote Peperoni ersetzt werden.
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