Méchoui aus ganzem Lamm

Méchoui vom Drehspieß

Ein ganzes, küchenfertiges Lamm wird mit HarissaScharfe Würzpaste oder Sauce aus roten Chilischoten, deren Zusammensetzung je nach Region und Hersteller variiert., Knoblauch, Kreuzkümmel, Koriander und Paprika gewürzt und langsam neben Holzglut am Drehspieß gegart. Zum Schluss wird die Haut bei stärkerer Hitze knusprig gebräunt und das Fleisch in Scheiben vom Knochen geschnitten.

Zum Rezept
Méchoui aus ganzem Lamm
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 6 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 30 Minuten
Gesamtzeit ca. 8 Std. 45 Min.
Menge 20–25 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Kräuter und Gewürze
Prägende Zubereitungsverfahren Grillen
Würzanwendung Während des Garens bestreichen oder begießen
Grill-Hitzeanordnung Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das langsame Drehen verteilt die Hitze gleichmäßig über das große Stück und unterstützt eine gleichmäßige Bräunung.
  • Die Würzpaste verbindet Harissa, Knoblauch und warme Gewürze zu einer kräftigen, haftenden Außenschicht.
  • Das wiederholte Bestreichen während des Garens hält die Oberfläche aromatisch und unterstützt die abschließende Krustenbildung.
  • Die getrennte, seitliche Glutzone reduziert direkte Flammen und ermöglicht eine kontrolliertere lange Garzeit.

Méchoui aus ganzem Lamm ist eine sachlich beschriebene tunesische Fassung eines geselligen Grillgerichts. Das Lamm gart langsam am Drehspieß neben gleichmäßiger Holzglut und nicht direkt über hohen Flammen. Harissa, Knoblauch, Kreuzkümmel und Koriander prägen die kräftige Würzpaste und die aromatische Kruste.

Außen entsteht eine goldbraune, würzige und stellenweise knusprige Kruste. Das Fleisch wird langsam gegart, kräftig aromatisch und lässt sich nach der Ruhezeit in große Scheiben schneiden; die Harissa bringt eine pikante, leicht rauchig wirkende Würznote.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Vorbereiten und am Drehspieß garen

  1. Lamm trocknen und Würzpaste anrühren

    Tupfe das Lamm innen und außen gründlich trocken. Schneide nur lose Fettstücke ab und ritze besonders dicke Fleischpartien flach ein. Verrühre Harissa, Knoblauch, Kreuzkümmel, Koriander, Paprikapulver, 30 g Salz, Pfeffer, 120 ml Olivenöl und Zitronensaft zu einer kräftigen Würzpaste.

    • Das Lamm vor dem Würzen möglichst trocken tupfen, damit die Paste besser haftet.
    • Nur lose Fettstücke entfernen; tragende Fettauflagen nicht vollständig abschneiden.

    Wichtig: Arbeite mit sauberer Arbeitsfläche und getrennten Utensilien für rohes Fleisch und fertige Speisen.

  2. Würzen und sichern

    Verteile die Paste im Bauchraum und auf der gesamten Außenseite. Schließe die Bauchöffnung mit Metallspießen oder hitzefestem Garn. Binde die Vorder- und Hinterläufe eng an den Körper, damit das Lamm beim Drehen nicht pendelt.

    • Die Befestigungen besonders fest anbringen; ein pendelndes Lamm gart ungleichmäßig und belastet den Motor.
    • Die Paste auch in den Bauchraum geben, ohne lose Stücke an der späteren Spießführung zu belassen.

    Wichtig: Der Spieß muss vor dem Anheizen sicher fixiert werden; lose Befestigungen können beim Drehen versagen.

  3. Glut vorbereiten

    Entzünde das Hartholz oder die Holzkohle mindestens 90 Minuten vor dem Auflegen. Warte, bis eine gleichmäßige Glut ohne hohe Flammen entstanden ist. Schiebe die Glut seitlich und hinter den Drehspieß, sodass das Lamm 55–65 cm neben der Glut hängt. Es darf nicht direkt über den Flammen liegen. Stelle eine hitzefeste Auffangschale unter das Fleisch.

    90 Minuten

    Daran erkennst du es: Eine gleichmäßige Glut ohne hohe Flammen ist entstanden.

    • Die Glut seitlich und hinter dem Lamm anordnen, nicht als hohe Flamme direkt darunter.
    • Die Auffangschale standsicher und außerhalb der rotierenden Teile platzieren.

