Traubenmelasse finden
Traubenmelasse ist häufig in griechischen, türkischen oder orientalischen Lebensmittelgeschäften sowie in gut sortierten Feinkostläden erhältlich.
Griechisch inspirierte Smokerküche
Eine kräftig gewürzte Schweineschulter wird im Kohle-Smoker langsam geräuchert, in Folie mit Honig-Wein-Sauce weitergegart und anschließend zerzupft serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Diese griechisch inspirierte BBQ-Variante verbindet saftige Schweineschulter mit Koriander, Anis, Fenchel, Kreuzkümmel, Thymian, Weißwein, Traube und Honig. Die Schulter nimmt in den ersten Stunden gezielt Eichen- und Kirschrauch auf, bevor sie in Folie besonders weich weitergart. Die eingekochte Honig-Wein-Sauce bringt fruchtige Säure, dunkle Süße und würzige Tiefe an das zerzupfte Fleisch. Die Aromatik ist modern interpretiert und keine Behauptung eines einzigen historischen Originals.
Außen bildet sich eine dunkle, würzige Kruste mit deutlichen Holzrauchnoten. Das Fleisch wird saftig, weich und faserig-zart. Die Sauce schmeckt fruchtig, leicht säuerlich und dunkel-süß, mit warmen Anis-, Fenchel- und Kreuzkümmelnoten.
Schritt für Schritt
Die Schweineschulter rundum mit dem groben Meersalz einreiben. In die große Schale legen, abdecken und 12–24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Vor der weiteren Verarbeitung 45–60 Minuten aus dem Kühlschrank nehmen und die Oberfläche gründlich trocken tupfen.
Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist vor dem Würzen trocken getupft.
Koriandersaat, Anissamen, Fenchelsamen, Kreuzkümmelsaat und gelbe Senfsaat in der trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 2–3 Minuten rösten, bis sie duften. Mit gemahlenem Kreuzkümmel und schwarzem Pfeffer in der Gewürzmühle oder im Mörser grob mahlen. Ein Drittel der trockenen Mischung für die Sauce beiseitestellen.
Daran erkennst du es: Die Samen duften deutlich, sind aber nicht dunkel verbrannt.
Die restlichen zwei Drittel der gemahlenen Gewürzmischung mit den Thymianblättchen, dem zerdrückten Knoblauch und dem Olivenöl zu einer streichfähigen Würzpaste vermengen.
Daran erkennst du es: Die Mischung ist gleichmäßig feucht und lässt sich verstreichen.
Die Haut- beziehungsweise Fettseite der Schulter rautenförmig einschneiden, ohne tief ins Fleisch zu schneiden. Die Würzpaste rundum kräftig einmassieren und besonders in die Einschnitte geben.
Daran erkennst du es: Die Schulter ist gleichmäßig mit Paste bedeckt und die Einschnitte sind gewürzt.
Weißwein, Traubensaft, Weißweinessig, Traubenmelasse, Honig, Wasser und die zurückbehaltene Gewürzmischung in den Topf geben. Aufkochen, dann 30–45 Minuten offen sanft köcheln lassen, bis etwa 450–500 ml übrig bleiben. Die Sauce abkühlen lassen und bis zum Einsatz sauber abgedeckt beiseitestellen.
Daran erkennst du es: Die Sauce ist auf etwa 450–500 ml reduziert und schmeckt konzentriert, fruchtig und würzig.
Einen Kohle-Smoker für indirekte Hitze vorbereiten. Etwa 3,5 kg Briketts verwenden, die Wasserschale einsetzen und den Garraum auf 110–120 °C stabilisieren. Drei mittelgroße Stücke Eichenholz und ein kleineres Stück Kirschholz für den Rauch bereitlegen. Das Holz nicht dauerhaft nachlegen: Die Schulter soll vor allem in den ersten 3–5 Stunden gezielt Rauch aufnehmen.
Daran erkennst du es: Der Garraum hält stabil 110–120 °C, bevor das Fleisch aufgelegt wird.
Die Schweineschulter mit der Fettseite nach oben auf den Rost legen. Das Garraumthermometer auf Höhe des Fleisches platzieren und den Kerntemperaturfühler in den dicksten Bereich stecken. Den Deckel möglichst geschlossen halten und die Temperatur zwischen 110 und 120 °C führen.
Daran erkennst du es: Die Garraumtemperatur bleibt zwischen 110 und 120 °C.
Die Schulter 3–5 Stunden ungewikkelt räuchern, bis sich eine trockene, dunkle Gewürzkruste gebildet hat. Die Kerntemperatur liegt dann meist im Bereich von 65–75 °C. Eine Plateauphase, in der die Temperatur über längere Zeit kaum steigt, ist bei diesem Zuschnitt normal.
Daran erkennst du es: Die Gewürzkruste ist trocken und dunkel; die Kerntemperatur liegt ungefähr bei 65–75 °C.
Sobald die Kruste fest ist und die Kerntemperatur etwa 72–76 °C erreicht, die Schulter in zwei Lagen stabile Alufolie wickeln. 250 ml der vorbereiteten Honig-Wein-Sauce darübergießen und die Folie dicht verschließen. Das Paket zurück in den Smoker legen und bei weiterhin 110–120 °C indirekt weitergaren.
