Zartes Pulled Pork vom österreichischen Schweinsschopf, das 10 bis 15 Stunden indirekt im Smoker gegart, mit Buchenrauch aromatisiert und anschließend mit dem eigenen Bratensaft gezupft wird.
Von So schmeckt GrillenVeröffentlicht am 24. September 2026
Gerichtsform und GerichtsartBraten und Schmorbraten
Prägende ZutatenfamilieFleisch, Kräuter und Gewürze
Prägende ZubereitungsverfahrenRäuchern
Art der RauchbehandlungHeißräuchern
WürzanwendungTrocken einreiben, Während des Garens bestreichen oder begießen
Grill-HitzeanordnungIndirekte Grillzone
Smoker-GarungSmoken
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Was dieses Rezept zuverlässig macht
Die kräftige Marmorierung des Schweinsschopfs bleibt beim langen indirekten Garen saftig und liefert die Grundlage für eine zarte, leicht zupfbare Struktur.
Paprika, Kümmel, Pfeffer und Cayennepfeffer bilden zusammen mit braunem Zucker und Salz eine würzige Kruste mit ausgewogener Süße und Schärfe.
Buchenrauch, Lagerbier, Apfelsaft und Worcestersauce ergänzen das Schweinefleisch mit rauchigen, malzigen, fruchtigen und würzigen Noten.
Das Ruhen im Metzgerpapier verteilt den Fleischsaft wieder im Stück, bevor das Fleisch gezupft und mit dem aufgefangenen Saft vermischt wird.
Pulled Pork vom Schweinsschopf ist eine moderne österreichische Grillvariante des internationalen BBQ-Klassikers. Der gut marmorierte Schweinsschopf wird mit Paprika, Kümmel, Pfeffer, Cayennepfeffer, Zucker und Salz trocken eingerieben, über Nacht durchziehen gelassen und anschließend langsam im Smoker gegart. Ein Mop aus Lagerbier, Apfelsaft und Worcestersauce hält das Fleisch während der langen Garung aromatisch und saftig. Diese Fassung ist regional geprägt, beansprucht aber keine historische österreichische Originaltradition.
Das fertige Fleisch ist weich, saftig und faserig zupfbar. Die äußere Würzkruste schmeckt rauchig, paprika-würzig und leicht süß, während Kümmel und Pfeffer für Tiefe sorgen. Lagerbier und Apfelsaft runden den kräftigen Schweinegeschmack ab.
Schritt für Schritt
Zubereitung
Zubereitung
1
Fleisch und Rub vorbereiten
Den Schweinsschopf mit Küchenpapier trocken tupfen. Nur lose Fleisch- oder Fettstücke entfernen; die natürliche Marmorierung bleibt erhalten. Paprikapulver, braunen Zucker, Salz, grob zerdrückte Pfefferkörner, Kümmel und Cayennepfeffer in einer Schüssel gründlich vermischen.
10 Minuten
Die Marmorierung nicht wegparieren; sie trägt wesentlich zur Saftigkeit bei.
Wichtig: Rohes Schweinefleisch und verwendete Arbeitsflächen nach der Vorbereitung gründlich reinigen.
2
Rub auftragen und marinieren
Das Fleisch rundum mit der Würzmischung einreiben und den Rub leicht andrücken. Den gewürzten Schweinsschopf in einen geschlossenen Behälter legen und 8 bis 12 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
10 Stunden
Der Behälter sollte geschlossen sein, damit das Fleisch im Kühlschrank geschützt liegt.
Wichtig: Das Fleisch während der gesamten Marinierzeit gekühlt halten.
3
Smoker und Mop vorbereiten
Das Fleisch etwa 45 Minuten vor dem Auflegen aus dem Kühlschrank nehmen. Lagerbier, Apfelsaft und Worcestersauce zu einem Mop verrühren. Den Smoker mit Holzkohlebriketts als Brennstoff für indirekte Hitze vorbereiten und auf 105 bis 115 °C Garraumtemperatur stabilisieren. Die Tropfschale einsetzen und mit 500 ml Wasser füllen.
