Haut an den Keulen lassen
Die Haut bleibt während des Grillens auf den Keulen. Sie hilft, das Fleisch saftig zu halten, und nimmt beim direkten Angrillen kräftige Röstaromen auf.
DDR-Grillküche
Saftige Hähnchenkeulen mit Haut und Knochen, die in einer kräftigen Marinade aus Senf, Tomatenmark, Paprika, Knoblauch und Öl ziehen. Sie werden auf dem Grill zuerst direkt angeröstet und anschließend indirekt fertig gegart.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Der Broiler gehört zur deutschen Grill- und Imbisskultur der DDR. Senf, Paprika und Tomatenmark geben dieser eigenständigen Keulenvariante eine würzige, leicht rauchige Note. Durch das direkte Angrillen entsteht eine kräftige Kruste, während die indirekte Hitze das Fleisch schonend saftig fertig gart.
Außen kräftig gebräunt und würzig, mit einer leicht rauchigen Paprikanote und glänzender Marinadenschicht. Innen bleiben die Keulen saftig und zart; Senf und Knoblauch sorgen für eine pikante, herzhafte Tiefe.
Schritt für Schritt
Die Hähnchenkeulen mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen. Überstehende Haut- oder Fettstücke entfernen, die Haut selbst aber auf den Keulen lassen. So bleibt das Fleisch beim Grillen saftig und bekommt eine kräftige Kruste.
Daran erkennst du es: Die Keulen sind trocken und von losem überschüssigem Fett oder Haut befreit.
Wichtig: Rohes Geflügel getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Hände sowie Arbeitsflächen danach gründlich reinigen.
Tomatenmark, Senf, Sonnenblumenöl, beide Paprikasorten, Salz, Pfeffer, Knoblauch und Wasser zu einer glatten Marinade verrühren. 3 EL davon in einer kleinen Schale abnehmen und abgedeckt kalt stellen. Diese Portion wird später zum Bestreichen verwendet und darf nicht mit rohem Geflügel in Kontakt kommen.
Daran erkennst du es: Die Marinade ist glatt vermischt und die zurückbehaltene Portion steht abgedeckt kalt.
Wichtig: Die zurückbehaltene Marinade nicht mit benutzten Händen, Pinseln oder Besteck berühren, die rohes Geflügel kontaktiert haben.
Die Hähnchenkeulen rundherum mit der übrigen Marinade einreiben. In eine verschließbare Schale legen und 3 bis 12 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen. Vor dem Grillen 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen.
Daran erkennst du es: Die Keulen sind rundum mit Marinade bedeckt und haben mindestens 3 Stunden im Kühlschrank gezogen.
Wichtig: Das marinierte rohe Geflügel bis kurz vor dem Grillen gekühlt und verschlossen aufbewahren.
Den Grill für zwei Zonen vorbereiten. Die direkte Zone auf etwa 220 °C erhitzen, die indirekte Zone auf etwa 180 °C einregeln. Bei einem Holzkohlegrill die Glut auf einer Seite verteilen; bei einem Gasgrill nur die äußeren Brenner einschalten. Der Deckel bleibt während des indirekten Garens geschlossen.
Daran erkennst du es: Es stehen eine deutlich heiße direkte Zone und eine stabilere indirekte Zone bereit.
Wichtig: Beim Arbeiten am heißen Grill hitzebeständige Grillhandschuhe und geeignetes Grillbesteck verwenden.
Die Keulen mit der Hautseite nach unten über die direkte Hitze legen und 3 bis 4 Minuten angrillen. Wenden und die Fleischseite weitere 2 bis 3 Minuten rösten, bis deutliche Grillspuren entstanden sind. Bei aufflammendem Fett das Fleisch sofort in die indirekte Zone ziehen.
Daran erkennst du es: Auf beiden Seiten sind deutliche Grillspuren entstanden; bei aufflammendem Fett werden die Keulen sofort aus der direkten Zone genommen.
Wichtig: Rohes Geflügel nicht mit sauberem Servierbesteck oder ungewaschenen Händen weiterverarbeiten.
