Bondiola und Schweinenacken
Bondiola ist ein kräftig durchwachsenes Stück vom Schweinenacken. Gut durchwachsener Schweinenacken ist eine passende Alternative und bleibt beim langen indirekten Garen saftig.
Argentinische Parrilla-Variante
Kräftig angegrillte Bondiola wird indirekt langsam gegart, in feine Fasern gezupft und im eingekochten würzigen Sud serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Bondiola bezeichnet einen kräftig durchwachsenen Schweinenacken, der lange Grillhitze gut verträgt. Diese moderne argentinische Parrilla-Variante verbindet kräftiges Anrösten über direkter Glut mit langsamem, indirektem BBQ-Garen. Erst wenn das Fleisch weich ist, wird es in Fasern gezupft und im eingekochten Sud gebunden. So bleibt die Grillnote klar, während die Sauce jede Faser umhüllt.
Zarte, saftige Fleischfasern mit kräftiger Röstnote, würziger Paprika- und Knoblauchnote sowie einem leicht malzigen, sämigen Sud.
Schritt für Schritt
Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Ají molido, Kreuzkümmel und Oregano vermischen. Knoblauch und Olivenöl einrühren, bis eine würzige Paste entsteht. Die Bondiola rundum damit einreiben, abdecken und 8–12 Stunden im Kühlschrank marinieren.
Wichtig: Die marinierte Bondiola bis zum Grillen abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
Das Fleisch 30 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen. Den Grill für zwei Temperaturzonen vorbereiten: eine direkte Zone mit kräftiger Hitze zum Anrösten und eine indirekte Zone mit 135–145 °C. Bei einem Gasgrill nur die äußeren Brenner einschalten; beim Kugelgrill die Kohlen seitlich verteilen.
Die Bondiola über der direkten Hitze rundum jeweils 3–4 Minuten angrillen, bis eine kräftige Bräunung entstanden ist. Das Fleisch dabei mehrfach wenden, damit die Gewürzpaste nicht verbrennt.
Daran erkennst du es: Rundum kräftig gebräunt, ohne dass die Gewürzpaste schwarz wird.
Zwiebeln, Paprika, Tomatenmark, Bier, Rinderbrühe, Wasser, Senf, Apfelessig und braunen Zucker in eine hitzefeste Form geben. Die Form in die indirekte Zone stellen, die angegrillte Bondiola hineinlegen und die Form dicht mit Alufolie verschließen. Den Grilldeckel schließen und das Fleisch bei 135–145 °C etwa 3,5–4,5 Stunden im indirekten BBQ-Verfahren garen.
Wichtig: Beim späteren Öffnen der Form entweicht sehr heißer Dampf.
Nach etwa 3,5 Stunden die Folie vorsichtig öffnen und die Garprobe machen. Die Bondiola ist bereit, wenn sich eine Gabel leicht hineinstechen lässt und das Fleisch eine Kerntemperatur von etwa 93–96 °C erreicht hat. Bei Bedarf weitere 30–60 Minuten indirekt garen.
Daran erkennst du es: Eine Gabel lässt sich leicht hineinstechen; die Kerntemperatur liegt etwa bei 93–96 °C.
Wichtig: Die Folie vorsichtig von der Körperseite weg öffnen, damit heißer Dampf entweichen kann.
Das Fleisch aus der Form nehmen, locker abdecken und 20 Minuten ruhen lassen. Währenddessen die Form wieder offen in die indirekte Grillzone stellen und den Sud 10–15 Minuten einkochen lassen, bis er leicht sämig ist.
Daran erkennst du es: Der Sud ist leicht sämig und haftet an einem Löffel.
Wichtig: Die Form und der Sud bleiben sehr heiß.
Die Bondiola mit zwei Gabeln oder behandschuhten Händen in feine Fasern zupfen. Größere Fett- und Bindegewebestücke entfernen. Das gezupfte Fleisch zurück in den eingekochten Sud geben und auf dem Grill noch 5 Minuten unter gelegentlichem Wenden binden lassen.
Daran erkennst du es: Die Fleischfasern sind gleichmäßig mit dem sämigen Sud überzogen.
Wichtig: Zum Zupfen nur hitzefeste Handschuhe verwenden, wenn das Fleisch noch sehr heiß ist.
Die Bondiola desmechada heiß im eigenen würzigen Sud servieren.
Gut zu wissen
Bondiola ist ein kräftig durchwachsenes Stück vom Schweinenacken. Gut durchwachsener Schweinenacken ist eine passende Alternative und bleibt beim langen indirekten Garen saftig.
Ají molido ist ein argentinisches Chilipulver. Chiliflocken können es ersetzen, schmecken meist aber etwas schärfer und weniger fruchtig.
Die Gewürze werden mit Knoblauch und Olivenöl zu einer feuchten Paste vermischt. Dadurch haftet die Würzung während des direkten Angrillens besser am Fleisch.
Ergibt eine ähnlich saftige und faserige Struktur; Form und Fettverteilung können leicht abweichen.
Bondiola im gleichen Mengenverhältnis durch gut durchwachsenen Schweinenacken ersetzen und die Garprobe wie beschrieben durchführen.
Die Würzung wird meist etwas schärfer und weniger fruchtig.
Ají molido im gleichen Mengenverhältnis durch Chiliflocken ersetzen.
Die Bondiola rundum jeweils 3–4 Minuten angrillen und mehrfach wenden.
Verbrannte äußere Stellen vorsichtig entfernen und anschließend ausschließlich indirekt weitergaren.
Die Temperatur der indirekten Zone kontrollieren und die Gabelprobe durchführen.
Die Bondiola weitere 30–60 Minuten indirekt garen und erneut prüfen.
Den Sud während der Ruhezeit offen 10–15 Minuten reduzieren.
Den Sud länger offen einkochen, bis er leicht sämig ist.
Die Form dicht mit Alufolie verschließen und das gezupfte Fleisch im eingekochten Sud binden.
Das Fleisch mit zusätzlichem Sud aus der Form vermengen und kurz darin erwärmen.
Die Bondiola kann nach dem Einreiben abgedeckt 8–12 Stunden im Kühlschrank marinieren. Vor dem Grillen 30 Minuten temperieren lassen.
Häufig gefragt
Chiliflocken sind ein passender Ersatz. Sie schmecken meist etwas schärfer und weniger fruchtig als Ají molido.
Gut durchwachsener Schweinenacken ist eine passende Alternative und ergibt eine ähnlich saftige, faserige Struktur.
Eine Gabel sollte sich leicht hineinstechen lassen. Zusätzlich sollte die Kerntemperatur etwa 93–96 °C erreichen.
Die direkte Zone dient zum kräftigen Anrösten. In der indirekten Zone gart die Bondiola anschließend langsam im Sud, ohne direkt über der Hitze zu liegen.
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