Daran erkennst du es: Die Folie ist dicht verschlossen und die Sauce läuft nicht aus.
Die Schulter weitergaren, bis der Fühler je nach Zuschnitt etwa 93–96 °C anzeigt und ohne spürbaren Widerstand in mehrere Stellen gleitet. Die Temperatur ist nur eine Orientierung; entscheidend ist, dass sich das Bindegewebe weich anfühlt und das Fleisch leicht auseinanderziehen lässt. Für 4,5 kg sind insgesamt etwa 10–14 Stunden tatsächliche Smoker-Garzeit realistisch.
Daran erkennst du es: Der Fühler gleitet ohne spürbaren Widerstand hinein und das Fleisch lässt sich leicht auseinanderziehen.
Das fertige Paket aus dem Smoker nehmen und 60–90 Minuten eingewickelt ruhen lassen. Dabei bleibt die Schulter warm und die Fleischsäfte verteilen sich wieder im Stück.
Daran erkennst du es: Das Paket ist noch warm und die Schulter lässt sich nach der Ruhezeit leicht öffnen.
Die Folie vorsichtig öffnen und den aufgefangenen Sud mit der restlichen Honig-Wein-Sauce vermengen. Knochen, große Fettstücke und besonders feste Bindegewebeteile entfernen. Das Fleisch mit zwei Gabeln oder behandschuhten Händen zerzupfen und mit etwas Sauce vermengen. Die restliche Sauce separat dazugeben.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist in weiche Fasern zerfallen und die Sauce haftet gleichmäßig daran.
Gut zu wissen
Traubenmelasse ist häufig in griechischen, türkischen oder orientalischen Lebensmittelgeschäften sowie in gut sortierten Feinkostläden erhältlich.
Griechischer Waldhonig passt besonders gut. Dunkler Blütenhonig liefert eine ähnliche Süße, aber ein weniger harziges Aroma.
Eichenholz sorgt für kräftige, trockene Rauchnoten. Das kleinere Stück Kirschholz ergänzt eine mildere, fruchtige Nuance.
Die Sauce wird meist milder und weniger würzig als mit Traubenmelasse.
Den dunklen Traubensirup in derselben Menge verwenden und die Sauce wie beschrieben reduzieren.
Die Süße bleibt ähnlich, das Aroma wirkt jedoch weniger harzig.
Den dunklen Blütenhonig in derselben Menge verwenden.
Der Rauch wird kräftiger und weniger fruchtig.
Das Kirschholz durch ein kleines zusätzliches Stück Eichenholz ersetzen und die Rauchmenge weiterhin auf die ersten 3–5 Stunden begrenzen.
Eichen- und Kirschholz nur für die ersten 3–5 Stunden einsetzen.
Die fertige Schulter mit zusätzlicher restlicher Sauce und etwas ungeräuchertem Fleisch ausgleichen, falls vorhanden.
Das Garraumthermometer auf Rosthöhe platzieren und den Deckel möglichst geschlossen halten.
Die Hitze stabilisieren und die Schulter bei niedrigerer Temperatur weitergaren; eine zu dunkle Kruste beim Zerzupfen teilweise entfernen.
Zwei Lagen stabile Alufolie verwenden und die Kanten sorgfältig falten.
Die Schulter erneut dicht einwickeln und mit dem aufgefangenen Sud weitergaren.
Bis zum weichen Fühlergefühl weitergaren und die Schulter anschließend ruhen lassen.
Das Fleisch wieder mit etwas Sud in Folie verschließen und weitergaren, bis der Fühler ohne Widerstand hineingleitet.
Die Sauce mit dunklem Traubensirup statt Traubenmelasse zubereiten. Das Ergebnis wird milder und weniger würzig, behält aber die fruchtige Süße.
Die Schweineschulter kann 12–24 Stunden vor dem Smoken gesalzen und abgedeckt im Kühlschrank gelagert werden. Die Würzpaste und die Sauce am Gartag vor dem Einsatz zubereiten.
Häufig gefragt
Die vorgesehene Salzzeit beträgt 12–24 Stunden. Eine kürzere Zeit würzt das große Stück weniger gleichmäßig; vor dem Smoken sollte die Oberfläche in jedem Fall trocken getupft werden.
Nein. Die Schulter soll vor allem in den ersten 3–5 Stunden gezielt Rauch aufnehmen. Danach muss das Holz nicht dauerhaft nachgelegt werden.
Bei großen Schweineschultern kann die Kerntemperatur über längere Zeit kaum steigen. Das ist während der langen Smoker-Garung normal und kein Grund, die Temperatur stark zu erhöhen.
Der Fühler sollte an mehreren Stellen ohne spürbaren Widerstand hineingleiten. Das Fleisch muss sich leicht auseinanderziehen lassen; die angezeigten 93–96 °C sind nur eine Orientierung.
Dunkler Traubensirup funktioniert in derselben Menge. Die Sauce schmeckt damit meist milder und weniger würzig.
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