45 Minuten110 °C
Die Garraumtemperatur vor dem Auflegen stabilisieren, damit die lange Garung gleichmäßig beginnt.
Wichtig: Beim Arbeiten am aufgeheizten Smoker hitzebeständige Handschuhe verwenden und den Deckel vorsichtig öffnen.
4
Fleisch auflegen und räuchern
Sobald die Temperatur stabil ist, ein Buchenholzstück auf die Glut legen. Das Fleisch in den indirekten Bereich des Smokers legen und den Thermometerfühler in die dickste Stelle stecken. Die erste Rauchphase dauert etwa 2 bis 3 Stunden. Danach nur noch Holz nachlegen, wenn der Rauch deutlich nachlässt. Dünner, bläulicher Rauch ist ausreichend.
Zu dichter Rauch kann einen bitteren Geschmack erzeugen; lieber sparsam Holz nachlegen.
Wichtig: Deckel und Metallteile werden sehr heiß; den Smoker nur mit ausreichendem Hitzeschutz bedienen.
5
Während der Garung bestreichen
Das Fleisch während der ungewendeten Garung nach etwa 3 Stunden und danach bei Bedarf noch ein- bis zweimal dünn mit dem Bier-Apfel-Mop bestreichen. Den Deckel jeweils nur kurz öffnen, damit die Garraumtemperatur stabil bleibt.
Daran erkennst du es: Die Mop-Schicht ist dünn aufgetragen und die Garraumtemperatur bleibt möglichst stabil.
Nicht häufig nachsehen; jedes Öffnen verlängert die Garung und erschwert die Temperaturkontrolle.
Wichtig: Mop nicht mit bereits benutzten Utensilien in Kontakt bringen, wenn er später nochmals verwendet wird.
6
Plateauphase und Wickeln
Zwischen etwa 65 und 75 °C Kerntemperatur kann eine Plateauphase auftreten. Dabei steigt die Kerntemperatur längere Zeit kaum an. Nicht hektisch nachheizen. Sobald das Fleisch 70 bis 75 °C Kerntemperatur erreicht hat und die äußere Würzkruste fest wirkt, das Fleisch locker in unbeschichtetes Metzgerpapier wickeln und zurück in den Smoker legen. Die Garraumtemperatur auf etwa 120 °C anheben.
120 °C
Daran erkennst du es: Die äußere Würzkruste wirkt fest und die Kerntemperatur liegt bei 70 bis 75 °C.
Die Plateauphase ist bei dieser langen Garung möglich und kein Grund, die Hitze unkontrolliert zu erhöhen.
Wichtig: Beim Wickeln mit heißem Fleisch und heißem Papier vorsichtig arbeiten.
7
Bis zur Garprobe weitergaren
Das eingewickelte Fleisch im Smoker weitergaren, bis die Kerntemperatur ungefähr 92 bis 95 °C erreicht. Entscheidend ist zusätzlich die Garprobe: Ein Temperaturfühler soll in der dicksten Stelle fast ohne Widerstand gleiten. Je nach Gewicht, Form und Smoker kann die tatsächliche Garzeit etwa 10 bis 15 Stunden betragen.
120 °C
Daran erkennst du es: 92 bis 95 °C Kerntemperatur und ein Temperaturfühler gleitet fast ohne Widerstand in die dickste Stelle.
Nicht ausschließlich nach der Uhr garen; Gewicht, Form und Smoker beeinflussen die Dauer.
Wichtig: Das Fleisch erst aus dem Smoker nehmen, wenn die beschriebene Garprobe erfüllt ist.
