Cupim casqueirado – Kruste vom Drehspieß

Brasilianisches Churrasco

Ein ganzer Cupim, der brasilianische Rinderhöcker, gart langsam und eingewickelt am Drehspieß, bis er zart ist. Danach wird die Folie entfernt, die Oberfläche über kräftigerer Glut kross gebräunt und die Kruste in dünnen Streifen direkt vom Spieß abgetragen.

Zum Rezept
Kruste für Kruste vom Feuer
Vorbereitung 25 Minuten
Kochen / Backen 4 Std. 55 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 10 Minuten
Gesamtzeit ca. 5 Std. 30 Min.
Menge 8–10 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch
Prägende Zubereitungsverfahren Grillen
Grill-Hitzeanordnung Direkte Grillzone, Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die dichte Folienhülle hält das Fleisch während der langen indirekten Garphase saftig.
  • Das kontinuierliche Drehen unterstützt eine gleichmäßige Hitzeeinwirkung rund um den großen Braten.
  • Die abschließende Phase über kräftigerer Glut entwickelt eine dunkle, krosse Außenschicht.
  • Durch das schichtweise Abtragen bleibt der noch nicht geschnittene Kern am Drehspieß und kann weiter nachbräunen.

Cupim casqueirado ist eine brasilianische Churrasco-Zubereitung aus einem ganzen Stück Rinderhöcker. Der Cupim bleibt während des langsamen Garens am Drehspieß, wird anschließend über stärkerer Glut gebräunt und portionsweise krustenweise geschnitten. So bleibt der Kern am Spieß, während die jeweils frisch geröstete Außenschicht sofort serviert werden kann.

Außen dunkelbraun, kross und salzig-würzig, innen saftig und weich mit kräftigem Rindfleischaroma. Die dünn abgetragenen Krustenstreifen verbinden knusprige Oberfläche mit zartem, fettreichem Fleisch.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Vorbereiten und befestigen

  1. Cupim temperieren und trocknen

    Den Cupim 30 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Die natürliche Fettauflage bleibt am Stück. Lose dünne Fleischlappen gegebenenfalls unter das Stück legen, damit der Braten gleichmäßig rund bleibt.

    30 Minuten
    • Die Fettauflage nicht entfernen; sie trägt zur Saftigkeit und zum späteren Geschmack der Kruste bei.

    Wichtig: Rohes Rindfleisch getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Arbeitsflächen anschließend gründlich reinigen.

  2. Buttern und salzen

    Die weiche Butter rundum auf dem Cupim verstreichen und das feine Salz gleichmäßig darübergeben. Die Würzung haftet später unter der Folienhülle und bildet nach dem Auspacken die Grundlage für die Kruste.

    5 Minuten
    • Butter und Salz gleichmäßig verteilen, damit die spätere Kruste nicht nur an einzelnen Stellen würzig wird.
  3. Am Drehspieß sichern

    Den Cupim der Länge nach durch die dickste Stelle auf den stabilen Drehspieß schieben. Beide Fleischgabeln möglichst weit außen ansetzen und nach der Geräteanleitung festziehen. Das Stück an drei bis vier Stellen mit Küchengarn an den Spieß binden. Den Spieß vor dem Einschalten des Motors von Hand drehen: Der Cupim darf nicht schlingern und muss genügend Abstand zu Feuer, Tropfschale und Grillwand haben.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Spieß dreht sich von Hand gleichmäßig, ohne dass der Cupim schlingert.

    • Die Fleischgabeln möglichst weit außen setzen und nach dem ersten Probedrehen erneut kontrollieren.

    Wichtig: Motor erst einschalten, wenn der Spieß sicher befestigt ist und weder Fleisch noch Garn Feuer, Tropfschale oder Grillwand berühren können.

Langsam garen

  1. Indirekte Grillzone vorbereiten

    Einen Zwei-Zonen-Grill mit indirekter Glut vorbereiten. Für die lange Garphase liegt die Fleischoberfläche ungefähr 50 bis 60 cm über der Glut; am Rost beziehungsweise auf Höhe des Fleisches sollte eine mittlere Hitze von etwa 160 bis 180 °C anliegen. Eine Tropfschale unter dem Fleisch auffangen lassen. Den Cupim mit vier Lagen Alufolie dicht umhüllen, die Nahtseite nach oben legen und darauf achten, dass keine Folie in die Glut ragen kann. Den Drehspießmotor einschalten und den Cupim dauerhaft rotieren lassen.

