Rinderhochrippe am Drehspieß

Internationaler Drehspieß-Braten

Eine ausgelöste Rinderhochrippe wird gebunden, mit Salz, Pfeffer und einer feuchten Kräuter-Senf-Paste gewürzt und über indirekter Hitze am horizontalen Drehspieß gegart.

Zum Rezept
Runde um Runde zur kräftigen Kruste
Vorbereitung 30 Minuten
Kochen / Backen 2 Std. 30 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 12 Std. 20 Min.
Gesamtzeit ca. 15 Std. 20 Min.
Menge 8–10 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch
Prägende Zubereitungsverfahren Rösten und Ofenbraten
Würzanwendung Trocken einreiben
Grill-Hitzeanordnung Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das Binden formt die ausgelöste Hochrippe zu einem gleichmäßigen Zylinder und unterstützt ein gleichmäßiges Garen.
  • Die trockene Würzung aus Salz und Pfeffer erhält eine lange Würzruhe, bevor die feuchte Paste aufgetragen wird.
  • Das Rotieren über indirekter Hitze sorgt für eine gleichmäßige Bräunung rundum.
  • Die Kerntemperatur entscheidet über den Gargrad zuverlässiger als die ungefähre Zeitangabe.
  • Die Ruhezeit hält den Bratensaft im Fleisch und erleichtert das saubere Aufschneiden.

Rinderhochrippe am Drehspieß verbindet gleichmäßiges Rotieren mit einer kräftigen Kräuterkruste. Der gebundene Braten bleibt während des Garens stabil auf dem Spieß, während Zwiebel und Wasser in der Auffangschale den Bratensaft auffangen. Nach der Ruhezeit wird das Fleisch in dicke Scheiben geschnitten und mit dem aufgefangenen Saft serviert.

Außen entsteht eine dunkle, würzige Kruste mit Senf-, Knoblauch- und Kräuternoten. Innen bleibt die Rinderhochrippe saftig und kräftig aromatisch; der aufgefangene Bratensaft ergänzt die dichten, herzhaften Fleischscheiben.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Vorbereiten und würzen

  1. Braten binden

    Die Rinderhochrippe mit Küchenpapier trocken tupfen. Lose Fett- und Bindegewebestücke entfernen, die geschlossene Fettschicht aber nicht vollständig wegschneiden. Das Fleisch mit Küchengarn in Abständen von etwa 4 cm zu einem gleichmäßigen Zylinder binden.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Braten ist gleichmäßig geformt und sicher zusammengebunden.

    • Nicht die gesamte Fettschicht entfernen; sie schützt die Oberfläche während des Garens.
  2. Salzen und ruhen lassen

    Salz und Pfeffer mischen und die Rinderhochrippe rundum damit einreiben. Das Fleisch abgedeckt oder in einer großen Schale auf einem Rost im Kühlschrank 8 bis 12 Stunden ruhen lassen.

    Daran erkennst du es: Die Würzung haftet rundum am Fleisch; die Würzruhe beträgt 8 bis 12 Stunden.

    • Die lange Würzruhe gibt Salz und Pfeffer Zeit, in die Oberfläche einzuziehen.

    Wichtig: Das Fleisch während der Würzruhe durchgehend gekühlt halten.

  3. Kräuterpaste auftragen

    Den Grill etwa 45 Minuten vor dem Garen aus dem Kühlschrank nehmen. Olivenöl, Knoblauch, Dijon-Senf, Rosmarin und Thymian in einer Mischschale zu einer Paste verrühren und den Braten rundum damit bestreichen.

    45 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Paste bedeckt die Oberfläche gleichmäßig.

    • Die Paste erst nach der Würzruhe auftragen, damit die Oberfläche nicht unnötig feucht bleibt.

Grill vorbereiten und garen

  1. Indirekte Hitze einrichten

    Den Grill für indirekte Hitze auf 180 bis 200 °C vorheizen. Beim Gasgrill die mittleren Brenner ausschalten und die äußeren Brenner so einstellen, dass die Temperatur stabil bleibt. Beim Holzkohlegrill die Glut in zwei seitlichen Zonen verteilen und die Mitte freilassen. Die Auffangschale mit Zwiebel und Wasser unter der späteren Bratenposition platzieren.

