Beim Metzger bestellen
Schäufele ist ein flaches Stück aus der Schweineschulter mit Schulterblatt, Knochen und Schwarte. Beim Metzger ausdrücklich als fränkisches Schäufele bestellen.
Fränkisches Drehspießgericht
Ungepökelte Schweineschulter mit Knochen und Schwarte, indirekt rotierend gegart und zum Schluss bei hoher Hitze knusprig aufgepoppt. Dazu gibt es eine passierte Soße aus Dunkelbier, Röstgemüse und Rinderbrühe.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Fränkisches Schäufele ist ein flaches Stück Schweineschulter mit Schulterblatt, Knochen und Schwarte. Auf dem Drehspieß bekommt es gleichmäßige indirekte Hitze, während Röstgemüse, Dunkelbier und Brühe in der Auffangpfanne zu einer kräftigen Soße zusammenlaufen. Anders als badisches Schäufele wird diese fränkische Variante ungepökelt zubereitet und erst am Ende bei hoher Temperatur aufgeknuspert.
Das Fleisch wird weich und saftig und löst sich am Knochen deutlich. Die Schwarte wird krachend knusprig, während Dunkelbier, Röstgemüse und Kümmel der dunklen Soße malzige, würzige und leicht süßliche Noten geben.
Schritt für Schritt
Das Schäufele mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen. Die Schwarte mit einem scharfen Messer rautenförmig einschneiden. Dabei nur Schwarte und Fettschicht durchtrennen, nicht in das Fleisch schneiden.
Daran erkennst du es: Die Schwarte ist sauber eingeschnitten, das darunterliegende Fleisch bleibt unverletzt.
Wichtig: Das Messer kontrolliert und vom Körper weg führen.
Pfeffer und Kümmel mischen. Das Fleisch rundum damit einreiben, die Schwarte auslassen und dort das Salz sorgfältig in die Schnitte geben. Das gewürzte Schäufele 30 Minuten unbedeckt ruhen lassen.
Daran erkennst du es: Die Würzmischung haftet am Fleisch und das Salz sitzt in den Schwarteneinschnitten.
Den Grill für direkte Hitze auf etwa 200 °C vorheizen. Eine hitzefeste Grillpfanne oder tiefe Auffangschale mit dem Öl auf den Rost stellen. Zwiebeln, Möhren, Sellerie, Lauch und Knoblauch 8–10 Minuten anrösten. Das Tomatenmark einrühren und 1 Minute mitrösten. Mit Bier und Rinderbrühe ablöschen, die Lorbeerblätter zugeben und die Pfanne unter dem späteren Bratgut platzieren.
Daran erkennst du es: Das Gemüse ist gebräunt, das Tomatenmark dunkler geworden und der Fond vollständig abgelöscht.
Wichtig: Beim Ablöschen mit Bier und Brühe auf spritzende heiße Flüssigkeit achten.
Das Schäufele nach der Geräteanleitung auf dem Drehspieß befestigen. Die Fleischgabeln fest in den dicksten Teil setzen und das Stück bei Bedarf zusätzlich mit hitzefester Küchenschnur am Knochen sichern. Den Spieß vor dem Einschalten von Hand drehen und prüfen, ob das Fleisch ausgewogen läuft und weder Rost noch Deckel berührt.
Daran erkennst du es: Der Spieß läuft von Hand gleichmäßig, ohne dass das Fleisch Rost oder Deckel berührt.
Wichtig: Den Grillmotor erst einschalten, wenn der Spieß sicher befestigt und frei drehbar ist.
Den Grill auf etwa 150 °C indirekte Hitze einregeln. Bei einem Gasgrill bleiben die äußeren Brenner an, der mittlere Brenner bleibt aus; bei Holzkohle liegt die Glut seitlich. Den Drehspieß einsetzen, die Auffangpfanne darunterstellen und den Deckel schließen. Ein Grillthermometer in den dicksten Fleischbereich stecken, ohne den Knochen zu berühren.
Daran erkennst du es: Das Schäufele dreht frei und der Temperaturfühler sitzt im dicksten Fleischbereich, ohne den Knochen zu berühren.
Wichtig: Der Temperaturfühler darf den Knochen nicht berühren, weil die Messung sonst verfälscht werden kann.
Das Schäufele 3½–4½ Stunden rotierend garen, bis eine Kerntemperatur von 88–90 °C erreicht ist und sich das Fleisch am Knochen deutlich gelockert hat. Die Flüssigkeit in der Auffangpfanne regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf mit heißem Wasser ergänzen, damit der Fond nicht trocken läuft.
