Fränkisches Schäufele vom Drehspieß

Fränkisches Drehspießgericht

Ungepökelte Schweineschulter mit Knochen und Schwarte, indirekt rotierend gegart und zum Schluss bei hoher Hitze knusprig aufgepoppt. Dazu gibt es eine passierte Soße aus Dunkelbier, Röstgemüse und Rinderbrühe.

Zum Rezept
Fränkisches Schäufele vom Drehspieß
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 4 Std. 45 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 20 Minuten
Gesamtzeit ca. 5 Std. 30 Min.
Menge 5–6 Personen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Alkohol als Zutat, Fleisch, Gemüse
Prägende Zubereitungsverfahren Binden, Gelieren und Stocken, Grillen
Würzanwendung Trocken einreiben
Grill-Hitzeanordnung Direkte Grillzone, Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die rotierende indirekte Hitze gart das große Stück gleichmäßig und hält die Schwarte kontinuierlich über dem Fond.
  • Das Röstgemüse und das Tomatenmark geben dem Dunkelbier-Fond Tiefe und eine kräftige Farbe.
  • Die hohe Schlusshitze lässt die eingeschnittene Schwarte sichtbar aufpoppen und knusprig werden.
  • Das Passieren und Binden verwandelt den aromatischen Fond in eine glatte, vollmundige Soße.

Fränkisches Schäufele ist ein flaches Stück Schweineschulter mit Schulterblatt, Knochen und Schwarte. Auf dem Drehspieß bekommt es gleichmäßige indirekte Hitze, während Röstgemüse, Dunkelbier und Brühe in der Auffangpfanne zu einer kräftigen Soße zusammenlaufen. Anders als badisches Schäufele wird diese fränkische Variante ungepökelt zubereitet und erst am Ende bei hoher Temperatur aufgeknuspert.

Das Fleisch wird weich und saftig und löst sich am Knochen deutlich. Die Schwarte wird krachend knusprig, während Dunkelbier, Röstgemüse und Kümmel der dunklen Soße malzige, würzige und leicht süßliche Noten geben.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Vorbereiten

  1. Schwarte einschneiden

    Das Schäufele mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen. Die Schwarte mit einem scharfen Messer rautenförmig einschneiden. Dabei nur Schwarte und Fettschicht durchtrennen, nicht in das Fleisch schneiden.

    Daran erkennst du es: Die Schwarte ist sauber eingeschnitten, das darunterliegende Fleisch bleibt unverletzt.

    • Nicht tiefer als durch Schwarte und Fettschicht schneiden, damit der Fleischsaft im Braten bleibt.

    Wichtig: Das Messer kontrolliert und vom Körper weg führen.

  2. Würzen und ruhen lassen

    Pfeffer und Kümmel mischen. Das Fleisch rundum damit einreiben, die Schwarte auslassen und dort das Salz sorgfältig in die Schnitte geben. Das gewürzte Schäufele 30 Minuten unbedeckt ruhen lassen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Würzmischung haftet am Fleisch und das Salz sitzt in den Schwarteneinschnitten.

    • Die Schwarte bleibt unbedeckt, damit sie vor dem Grillen möglichst trocken ist.
  3. Fond ansetzen

    Den Grill für direkte Hitze auf etwa 200 °C vorheizen. Eine hitzefeste Grillpfanne oder tiefe Auffangschale mit dem Öl auf den Rost stellen. Zwiebeln, Möhren, Sellerie, Lauch und Knoblauch 8–10 Minuten anrösten. Das Tomatenmark einrühren und 1 Minute mitrösten. Mit Bier und Rinderbrühe ablöschen, die Lorbeerblätter zugeben und die Pfanne unter dem späteren Bratgut platzieren.

    11 Minuten 200 °C

    Daran erkennst du es: Das Gemüse ist gebräunt, das Tomatenmark dunkler geworden und der Fond vollständig abgelöscht.

    • Die Auffangschale muss später unter dem rotierenden Braten stehen und ausreichend Flüssigkeit aufnehmen.

    Wichtig: Beim Ablöschen mit Bier und Brühe auf spritzende heiße Flüssigkeit achten.

  4. Schäufele aufspießen

    Das Schäufele nach der Geräteanleitung auf dem Drehspieß befestigen. Die Fleischgabeln fest in den dicksten Teil setzen und das Stück bei Bedarf zusätzlich mit hitzefester Küchenschnur am Knochen sichern. Den Spieß vor dem Einschalten von Hand drehen und prüfen, ob das Fleisch ausgewogen läuft und weder Rost noch Deckel berührt.

    Daran erkennst du es: Der Spieß läuft von Hand gleichmäßig, ohne dass das Fleisch Rost oder Deckel berührt.

    • Das dickste Fleischstück sollte stabil zwischen den Fleischgabeln sitzen.