8
Fleisch ruhen lassen
Das fertig gegarte Fleisch im Papier belassen und mindestens 60 Minuten in einer isolierten Box oder einem gut eingewickelten, ausgeschalteten Warmhaltebehälter ruhen lassen. So verteilt sich der Fleischsaft wieder im Stück.
60 Minuten
Daran erkennst du es: Das Fleisch bleibt eingewickelt und kann nach der Ruhezeit ausgewickelt werden.
Die Ruhezeit nicht überspringen; sie erleichtert das saftige Zupfen.
Wichtig: Das Fleisch während der Ruhezeit geschützt und nicht ungekühlt offen stehen lassen.
9
Zupfen und anrichten
Das Fleisch auswickeln und den aufgefangenen Saft aus dem Papier auffangen. Den Schweinsschopf mit zwei Gabeln oder behandschuhten Händen zupfen. Nach und nach etwas vom eigenen Bratensaft untermischen, bis die gewünschte Saftigkeit erreicht ist. Ohne zusätzliche Beilage servieren oder nur mit dem eigenen Saft anrichten.
15 Minuten
Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich leicht teilen und nimmt den eigenen Bratensaft gleichmäßig auf.
Den aufgefangenen Saft portionsweise zugeben, damit das Fleisch nicht zu flüssig wird.
Wichtig: Beim Zupfen mit den Händen nur hitzefeste Handschuhe verwenden, wenn das Fleisch noch sehr heiß ist.
Gut zu wissen
Hinweise zum Rezept
Plateauphase einplanen: Zwischen etwa 65 und 75 °C Kerntemperatur kann die Temperatur längere Zeit kaum steigen. Das ist bei einer langen Smoker-Garung möglich; nicht hektisch nachheizen, sondern die Garprobe abwarten.
Dünner Rauch genügt: Für ein ausgewogenes Raucharoma reicht dünner, bläulicher Rauch. Buchenholz nur nachlegen, wenn der Rauch deutlich nachlässt.
Ruhezeit nicht auslassen: Das eingewickelte Fleisch mindestens 60 Minuten ruhen lassen, damit sich der Fleischsaft im Stück verteilt und das spätere Zupfen saftiger gelingt.
Zutatenwissen
Schweinsschopf beim Einkauf
In Deutschland entspricht Schweinsschopf meist dem gut durchwachsenen Schweinenacken. Der Zuschnitt ist beim Metzger oder an der Fleischtheke erhältlich. Schweineschulter kann ersatzweise verwendet werden, bleibt je nach Stück aber etwas fester und kann länger brauchen.
Buchenholz für den Smoker
Trockene Buchenholzstücke sind im BBQ-Fachhandel, bei Anbietern für Kaminholz oder im gut sortierten Baumarkt erhältlich. Trockenes Apfelholz ist eine mögliche Alternative mit meist milderem, fruchtigerem Raucharoma.
Unbeschichtetes Metzgerpapier
Unbeschichtetes Metzgerpapier wird im BBQ-Fachhandel oder bei Fleischereibedarf angeboten. Alufolie kann ebenfalls zum Wickeln verwendet werden, macht die äußere Würzkruste jedoch weicher.
Sinnvolle Alternativen
Schweineschulter ohne Knochen
Das Fleisch kann je nach Stück etwas fester bleiben und länger brauchen.
Schweineschulter in gleicher Ausgangsmenge verwenden und die Garprobe besonders beachten.
Trockenes Apfelholz
Das Raucharoma wirkt meist milder und fruchtiger als mit Buchenholz.
Trockenes Apfelholz anstelle des Buchenholzes verwenden und nur nachlegen, wenn der Rauch deutlich nachlässt.
Alufolie
Die äußere Würzkruste wird weicher.
Das Fleisch locker in Alufolie wickeln und anschließend wie beschrieben im Smoker weitergaren.
Typische Fehler und ihre Lösung
Das Fleisch schmeckt bitter oder sehr stark nach Rauch.
Nur sparsam Holz nachlegen und auf dünnen, bläulichen Rauch achten.