Daran erkennst du es: 88–90 °C Kerntemperatur und deutlich gelockertes Fleisch am Knochen.
Wichtig: Heiße Auffangpfanne und austretendes Fett vorsichtig handhaben.
Für die Kruste die Grilltemperatur auf 220–230 °C erhöhen und, falls vorhanden, den Heckbrenner zuschalten. Das Schäufele weitere 10–15 Minuten drehen lassen, bis die Schwarte sichtbar aufpoppt und knusprig ist. Die Schwarte dabei aufmerksam beobachten, damit sie nicht verbrennt.
Daran erkennst du es: Die Schwarte ist sichtbar aufgepoppt und knusprig, ohne verbrannte Stellen.
Wichtig: Beim Zuschalten des Heckbrenners auf ausreichenden Abstand zu Deckel und Grillteilen achten.
Den Spieß vorsichtig abnehmen, das Fleisch lösen und 20 Minuten unbedeckt ruhen lassen. Für die Soße die Lorbeerblätter entfernen, den Fond durch ein Sieb passieren und überschüssiges Fett abschöpfen. Den Fond nochmals erhitzen.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ruht unbedeckt und der passierte Fond ist wieder heiß.
Wichtig: Den heißen Spieß und die Auffangpfanne nur mit geeignetem Hitzeschutz abnehmen.
Die Speisestärke mit 30 ml kaltem Wasser glatt rühren, in den heißen Fond einrühren und die Soße 1 Minute leicht kochen lassen. Bei Bedarf mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Soße ist glatt gebunden und haftet leicht am Löffel.
Wichtig: Heiße Soße kann beim Einrühren spritzen.
Das Schäufele entlang des Knochens in 5–6 Portionen schneiden und mit der passierten Dunkelbiersoße servieren.
Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich entlang des Knochens in Portionen lösen und wird mit der heißen Soße serviert.
Gut zu wissen
Schäufele ist ein flaches Stück aus der Schweineschulter mit Schulterblatt, Knochen und Schwarte. Beim Metzger ausdrücklich als fränkisches Schäufele bestellen.
Die Einschnitte sollen nur durch Schwarte und Fettschicht gehen. Wird in das Fleisch geschnitten, kann beim Garen mehr Fleischsaft austreten.
Dunkles Bier und Rinderbrühe bilden zusammen mit dem gerösteten Gemüse die kräftige Grundlage der passierten Soße.
Die Form kann abweichen und das Stück dadurch etwas länger brauchen.
Das Stück wie beschrieben trocken tupfen, einschneiden, würzen und auf dem Drehspieß befestigen. Die Garzeit nicht allein nach der Uhr beurteilen, sondern Kerntemperatur und Lockerung am Knochen prüfen.
Nur Schwarte und Fettschicht durchtrennen und beim Schneiden flach ansetzen.
Das Stück trotzdem weitergaren und die Kerntemperatur sorgfältig kontrollieren; die Kruste kann an den tiefen Schnitten ungleichmäßig werden.
Den Spieß vor dem Einschalten von Hand drehen und das Fleisch bei Bedarf zusätzlich sichern.
Motor ausschalten, den Spieß abkühlen lassen und die Befestigung korrigieren.
Den Fond regelmäßig prüfen und bei Bedarf heißes Wasser nachgießen.
Falls noch Fond vorhanden ist, mit heißem Wasser vorsichtig verdünnen und erneut abschmecken.
Die letzten 10–15 Minuten eng beobachten und bei starker Bräunung die Hitze reduzieren.
Verbrannte Stellen vorsichtig entfernen und das Fleisch mit der Soße servieren.
Stärke und kaltes Wasser vollständig glatt rühren und unter Rühren einarbeiten.
Die Soße mit etwas heißem Fond oder Wasser verdünnen und durch ein Sieb geben.
Häufig gefragt
Ein fränkisches Schäufele ist ein flaches Stück Schweineschulter mit Schulterblatt, Knochen und Schwarte. Für dieses Rezept wird es ungepökelt auf dem Drehspieß gegart.
Die rotierende indirekte Hitze verteilt die Wärme gleichmäßig um das große Stück und unterstützt eine gleichmäßig knusprige Schwarte.
Es ist fertig, wenn im dicksten Fleischbereich 88–90 °C erreicht sind und sich das Fleisch am Knochen deutlich gelockert hat.
Ja. Eine Schweineschulter mit Knochen und Schwarte eignet sich als Alternative, kann wegen ihrer anderen Form aber etwas länger brauchen.
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