    20 Minuten 170 °C
    • Die Foliennaht nach oben legen, damit beim Öffnen weniger heißer Saft austritt.
    • Die Tropfschale so platzieren, dass sie nicht mit der rotierenden Konstruktion kollidiert.

    Wichtig: Keine Folie in die Glut ragen lassen und den Abstand zu Feuer und Grillwänden vor dem Einschalten prüfen.

  2. Langsam garen und Kerntemperatur prüfen

    Den eingepackten Cupim 4 bis 5 Stunden über indirekter Hitze garen. Die Glut regelmäßig nachlegen, ohne das Fleisch näher ans Feuer zu rücken. Nach etwa 3 Stunden den Motor ausschalten, die Folie vorsichtig an einer Seite öffnen und im dicksten Bereich, ohne den Spieß zu berühren, die Temperatur prüfen. Für die Lebensmittelsicherheit muss ein Rinderbraten mindestens 63 °C Kerntemperatur erreichen und anschließend mindestens 3 Minuten ruhen. Für die typische zarte Cupim-Konsistenz weitergaren, bis ein dünner Metallspieß fast ohne Widerstand in die dickste Stelle gleitet. Die Folie danach wieder dicht verschließen und den Motor erneut einschalten.

    4 Std. 30 Min. 170 °C

    Daran erkennst du es: Ein dünner Metallspieß gleitet fast ohne Widerstand in die dickste Stelle; zusätzlich mindestens 63 °C Kerntemperatur erreichen.

    • Die Folie nach der Temperaturkontrolle wieder dicht verschließen, damit die lange Garphase gleichmäßig weiterläuft.

    Wichtig: Beim Öffnen der Folie tritt heißer Dampf aus. Motor vor der Kontrolle ausschalten und den Temperaturfühler nicht am Spieß vorbeizwingen.

Kruste bilden und servieren

  1. Folie vorsichtig entfernen

    Den Motor ausschalten und die Folie mit hitzefesten Handschuhen vorsichtig öffnen, da heißer Dampf austritt. Die Folie vollständig entfernen und prüfen, ob die Fleischgabeln weiterhin fest sitzen. Den Cupim wieder am Drehspieß befestigen, falls er zum Öffnen gelöst wurde. Die Tropfschale leeren, falls sie zu voll ist.

    10 Minuten
    • Vor dem Weiterdrehen kontrollieren, dass keine Folienreste an der Fleischoberfläche oder in der Glut hängen.

    Wichtig: Die Folie langsam und vom Körper weg öffnen; heißer Dampf und heißer Fleischsaft können austreten.

  2. Außenschicht knusprig rösten

    Den ausgepackten Cupim für 20 bis 30 Minuten über kräftigerer, weiterhin kontrollierter Glut etwa 20 bis 30 cm über der Hitze drehen lassen. Die Oberfläche soll dunkelbraun und kross werden, aber nicht schwarz verbrennen. Bei sehr starken Flammen den Motor ausschalten, den Spieß höher setzen oder die Glut zur Seite ziehen und erst danach weiterdrehen lassen.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist dunkelbraun und kross, ohne schwarz zu verbrennen.

    • Die Kruste aufmerksam beobachten; die stärkere Hitze dient dem Bräunen, nicht einer langen zweiten Garphase.

    Wichtig: Bei aufflammendem Fett den Motor ausschalten und den Spieß höher setzen oder die Glut zur Seite ziehen.

  3. Kruste sicher abtragen

    Zum Schneiden den Motor ausschalten und den Spieß gegen unbeabsichtigtes Nachdrehen sichern. Den Cupim bei Bedarf mit hitzefesten Handschuhen vom Grill nehmen und auf ein stabiles Schneidebrett legen. Mit einem langen scharfen Messer nur die gebräunte Außenschicht in dünnen Streifen abtragen; dabei das Fleisch nicht in Richtung der haltenden Hand schneiden. Den verbliebenen Kern wieder sicher am Drehspieß befestigen, die Fleischgabeln festziehen und die freigelegte Oberfläche weitere 5 bis 10 Minuten über der Glut anrösten. Vor jeder weiteren Schneidrunde den Motor ausschalten und den Spieß sichern.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Dünne, gebräunte Krustenstreifen sind abgetragen; die freigelegte Oberfläche kann erneut anrösten.

    • Nur die äußere Krustenschicht abtragen und den Kern zwischen den Schneidrunden wieder sicher befestigen.

    Wichtig: Niemals in Richtung der haltenden Hand schneiden. Vor jeder weiteren Schneidrunde Motor ausschalten und Spieß sichern.