    Wichtig: Den Grillmotor erst einschalten, wenn der Spieß sicher befestigt und frei drehbar ist.

Rotierend garen und knusprig braten

  1. Indirekte Hitze einregeln

    Den Grill auf etwa 150 °C indirekte Hitze einregeln. Bei einem Gasgrill bleiben die äußeren Brenner an, der mittlere Brenner bleibt aus; bei Holzkohle liegt die Glut seitlich. Den Drehspieß einsetzen, die Auffangpfanne darunterstellen und den Deckel schließen. Ein Grillthermometer in den dicksten Fleischbereich stecken, ohne den Knochen zu berühren.

    150 °C

    Daran erkennst du es: Das Schäufele dreht frei und der Temperaturfühler sitzt im dicksten Fleischbereich, ohne den Knochen zu berühren.

    • Die Auffangpfanne bleibt direkt unter dem Braten, damit der Fond nicht auf die Glut tropft.

    Wichtig: Der Temperaturfühler darf den Knochen nicht berühren, weil die Messung sonst verfälscht werden kann.

  2. Schäufele garen

    Das Schäufele 3½–4½ Stunden rotierend garen, bis eine Kerntemperatur von 88–90 °C erreicht ist und sich das Fleisch am Knochen deutlich gelockert hat. Die Flüssigkeit in der Auffangpfanne regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf mit heißem Wasser ergänzen, damit der Fond nicht trocken läuft.

    150 °C

    Daran erkennst du es: 88–90 °C Kerntemperatur und deutlich gelockertes Fleisch am Knochen.

    • Während der langen Garzeit den Deckel möglichst geschlossen halten und nur zum Kontrollieren öffnen.

    Wichtig: Heiße Auffangpfanne und austretendes Fett vorsichtig handhaben.

  3. Schwarte aufknuspern

    Für die Kruste die Grilltemperatur auf 220–230 °C erhöhen und, falls vorhanden, den Heckbrenner zuschalten. Das Schäufele weitere 10–15 Minuten drehen lassen, bis die Schwarte sichtbar aufpoppt und knusprig ist. Die Schwarte dabei aufmerksam beobachten, damit sie nicht verbrennt.

    15 Minuten 225 °C

    Daran erkennst du es: Die Schwarte ist sichtbar aufgepoppt und knusprig, ohne verbrannte Stellen.

    • Die Schwarte in dieser Phase nicht aus den Augen lassen, weil sie bei hoher Hitze schnell dunkel wird.

    Wichtig: Beim Zuschalten des Heckbrenners auf ausreichenden Abstand zu Deckel und Grillteilen achten.

Ruhen lassen, Soße vollenden und servieren

  1. Ruhen lassen und Soße passieren

    Den Spieß vorsichtig abnehmen, das Fleisch lösen und 20 Minuten unbedeckt ruhen lassen. Für die Soße die Lorbeerblätter entfernen, den Fond durch ein Sieb passieren und überschüssiges Fett abschöpfen. Den Fond nochmals erhitzen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ruht unbedeckt und der passierte Fond ist wieder heiß.

    • Die Schwarte bleibt beim Ruhen unbedeckt, damit sie knusprig bleibt.

    Wichtig: Den heißen Spieß und die Auffangpfanne nur mit geeignetem Hitzeschutz abnehmen.

  2. Soße binden und abschmecken

    Die Speisestärke mit 30 ml kaltem Wasser glatt rühren, in den heißen Fond einrühren und die Soße 1 Minute leicht kochen lassen. Bei Bedarf mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    1 Minute

    Daran erkennst du es: Die Soße ist glatt gebunden und haftet leicht am Löffel.

    • Die angerührte Stärke unter ständigem Rühren einarbeiten, damit keine Klümpchen entstehen.

    Wichtig: Heiße Soße kann beim Einrühren spritzen.

  3. Portionieren und servieren

    Das Schäufele entlang des Knochens in 5–6 Portionen schneiden und mit der passierten Dunkelbiersoße servieren.

    Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich entlang des Knochens in Portionen lösen und wird mit der heißen Soße serviert.

    • Entlang des Knochens schneiden, damit die Portionen sauber aus dem Braten gelöst werden.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Trockene Schwarte: Die Schwarte vor dem Würzen gründlich trocken tupfen und während der Ruhezeit unbedeckt lassen. Das unterstützt eine knusprige Oberfläche.
  • Drehspieß ausbalancieren: Ein großes Stück Fleisch muss auf dem Drehspieß stabil sitzen und frei laufen. Vor dem Einschalten von Hand drehen und gegebenenfalls mit Küchenschnur am Knochen sichern.
  • Fond nicht trocken laufen lassen: Die Flüssigkeit in der Auffangpfanne regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf heißes Wasser ergänzen. So bleibt genügend Fond für die passierte Soße erhalten.
  • Kruste aufmerksam beobachten: Die hohe Schlusshitze sorgt für die aufgepoppte Schwarte, kann sie aber auch schnell verbrennen. Die letzten Minuten deshalb eng begleiten.