Die Keulen mit der Hautseite nach oben in die indirekte Zone legen. Den Grill schließen und je nach Größe 30 bis 40 Minuten garen. Nach etwa 20 Minuten einmal wenden. In den letzten 10 Minuten zweimal mit der zurückbehaltenen Marinade bestreichen.
Daran erkennst du es: Die Keulen garen gleichmäßig weiter, die Oberfläche nimmt zusätzliche Marinade auf und die Haut bleibt kräftig gebräunt.
Wichtig: Nur die zuvor abgenommene, nicht mit rohem Geflügel in Kontakt gekommene Marinade zum Bestreichen verwenden.
Die dickste Keule am Knochen mit einem Thermometer prüfen. Das Fleisch ist fertig, wenn dort mindestens 75 °C erreicht sind und der austretende Fleischsaft klar ist. Die Keulen vom Grill nehmen und vor dem Servieren 5 Minuten ruhen lassen.
Daran erkennst du es: Mindestens 75 °C an der dicksten Stelle nahe dem Knochen und klarer austretender Fleischsaft.
Wichtig: Die Keulen erst servieren, wenn die angegebene Kerntemperatur erreicht ist.
Gut zu wissen
Die Haut bleibt während des Grillens auf den Keulen. Sie hilft, das Fleisch saftig zu halten, und nimmt beim direkten Angrillen kräftige Röstaromen auf.
Edelsüßes Paprikapulver liefert die Grundwürze und Farbe, rosenscharfes Paprikapulver die pikante Schärfe. Die Schärfe lässt sich nur über die rosenscharfe Sorte verändern.
Der Senf gibt der Marinade Würze und unterstützt ihre Haftung an der Haut. Eine mildere oder schärfere Senfsorte verändert den Charakter der Keulen.
Geschmacklich ähnlich neutral; die Marinade bleibt streichfähig.
Sonnenblumenöl im gleichen Volumen durch neutrales Rapsöl ersetzen.
Die Marinade wird weniger pikant und etwas milder im Senfaroma.
Mittelscharfen Senf im gleichen Gewicht durch milden Senf ersetzen.
Die rauchige Note wird deutlicher und überlagert den ursprünglichen Paprikacharakter stärker.
Edelsüßes Paprikapulver im gleichen Volumen ersetzen; die rosenscharfe Menge unverändert lassen.
Nach dem direkten Angrillen in die indirekte Zone wechseln und bei aufflammendem Fett sofort umsetzen.
Verbrannte Stellen vorsichtig entfernen und die Keulen in der indirekten Zone bei geschlossenem Deckel fertig garen.
Vor dem Kontakt mit den Keulen 3 EL in einer eigenen Schale abnehmen und abdecken.
Marinade, die rohes Geflügel berührt hat, nicht später zum Bestreichen verwenden.
Die dickste Keule nahe dem Knochen mit einem Thermometer prüfen und erst bei mindestens 75 °C servieren.
Die Keulen in der indirekten Zone weitergaren und die Temperatur erneut prüfen.
Eine weniger scharfe Variante mit vollem Paprikaaroma und nur dezenter Schärfe.
Eine deutlich pikante Variante für alle, die eine schärfere Kruste bevorzugen.
Die Keulen können 3 bis 12 Stunden vor dem Grillen mariniert und verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die zurückbehaltene Marinade ebenfalls abgedeckt kalt stellen.
Häufig gefragt
Mindestens 3 Stunden und höchstens 12 Stunden im Kühlschrank. Bei einer Übernachtmarinade verlängert sich die Gesamtzeit entsprechend.
Die direkte Hitze erzeugt Grillspuren und Röstaromen. Die indirekte Hitze gart die Keulen anschließend gleichmäßiger und verringert das Risiko, dass die Marinade verbrennt.
Die dickste Keule nahe dem Knochen sollte mindestens 75 °C erreichen. Zusätzlich soll der austretende Fleischsaft klar sein.
Nein. Vor dem Einreiben müssen 3 EL Marinade separat abgenommen und gekühlt werden. Nur diese nicht kontaminierte Portion wird später verwendet.
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