  4. Ruhen lassen und servieren

    Den verbliebenen Cupim nach der letzten Krustenrunde 10 Minuten ruhen lassen. Die heißen Krustenstreifen sofort servieren. Das restliche Stück kann für weitere dünne Scheiben erneut kurz über die Glut gehängt werden.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die letzte Krustenrunde ist abgeschlossen und der verbliebene Cupim hat 10 Minuten geruht.

    • Die Krustenstreifen direkt nach dem Abtragen servieren, solange die Oberfläche am krossesten ist.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Drehspieß ausbalancieren: Der Cupim muss vor dem Einschalten des Motors von Hand gleichmäßig drehen. Schlingert der Braten, sitzen die Fleischgabeln oder die Bindung nicht sicher genug.
  • Vorsicht beim Öffnen: Unter der Folie sammeln sich heißer Dampf und heißer Fleischsaft. Die Folie langsam und vom Körper weg öffnen.
  • Kruste in Runden schneiden: Nur die gebräunte Außenschicht abtragen und den verbleibenden Kern anschließend wieder sicher am Drehspieß befestigen.

Zutatenwissen

Cupim finden

Cupim ist in Deutschland nicht an jeder Fleischtheke vorrätig. Bei brasilianischen Metzgereien, portugiesischsprachigen Lebensmittelgeschäften oder spezialisierten Metzgereien kann das Stück gegebenenfalls vorbestellt werden.

Fettauflage erhalten

Die natürliche Fettauflage bleibt am Cupim, weil sie während der langen Garphase zur Saftigkeit und zur späteren Krustenbildung beiträgt.

Sinnvolle Alternativen

Rinderbrustspitze

Das Fleisch bleibt saftig, schmeckt aber stärker nach klassischem BBQ und ist dann nicht mehr Cupim.

Ein gleich großes Stück Rinderbrustspitze verwenden und die Befestigung am Drehspieß sowie die Garprobe an die konkrete Form des Stücks anpassen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Cupim schlingert oder dreht sich nicht gleichmäßig.

Die Gabeln möglichst weit außen ansetzen, den Cupim an drei bis vier Stellen binden und den Spieß vor dem Einschalten von Hand drehen.

Motor ausschalten, Spieß sichern, Gabeln nachziehen und die Bindung korrigieren.

Die Außenschicht verbrennt, bevor sie kross ist.

Die Glut kontrollieren, den Spieß höher setzen oder die Glut zur Seite ziehen.

Motor ausschalten, den Cupim aus der Flammenzone nehmen und erst bei kontrollierterer Hitze weiterdrehen.

Die Oberfläche wird nicht dunkel und kross.

Die Folie vollständig abnehmen und den Cupim während der Krustenphase weiterdrehen lassen.

Die Oberfläche bei kontrollierter stärkerer Glut in kurzen Abschnitten weiter rösten.

Beim Schneiden besteht Verletzungsgefahr.

Vor jeder Schneidrunde Motor ausschalten und den Spieß sichern.

Schneidvorgang sofort unterbrechen, Messer sicher ablegen und den Spieß stabilisieren.

Varianten

Mit Rinderbrustspitze

Eine gleich große Rinderbrustspitze kann anstelle des Cupim verwendet werden. Das Ergebnis bleibt ein langsam gegarter Rinderbraten mit krosser Außenschicht, schmeckt aber stärker nach klassischem BBQ.

Servieren und kombinieren

  • Direkt vom Spieß servieren: Die dünnen, heißen Krustenstreifen unmittelbar nach dem Abtragen servieren. Der verbliebene Cupim kann währenddessen wieder über die Glut gehängt und für weitere Scheiben nachgeröstet werden.

Planen und Reste genießen

Einfrieren

Die Qualität der krossen Kruste kann durch Einfrieren und Auftauen beeinträchtigt werden.

Allergene und Nährwerte

  • Milch: enthält · Die Rezeptur enthält ungesalzene Butter.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was ist Cupim?

Cupim ist der brasilianische Rinderhöcker. Für dieses Rezept wird er als ganzes Stück langsam am Drehspieß gegart und anschließend krustenweise geschnitten.

Warum wird die Folie vor dem Krustenrösten entfernt?

Die Folie schützt das Fleisch während der langen indirekten Garphase. Für eine dunkle, krosse Außenschicht muss die Oberfläche anschließend direkt der kräftigeren kontrollierten Glut ausgesetzt werden.

Kann ich Cupim ersetzen?

Als Ersatz eignet sich ein gleich großes Stück Rinderbrustspitze. Es bleibt saftig, schmeckt aber stärker nach klassischem BBQ und ist dann nicht mehr Cupim.

Aus unserer Küche

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