    45 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Grilltemperatur bleibt im Bereich von 180 bis 200 °C stabil.

    • Die Auffangschale steht unter der späteren Bratenposition, damit der Bratensaft aufgefangen wird.

    Wichtig: Beim Umgang mit heißer Glut und heißen Grillteilen geeignete Hitzeschutzhandschuhe verwenden.

  2. Drehspieß befestigen

    Den leeren Drehspieß einsetzen und prüfen, ob er frei und ohne Anschlagen läuft. Die Rinderhochrippe exakt mittig auf den Spieß schieben, mit beiden Gabeln festhalten und die Schrauben nach Geräteanleitung sichern. Das Fleisch muss ausgewogen sitzen und darf beim Drehen weder Deckel noch Grillfläche berühren.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Braten sitzt mittig, ausgewogen und dreht frei.

    • Vor dem Einsetzen des Fleisches den freien Lauf des leeren Spießes prüfen.

    Wichtig: Spieß, Gabeln und Schrauben können heiß werden; nur mit geeigneten Hitzeschutzhandschuhen anfassen.

  3. Braten garen

    Den Spieß in den Motor einsetzen, den Motor einschalten und den Braten bei geschlossenem Deckel über der Auffangschale rotieren lassen. Die Temperatur zwischen 180 und 200 °C halten. Falls die Flüssigkeit in der Schale vollständig verdampft, vorsichtig etwas heißes Wasser nachgießen.

    90 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Braten dreht gleichmäßig; die Grilltemperatur bleibt im angegebenen Bereich.

    • Den Deckel möglichst geschlossen halten, damit die Temperatur stabil bleibt.

    Wichtig: Heißes Wasser nur vorsichtig und mit Abstand zur heißen Auffangschale nachgießen.

  4. Kerntemperatur prüfen und fertig garen

    Nach etwa 90 Minuten erstmals die Kerntemperatur prüfen. Das Thermometer durch die Seite in die dickste Stelle stecken, ohne Spieß, Fett oder Bindegewebe zu berühren. Den Braten weiterdrehen lassen, bis mindestens 63 °C erreicht sind. Bei 2,8 kg dauert das meist etwa 2 bis 2½ Stunden; die Kerntemperatur ist entscheidend, nicht die Zeitangabe.

    63 °C

    Daran erkennst du es: Das Thermometer zeigt an der dicksten Stelle mindestens 63 °C an.

    • Mehrfach an der dicksten Stelle messen, ohne Spieß, Fett oder Bindegewebe zu berühren.

    Wichtig: Die Kerntemperatur vor dem Entnehmen sorgfältig prüfen.

Ruhen und servieren

  1. Braten ruhen lassen

    Den Motor ausschalten, den heißen Spieß vorsichtig entnehmen und die Rinderhochrippe vom Spieß nehmen. Locker mit Aluminiumfolie bedecken und 20 Minuten ruhen lassen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Ruhezeit von 20 Minuten ist abgeschlossen.

    • Die Folie nur locker auflegen, damit die Kruste nicht vollständig weich wird.

    Wichtig: Spieß und Gabeln sind unmittelbar nach dem Garen sehr heiß.

  2. Aufschneiden und servieren

    Küchengarn entfernen und den Braten in etwa 1 bis 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Den Bratensaft aus der Auffangschale durch ein feines Sieb in ein Kännchen gießen und zu den Scheiben servieren.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Scheiben sind gleichmäßig geschnitten und der Bratensaft ist von groben Bestandteilen getrennt.

    • Mit einem scharfen Messer quer zur Faser schneiden, damit die Scheiben zarter wirken.