    Wichtig: Funken, Flammen und heiße Metallteile nur mit geeigneten Grillhandschuhen und ausreichendem Abstand handhaben.

  4. Lamm langsam drehen

    Schiebe den Spieß durch die Körpermitte und sichere das Lamm an beiden Gabeln besonders fest. Starte den Motor mit etwa 2–3 Umdrehungen pro Minute. Halte während der ersten 3 Stunden eine mäßige, gleichmäßige Hitze von ungefähr 160–180 °C auf Höhe des Fleisches. Lege kleine Mengen Glut nach, statt eine große Flamme zu erzeugen.

    3 Stunden 170 °C

    Daran erkennst du es: Das Lamm dreht gleichmäßig, ohne zu pendeln; die Oberfläche beginnt sichtbar zu bräunen.

    • Die Temperatur auf Höhe des Fleisches kontrollieren, nicht unmittelbar in der Glutzone.
    • Kleine Mengen Glut nachlegen, damit die Hitze gleichmäßig bleibt.

    Wichtig: Den laufenden Spieß und die Glutzone nicht unbeaufsichtigt lassen.

  5. Mop anrühren und während des Garens bestreichen

    Schmelze Butter und verrühre sie mit den restlichen 60 ml Olivenöl, 100 ml Wasser und 10 g Salz. Beginne nach etwa 2 Stunden, das Lamm alle 20–25 Minuten dünn mit dem Mop zu bestreichen. Öffne den Grill nur kurz, damit die Temperatur stabil bleibt.

    Daran erkennst du es: Der Mop ist flüssig vermischt und wird in dünnen Schichten aufgetragen.

    • Nur dünn bestreichen, damit die Oberfläche nicht von zu viel Flüssigkeit abkühlt.
    • Den Mop während der laufenden Garphase wiederholt auftragen, ohne den Grill lange zu öffnen.

    Wichtig: Beim Öffnen des Grills auf austretende Hitze und mögliche Flammen achten.

  6. Kruste fertig bräunen

    Nach etwa 4 Stunden rückst du das Lamm auf 35–45 cm an die kräftigere Glut heran und erhöhst die Hitze auf ungefähr 190–210 °C. Bestreiche es noch zwei- bis dreimal dünn und grille es weitere 60–90 Minuten, bis die Oberfläche goldbraun und knusprig ist. Entstehen Flammen, schiebst du das Lamm sofort weiter von der Glut weg.

    90 Minuten 200 °C

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist goldbraun und knusprig; bei Flammen wird das Lamm sofort weiter von der Glut weggerückt.

    • Die letzten Bestreichungen dünn auftragen, damit die Kruste nicht weich wird.
    • Bei aufflammendem Fett sofort Abstand zur Glut vergrößern.

    Wichtig: Flammen nicht mit Wasser bekämpfen; das Lamm aus der direkten Flammennähe wegschieben und die Glut vorsichtig reduzieren.

  7. Kerntemperatur prüfen

    Prüfe die Temperatur an der dicksten Stelle der Keule und nahe dem Schulterblatt, ohne den Knochen zu berühren. Nimm das Lamm vom Spieß, sobald die Keule mindestens 75 °C erreicht hat und die Schulter etwa 80–85 °C warm ist. Bei ungleichmäßiger Hitze drehst du das Lamm weiter und misst nach 15 Minuten erneut.

    Daran erkennst du es: Die Keule erreicht mindestens 75 °C und die Schulter etwa 80–85 °C, jeweils an der dicksten Stelle ohne Knochenkontakt gemessen.

    • An mindestens zwei unterschiedlichen dicken Stellen messen, weil das Lamm nicht überall gleich schnell gart.
    • Den Messfühler nicht am Knochen ansetzen, da die Anzeige sonst verfälscht werden kann.

    Wichtig: Das Lamm erst abnehmen, wenn die angegebenen Kerntemperaturen an den beschriebenen Stellen erreicht sind.

  8. Ruhen lassen und aufschneiden

    Lege das Lamm auf ein großes Brett, decke es locker mit Folie ab und lasse es 30 Minuten ruhen. Entferne dann Garn und Spieß. Schneide Keulen, Schultern und Rücken quer zur Faser in Scheiben und löse kleinere Stücke vom Knochen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Nach 30 Minuten Ruhezeit lässt sich das Lamm sicher vom Spieß nehmen und portionieren.

