Fettauflage belassen
Die Fettauflage schützt die Keule während des langen Garens und sorgt in der offenen Schlussphase für die kräftige Bräunung.
Pit-BBQ aus Südostanatolien
Eine ganze Lammkeule gart dicht abgedeckt über indirekter Holzkohle langsam und saftig, wird anschließend offen gebräunt und auf warmem Pide mit dem aufgefangenen Bratensaft serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Büryan kebabı ist ein kräftiges Lammgericht, das besonders mit Siirt und Bitlis verbunden ist. Die klassische Idee des geschützten Garens über Glut wird hier auf dem Holzkohlegrill mit indirekter Hitze, einer Wasserschale und dichter Abdeckung umgesetzt.
Das Lamm wird weich und saftig, mit deutlich lösbarem Fleisch am Knochen und einer kräftig gebräunten, aromatischen Fettauflage. Auf warmem Pide verbinden sich herzhafter Bratensaft, rauchige Glutnoten und der milde Geschmack des Brotes.
Schritt für Schritt
Die Lammkeule etwa 30 Minuten vor dem Salzen aus dem Kühlschrank nehmen. Nur lose Sehnen entfernen und die Fettauflage nicht abschneiden.
Das grobe Salz rundum in das Fleisch einmassieren und die Keule 30 Minuten ruhen lassen.
Einen großen Holzkohlegrill mit Deckel für indirekte Hitze vorbereiten. Die Kohlen auf zwei Seiten verteilen und die Mitte frei lassen. Den Grill mit geschlossenem Deckel auf 145–160 °C einregeln.
Wichtig: Beim Nachregeln nur hitzefeste Grillwerkzeuge verwenden und den Deckel vorsichtig öffnen.
Eine tiefe, hitzefeste Grillschale in die freie Mitte stellen und das Wasser hineingießen. Einen Rost oder ein passendes Gitter darüberlegen, sodass die Lammkeule nicht im Wasser liegt.
Wichtig: Die Schale wird sehr heiß; beim späteren Öffnen vor austretendem Dampf schützen.
Die Keule mit der Fettseite nach oben auf den Rost legen. Die Schale mit einer großen, tiefen Metallhaube oder zwei Lagen stabiler Grillfolie möglichst dicht abdecken. Die Abdeckung darf das Fleisch nicht berühren.
Wichtig: Die Abdeckung muss hitzefest sein und darf keine offenen Stellen über der Glut erzeugen.
Die abgedeckte Schale über der indirekten Zone platzieren und den Grill schließen. Das Lamm 3 Stunden 45 Minuten bis 4 Stunden 15 Minuten bei 145–160 °C garen. Den Deckel in den ersten drei Stunden nicht öffnen. Die Grilltemperatur bei Bedarf über die Lüftung und mit vorgeheizten Kohlen nachregeln.
Daran erkennst du es: Nach der Garzeit sollte ein dünner Spieß leicht hineingleiten.
Wichtig: Beim Nachlegen oder Nachregeln von Kohlen auf ausreichende Belüftung und sicheren Abstand achten.
Nach 3 Stunden 45 Minuten die Abdeckung vorsichtig öffnen. Die Keule ist fertig, wenn ein dünner Spieß leicht hineingleitet und sich das Fleisch am Knochen deutlich löst. Ist es noch fest, wieder dicht abdecken und weitere 30–45 Minuten indirekt grillen.
Daran erkennst du es: Der Spieß gleitet leicht hinein und das Fleisch löst sich deutlich vom Knochen.
Wichtig: Beim Öffnen können heißer Dampf und aufgeheiztes Fett austreten.
Die Abdeckung entfernen und den Grill auf 230–240 °C bringen. Das Lamm weitere 12–15 Minuten offen über indirekter Hitze grillen, bis die Fettauflage kräftig gebräunt ist.
Daran erkennst du es: Die Fettauflage ist kräftig gebräunt, ohne zu verbrennen.
Wichtig: Heißes Fett kann aufflammen; bei Bedarf die Keule wieder vollständig in die indirekte Zone schieben.
Die Keule vom Grill nehmen und 20 Minuten locker ruhen lassen. Währenddessen die Pide kurz über der direkten Zone erwärmen.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ruht locker abgedeckt, während das Brot warm und weich wird.
Wichtig: Die Keule vorsichtig vom Rost nehmen und auf eine ausreichend große, stabile Unterlage legen.
Das Lamm entlang des Knochens lösen und quer zur Faser in kräftige Scheiben oder große Stücke schneiden. Auf dem warmen Pide anrichten und den aufgefangenen Bratensaft darübergeben.
Gut zu wissen
Die Fettauflage schützt die Keule während des langen Garens und sorgt in der offenen Schlussphase für die kräftige Bräunung.
Türkisches Pide ist meist in türkischen Bäckereien oder gut sortierten orientalischen Lebensmittelgeschäften erhältlich. Ein weiches Fladenbrot funktioniert als dünnere Alternative.
Das Brot ist meist dünner und nimmt etwas weniger Bratensaft auf.
Die kleinen Fladenbrote kurz über der direkten Grillzone erwärmen und beim Anrichten unter oder neben dem Lamm servieren.
Den Deckel in den ersten drei Stunden geschlossen halten und die Temperatur möglichst konstant bei 145–160 °C führen.
Die Keule wieder dicht abdecken und weitere 30–45 Minuten indirekt garen.
Nur lose Sehnen entfernen und die Fettauflage belassen.
Die Keule während des Anrichtens großzügig mit dem aufgefangenen Bratensaft beträufeln.
Eine tiefe Abdeckung verwenden, die das Fleisch nicht berührt.
Die Abdeckung vorsichtig lösen, durch eine größere ersetzen und das Lamm weitergaren.
Die Keule nach dem Grillen locker ruhen lassen und erst danach schneiden.
Die geschnittenen Stücke mit dem aufgefangenen Bratensaft auf dem warmen Pide servieren.
Die großen Pide durch kleine Fladenbrote ersetzen, die etwas weniger Bratensaft aufnehmen und sich portionsweise servieren lassen.
Häufig gefragt
Ein dünner Spieß sollte leicht hineingleiten, und das Fleisch sollte sich am Knochen deutlich lösen. Ist die Keule noch fest, wird sie wieder dicht abgedeckt und weitere 30–45 Minuten indirekt gegart.
So bleiben Hitze und feuchte Garumgebung stabil. Häufiges Öffnen verlängert die Garzeit und erschwert die Temperaturführung.
Weiches Fladenbrot eignet sich als Alternative. Es ist meist dünner und nimmt etwas weniger Bratensaft auf.
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