Zutatenwissen

Beim Metzger bestellen

Schäufele ist ein flaches Stück aus der Schweineschulter mit Schulterblatt, Knochen und Schwarte. Beim Metzger ausdrücklich als fränkisches Schäufele bestellen.

Schwarte einschneiden

Die Einschnitte sollen nur durch Schwarte und Fettschicht gehen. Wird in das Fleisch geschnitten, kann beim Garen mehr Fleischsaft austreten.

Fondbasis

Dunkles Bier und Rinderbrühe bilden zusammen mit dem gerösteten Gemüse die kräftige Grundlage der passierten Soße.

Sinnvolle Alternativen

Schweineschulter mit Knochen und Schwarte

Die Form kann abweichen und das Stück dadurch etwas länger brauchen.

Das Stück wie beschrieben trocken tupfen, einschneiden, würzen und auf dem Drehspieß befestigen. Die Garzeit nicht allein nach der Uhr beurteilen, sondern Kerntemperatur und Lockerung am Knochen prüfen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Schwarte wird eingeschnitten, aber das Fleisch darunter ist ebenfalls verletzt.

Nur Schwarte und Fettschicht durchtrennen und beim Schneiden flach ansetzen.

Das Stück trotzdem weitergaren und die Kerntemperatur sorgfältig kontrollieren; die Kruste kann an den tiefen Schnitten ungleichmäßig werden.

Der Braten läuft unrund oder berührt Rost beziehungsweise Deckel.

Den Spieß vor dem Einschalten von Hand drehen und das Fleisch bei Bedarf zusätzlich sichern.

Motor ausschalten, den Spieß abkühlen lassen und die Befestigung korrigieren.

In der Auffangpfanne ist vor Ende der Garzeit kaum noch Flüssigkeit vorhanden.

Den Fond regelmäßig prüfen und bei Bedarf heißes Wasser nachgießen.

Falls noch Fond vorhanden ist, mit heißem Wasser vorsichtig verdünnen und erneut abschmecken.

Die Schwarte wird dunkel, bevor sie gleichmäßig knusprig ist.

Die letzten 10–15 Minuten eng beobachten und bei starker Bräunung die Hitze reduzieren.

Verbrannte Stellen vorsichtig entfernen und das Fleisch mit der Soße servieren.

Die Soße enthält Klümpchen oder wird zu dick.

Stärke und kaltes Wasser vollständig glatt rühren und unter Rühren einarbeiten.

Die Soße mit etwas heißem Fond oder Wasser verdünnen und durch ein Sieb geben.

Servieren und kombinieren

  • Mit passierter Dunkelbiersoße: Das portionierte Schäufele mit der glatt passierten, leicht gebundenen Soße aus Dunkelbier, Röstgemüse und Rinderbrühe servieren.

Allergene und Nährwerte

  • Sellerie: enthält · Knollensellerie ist ausdrücklich als Zutat enthalten.
  • Glutenhaltiges Getreide: may_contain · Bei Bier und Rinderbrühe die jeweilige Produktkennzeichnung prüfen.

Lebensmittelsicherheit

  • Sicherer Drehspießbetrieb: Fleischgabeln fest einsetzen, das Schäufele bei Bedarf mit hitzefester Küchenschnur sichern und den Spieß vor dem Einschalten von Hand auf freien Lauf prüfen.
  • Umgang mit heißen Grillteilen: Spieß, Auffangpfanne und heiße Flüssigkeit vorsichtig und nur mit geeignetem Hitzeschutz handhaben. Die Schwarte während der hohen Schlusshitze aufmerksam beobachten.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was ist ein fränkisches Schäufele?

Ein fränkisches Schäufele ist ein flaches Stück Schweineschulter mit Schulterblatt, Knochen und Schwarte. Für dieses Rezept wird es ungepökelt auf dem Drehspieß gegart.

Warum wird das Schäufele auf dem Drehspieß gegart?

Die rotierende indirekte Hitze verteilt die Wärme gleichmäßig um das große Stück und unterstützt eine gleichmäßig knusprige Schwarte.

Woran erkenne ich, dass das Schäufele gar ist?

Es ist fertig, wenn im dicksten Fleischbereich 88–90 °C erreicht sind und sich das Fleisch am Knochen deutlich gelockert hat.

Kann ich auch eine andere Schweineschulter verwenden?

Ja. Eine Schweineschulter mit Knochen und Schwarte eignet sich als Alternative, kann wegen ihrer anderen Form aber etwas länger brauchen.

Aus unserer Küche

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