    • Die Folie nur locker auflegen, damit die Kruste möglichst knusprig bleibt.
    • Das Fleisch quer zur Faser schneiden und größere Stücke vom Knochen lösen.

    Wichtig: Vor dem Aufschneiden Garn und Spieß vollständig entfernen und auf verbliebene Metallteile prüfen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Seitliche Glutzone: Das Lamm hängt neben und hinter der Glut, nicht direkt über hohen Flammen. Diese Anordnung ist entscheidend für die lange, kontrollierte Garphase.
  • Spieß sicher ausbalancieren: Das Lamm muss durch die Körpermitte geführt und an beiden Gabeln fest gesichert werden, damit es beim Drehen nicht pendelt.
  • Dünn und wiederholt bestreichen: Der Mop wird während des Garens in dünnen Schichten aufgetragen. Kurzes Öffnen des Grills hilft, die Temperatur stabil zu halten.

Zutatenwissen

Harissa besorgen

Tunesische Harissa ist laut Rezept in arabischen Lebensmittelgeschäften, gut sortierten Supermärkten oder bei Gewürzhändlern erhältlich.

Salz getrennt dosieren

Die 30 g Salz für die Würzpaste und die 10 g Salz für den Mop sind getrennte feste Mengen und werden nicht miteinander vermischt.

Olivenöl aufteilen

Von den insgesamt 180 ml Olivenöl kommen 120 ml in die Würzpaste und 60 ml in den Mop.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Oberfläche verbrennt oder das Fett beginnt stark zu brennen.

Die Glut seitlich und hinter dem Spieß anordnen und das Lamm zunächst 55–65 cm neben der Glut garen.

Das Lamm sofort weiter von der Glut wegschieben, die Flammen abklingen lassen und erst danach vorsichtig weitergaren.

Das Lamm pendelt oder dreht sich nicht gleichmäßig.

Den Spieß durch die Körpermitte führen, beide Gabeln fest anziehen und die Läufe eng an den Körper binden.

Motor stoppen, das Lamm vollständig sichern und erst danach weiterdrehen.

Keule und Schulter haben deutlich unterschiedliche Gargrade.

An Keule und Schulter messen und die Glut sowie die Position des Lammkörpers anpassen.

Das Lamm weiterdrehen und nach 15 Minuten an beiden Stellen erneut messen.

Die Kruste bleibt blass oder weich.

Für die letzte Garphase die Hitze auf etwa 190–210 °C erhöhen und nur dünn bestreichen.

Das Lamm näher an die kräftigere Glut rücken und unter Beobachtung kurz weiterbräunen.

Servieren und kombinieren

  • Direkt vom Brett servieren: Das ruhende Lamm in Keulen, Schultern und Rücken zerlegen, quer zur Faser in Scheiben schneiden und kleinere Stücke vom Knochen lösen.
  • Als gemeinsames Grillgericht reichen: Die Scheiben und ausgelösten Stücke nach dem Aufschneiden gemeinsam auf Platten anrichten, sodass unterschiedliche Partien des Lamms angeboten werden können.

Allergene und Nährwerte

  • Milch: enthält · Butter ist als Zutat ausdrücklich angegeben.

Lebensmittelsicherheit

  • Kerntemperatur des Lamms prüfen: Die Temperatur an der dicksten Stelle der Keule und nahe dem Schulterblatt messen, ohne den Knochen zu berühren. Das Lamm erst nach Erreichen der im Rezept angegebenen Temperaturen vom Spieß nehmen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Für wie viele Personen ist das Méchoui ausgelegt?

Das Rezept ist für etwa 20–25 Portionen angegeben. Als technische Basis wird die mittlere Planungsgröße von 22 Portionen verwendet.

Wo finde ich tunesische Harissa?

Laut Rezept findest du tunesische Harissa in arabischen Lebensmittelgeschäften, gut sortierten Supermärkten oder bei Gewürzhändlern.

Muss das Lamm direkt über der Glut hängen?

Nein. Das Lamm hängt zunächst 55–65 cm neben der Glut und nicht direkt über hohen Flammen. Für die Kruste wird es später näher an die kräftigere Glut gerückt.

Wann ist das Lamm fertig?

Die Keule soll an der dicksten Stelle mindestens 75 °C erreichen, während die Schulter etwa 80–85 °C warm sein soll. Der Messfühler darf dabei den Knochen nicht berühren.

Aus unserer Küche

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