Die fertige Kruste beim Zupfen nicht vollständig verwenden und das Fleisch mit dem eigenen Bratensaft ausbalancieren.
Die Garung dauert deutlich länger als erwartet.
Nur zum Bestreichen oder Kontrollieren kurz öffnen und die Temperatur möglichst stabil halten.
Den Smoker wieder ruhig auf die vorgesehene Temperatur einregeln und nach der Garprobe weiterarbeiten.
Das Fleisch lässt sich nicht leicht zupfen und bleibt fest.
Bis etwa 92 bis 95 °C und bis zum nahezu widerstandslosen Gleiten des Temperaturfühlers garen.
Das Fleisch zurück in den Smoker legen und weitergaren, bis die Garprobe erfüllt ist.
Beim Zupfen tritt viel Saft aus und das Fleisch wirkt weniger saftig.
Mindestens 60 Minuten im Papier ruhen lassen.
Den aufgefangenen Saft beim Zupfen nach und nach wieder unter das Fleisch mischen.
Die Würzkruste wird weich oder ungleichmäßig.
Den Mop nur dünn und bei Bedarf ein- bis zweimal während der Garung auftragen.
Das Fleisch weitergaren, bis die Oberfläche wieder ausreichend fest wirkt, und beim Zupfen die weicheren Krustenstücke gezielt einarbeiten.
Servieren und kombinieren
Mit eigenem Bratensaft: Das gezupfte Fleisch mit dem aufgefangenen Bratensaft vermischen und nur mit diesem Saft anrichten. So bleibt der rauchige, würzige Charakter des Schweinsschopfs im Mittelpunkt.
Pur servieren: Das Pulled Pork ohne zusätzliche Beilage servieren, wenn Fleisch, Würzkruste, Buchenrauch und eigener Bratensaft allein im Vordergrund stehen sollen.
Planen und Reste genießen
Vorbereiten
Das Fleisch kann nach dem Würzen 8 bis 12 Stunden im geschlossenen Behälter im Kühlschrank ziehen. Erst etwa 45 Minuten vor dem Auflegen herausnehmen und anschließend wie beschrieben smoken.
Allergene und Nährwerte
Glutenhaltiges Getreide: uncertain · Lagerbier kann aus glutenhaltigem Getreide gebraut sein; die konkrete Zusammensetzung des verwendeten Produkts ist nicht angegeben.
Fisch: uncertain · Worcestersauce kann Fischbestandteile enthalten; das konkrete Produktetikett ist maßgeblich.
Häufig gefragt
Fragen zum Rezept
Kann ich Schweineschulter statt Schweinsschopf verwenden?
Ja. Schweineschulter ist eine mögliche Alternative, bleibt je nach Stück aber etwas fester und kann länger brauchen. Entscheidend bleiben die Kerntemperatur und die Garprobe.
Woran erkenne ich, dass das Pulled Pork fertig ist?
Das Fleisch sollte ungefähr 92 bis 95 °C Kerntemperatur erreicht haben. Zusätzlich soll ein Temperaturfühler in der dicksten Stelle fast ohne Widerstand gleiten.
Was mache ich, wenn die Kerntemperatur längere Zeit nicht steigt?
Zwischen etwa 65 und 75 °C kann eine Plateauphase auftreten. Nicht hektisch nachheizen, sondern die Garraumtemperatur stabil halten und die beschriebene Garung fortsetzen.
Kann ich anderes Holz statt Buchenholz verwenden?
Trockenes Apfelholz ist eine mögliche Alternative. Es wirkt meist milder und fruchtiger als Buchenholz.
Kann ich das Fleisch in Alufolie wickeln?
Ja. Alufolie kann das Fleisch ebenfalls umschließen, macht die äußere Würzkruste jedoch weicher. Für diese Fassung ist unbeschichtetes Metzgerpapier die passendere Wahl.
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