    Wichtig: Den heißen Bratensaft vorsichtig durch das Sieb gießen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Kerntemperatur vor Zeitangabe: Die angegebene Garzeit von etwa 2 bis 2½ Stunden ist nur ein Richtwert für 2,8 kg. Entscheidend ist die Messung an der dicksten Stelle.
  • Freien Lauf prüfen: Der Braten muss mittig und ausgewogen befestigt sein. Vor dem Garen kontrollieren, dass er weder Deckel noch Grillfläche berührt.
  • Bratensaft auffangen: Zwiebel und Wasser kommen unter die Bratenposition. Die Flüssigkeit darf während des Garens nicht vollständig verdampfen.

Zutatenwissen

Gleichmäßige Form

Die ausgelöste Hochrippe wird zu einem gleichmäßigen Zylinder gebunden, damit sie auf dem Drehspieß ausgewogen sitzt und möglichst gleichmäßig gart.

Feuchte Kräuterpaste

Senf, Öl, Knoblauch und frische Kräuter bilden eine haftende Paste für die aromatische Oberfläche des Bratens.

Lange Würzruhe

Salz und Pfeffer werden vor der Paste aufgetragen und erhalten eine Würzruhe von 8 bis 12 Stunden.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Braten gart ungleichmäßig oder läuft beim Rotieren unrund.

In Abständen von etwa 4 cm binden und den Schwerpunkt vor dem Einsetzen prüfen.

Falls möglich, den Spieß vorsichtig anhalten und die Befestigung neu ausrichten.

Die Oberfläche wird zu dunkel oder der Braten gart deutlich langsamer.

Indirekte Hitze vor dem Einsetzen einrichten und den Deckel möglichst geschlossen halten.

Brenner oder Glut vorsichtig nachregeln und die Kerntemperatur statt der Zeitangabe als Maßstab verwenden.

Bratensaft brennt an oder die Auffangschale trocknet vollständig aus.

Die Auffangschale regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf vorsichtig heißes Wasser nachgießen.

Bei angebranntem Inhalt den Bratensaft nicht verwenden; den Braten weitergaren und die Temperatur kontrollieren.

Beim Schneiden tritt viel Saft aus und die Scheiben wirken trockener.

Den Braten nach dem Abnehmen locker abdecken und vollständig ruhen lassen.

Die ausgetretenen Säfte auffangen und beim Servieren über die Scheiben geben.

Varianten

Kräftigere Kräuterkruste

Der Grundcharakter bleibt erhalten, die Kräuternoten werden durch eine stärkere Verwendung der bereits vorgesehenen frischen Kräuter betont.

Holzkohlevariante

Der Braten wird auf einem Holzkohlegrill mit seitlich angeordneten Glutzonen gegart.

Servieren und kombinieren

  • Mit aufgefangenem Bratensaft: Die dicken Rinderbratenscheiben mit dem durchgesiebten Bratensaft aus der Auffangschale servieren.
  • Als Mittelpunkt eines Grillmenüs: Den Braten frisch aufgeschnitten in die Mitte eines Grillmenüs stellen und den Bratensaft separat reichen.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Rinderhochrippe kann nach dem trockenen Würzen abgedeckt 8 bis 12 Stunden im Kühlschrank ruhen. Die Kräuter-Senf-Paste erst vor dem Garen auftragen.

Allergene und Nährwerte

  • Senf: enthält · Dijon-Senf ist ausdrücklich als Zutat enthalten.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann ich die Rinderhochrippe durch ein anderes Rinderstück ersetzen?

Verwende für dieses Rezept die ausgelöste, gleichmäßig geformte Rinderhochrippe. Binde sie mit Küchengarn zu einem gleichmäßigen Zylinder, damit sie ausgewogen auf dem Drehspieß sitzt und gleichmäßig gart.

Wann soll die Kerntemperatur erstmals geprüft werden?

Nach etwa 90 Minuten erstmals durch die Seite in die dickste Stelle messen. Spieß, Fett und Bindegewebe dürfen die Messung nicht verfälschen.

Wie dick sollen die Scheiben sein?

Nach der 20-minütigen Ruhezeit den Braten in etwa 1 bis 1,5 cm dicke Scheiben schneiden.

Aus unserer Küche

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